Fußball Feldmeisterschaft

Kreisvorsitzender Christian Fischer zieht positives Fazit

Zwei Lehrer unter sich: Christian Fischer (links), der Vorsitzende des Fußballkreises Gelsenkirchen, gratuliert Jörn Heitbreder, dem Kapitän des Erler SV 08, zum Sieg bei der Feldmeisterschaft.

Zwei Lehrer unter sich: Christian Fischer (links), der Vorsitzende des Fußballkreises Gelsenkirchen, gratuliert Jörn Heitbreder, dem Kapitän des Erler SV 08, zum Sieg bei der Feldmeisterschaft.

Foto: Joachim Kleine-Büning / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen.  Christian Fischer hat sich in den Urlaub verabschiedet. Zuvor hat der Vorsitzende des Fußballkreises auf die Feldmeisterschaft zurückgeblickt.

Die Fußball-Feldmeister hat mit dem Erler SV 08 einen verdienten Sieger gefunden. Zehn Teams haben am vergangenen Samstag an der Löchterheide bei der SSV Buer um die Stadtkrone gespielt. Im Interview mit der WAZ wirft Christian Fischer einen Blick zurück und spricht über den Titelverteidiger Erle, einen besonderen Moment im Elfmeterschießen des Endspiels und die Pläne für das kommende Jahr. Außerdem verrät der Vorsitzende des Fußballkreises Gelsenkirchen, warum er nie wieder einen Favoriten benennen wird.

Herr Fischer, der Fluch hält an. In diesem Jahr hat sich erneut Ihr Favorit auf den Titel in der Vorrunde verabschiedet. Diesmal war es Viktoria Resse.

Fischer Ernsthaft: Ich werde diese Frage nie mehr beantworten (lacht). Die Jungs aus Resse haben mich natürlich sofort darauf angesprochen. Mirko Blaschek hat nur die Hände vor sein Gesicht geschlagen, als er mich gesehen hat. Dann haben wir beide gelacht. Das kann doch wohl nicht wahr sein. Das war ja auch schon in der Halle so. Als YEG Hassel mein Favorit war, sind die Hasseler sang- und klanglos gescheitert. Das tut mir wirklich leid. Wie gesagt: Ich werde diese Frage nie mehr beantworten.

War denn ansonsten denn alles zu Ihrer Zufriedenheit?

Absolut. Auch das Wetter hat mitgespielt, wir mussten das Turnier wegen des Gewitters zum Glück nur kurz unterbrechen. Dass bei diesem Wetter keine 1000 Zuschauer kommen werden, war uns eigentlich klar. Aber 600 zahlende Besucher waren da. Hinzu kommen die Mannschaften, sodass locker 850 Leuten da waren. Für einen Termin, der mitten in den Ferien liegt, ist das super. Die Spieler waren extrem fair, es gab keine schweren Verletzungen und das Publikum war sehr angenehm. Also: alles bestens!

Wie war das Feedback der Vereine?

Auch sehr positiv. Die Leute, die da waren, hatten eine Menge Spaß. Sehr gut kamen auch wieder die Individualtrophäen an. Nico Wollny wurde ja bester Torwart, Ruben Emilio Occhiuzo war der beste Spieler des Turniers und Mike Rogowski der beste Torjäger. Eine tolle Geschichte für die Jungs. Ein großes Lob an die SSV Buer, die ein hervorragender Gastgeber war. Ein Dank unsererseits geht auch an Dr. Peter Bottermann und sein Team von der Volksbank Ruhr Mitte, die wieder ein klasse Partner war.

Was war für Sie der besondere Moment der Feldmeisterschaft?

Abgesehen von den Qualifikationsturnieren, die toll waren, gab es auch in der Finalrunde viele Highlights. Witzig war, als Jörn Heitbreder vom Erler SV 08 im Finale zum Elfmeterpunkt gelaufen ist. Als Lehrer des Max-Planck-Gymnasiums habe ich Jörn, der ja Lehrer am Leibniz-Gymnasium ist, über Mikrofon ein wenig diskreditiert. Chapeau, wie er den Elfmeter dann ganz locker links oben in den Knick gesetzt hat. Jörn war auf jeden Fall noch nicht im Ferienmodus.

Der Erler SV 08 hat seinen Titel verteidigt. Eine Überraschung?

Ja schon. Ich habe nicht mit Erle gerechnet. Man muss aber anerkennen, dass sich die Mannschaft gut verstärkt hat. Natürlich gehört auch immer Glück dazu, vor allem im Elfmeterschießen. Aber zuvor hat Erle als Bezirksligist taktisch und spielerisch überzeugt. Eine Mannschaft mit vielen jungen Spielern, aber auch mit einigen Routiniers.

Gab es weitere Überraschungen?

Blau-Weiß Gelsenkirchen ist zwar Gruppenletzter geworden, hat sich aber gut präsentiert. Ein großes Dankeschön an den Verein, der nach der Absage von Preußen Gladbeck so kurzfristig eingesprungen ist. Für den Einzug in die Endrunde hat es leider nicht gereicht, trotzdem war das eine ganz tolle Geschichte.

Sogar Schalke-Profi Ahmed Kutucu hat vorbeigeschaut.

Ja, Ahmed saß auf der Tribüne und hat die Spiele sehr interessiert verfolgt. Vielleicht kann er ja seinen Teamkollegen davon berichten, wie geil es sein kann, gegen einen Amateurclub aus Gelsenkirchen zu spielen. Vielleicht kann die Mannschaft dann ihren Trainer oder den Sportvorstand davon überzeugen (lacht).

Ein Blick nach vorne: Was ist für 2020 geplant?

Wir werden die Endrunde im nächsten Jahr wohl auf einen Sonntag legen. Es ist zwar schade für den Sieger, dass die Feier dann wohl etwas ruhiger ausfallen muss. Aber der Tag der Amateurfußballer ist nun mal der Sonntag. Unseren Weg, aus der Stadtmeisterschaft eine Kreismeisterschaft zu machen, werden wir weitergehen. Wir werden wieder mit den Gladbecker Klubs sprechen und auch mit den Kirchhellenern Gespräche führen. Wir sind ein starker Fußballkreis und möchten das auch bleiben. Das funktioniert allerdings nur als Gemeinschaft.

In wenigen Wochen spielen die Teams in ihren Ligen wieder um Punkte. Sehen Sie die Gelsenkirchener Klubs für den Start gerüstet?

Auf jeden Fall. Es war sehr schön, zu sehen, dass bei der Feldmeisterschaft trotz Urlaubszeit viele sehr starke Spieler aufgelaufen sind. Ich wünsche allen Klubs aus unserer Stadt natürlich viel Erfolg. Toll, wie sich der SC Hassel nach dem totalen Neustart präsentiert. Auch auf Viktoria Resse bin ich gespannt. Eine sehr junge Mannschaft mit großem Potenzial. Horst 08 sehe ich stärker als es der Tabellenplatz in der vergangenen Saison ausgesagt hat. Unser Hoffnungsträger ist natürlich YEG Hassel als klassenhöchster Klub in der Westfalenliga. Vielleicht schaffen sie es ja, nicht nur oben mitzuspielen. Ansonsten wünsche ich mir, dass wir weniger Abmeldungen als zuletzt bekommen.

Und welchen Teams trauen Sie den Aufstieg zu?

Fischer: Ich wünsche allen Teams den Aufstieg und traue es auch so manchem Klub zu. Aber jetzt stellen Sie sich mal vor, ich nenne einen Verein und der steigt dann nicht auf, sondern steigt ab. Nein, das riskiere ich ganz sicher nicht. Viele wissen, wo ich wohne (lacht).

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