2. Basketball-Bundesliga

Leverkusen hebt das Beste gegen Schalke fürs Ende auf

Schalkes bester Werfer gegen Leverkusens Luca Kahl: Adam Touray kam auf 19 Punkte.

Schalkes bester Werfer gegen Leverkusens Luca Kahl: Adam Touray kam auf 19 Punkte.

Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.  Schalke beendet die Partie gegen die Bayer Giants mit einem 1:15-Lauf und verliert mit 76:81. „Wir hatten Angst zu gewinnen“, so Trainer Wilder.

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Raphael Wilder stand da wie ein kleines Häufchen Elend. Der Trainer der Basketballer des FC Schalke 04 war traurig, er war enttäuscht. Sehr sogar. Er konnte kaum glauben, was er soeben in der Oberhausener Willy-Jürissen-Halle erlebt hatte. Und: Er wollte seinem Team nach der 76:81 (44:37)-Pleite gegen die Bayer Giants Leverkusen überhaupt keinen Vorwurf machen. „Wir waren 37 Minuten sehr gut und hatten das Spiel im Griff“, sagte er. Aber danach stellten sich die Schalker, um es in aller Deutlichkeit zu sagen, so dämlich an, dass sie nach ihrer sechsten Saisonniederlage in der 2. Bundesliga Pro A einen Rüffel mehr als verdient gehabt hätten.

Was hätte das für eine herrliche Lobhudelei werden können. Die Möglichkeiten für die Schlagzeile waren auch schon fertig: Schalke kann es auch in Oberhausen. Schalke feiert seinen ersten Heimsieg in dieser Saison. Kurz kam zwar erstmals etwas Unruhe auf, als die Leverkusener zu Beginn des vierten Viertels von 53:63 auf 58:63 verkürzt hatten. Raphael Wilder nahm eine Auszeit und konnte mit dem Ergebnis zufrieden sein. Seine Mannschaft setzte sich wieder auf 67:58 und später auf 70:60 ab. Zehn Punkte Vorsprung, beim 75:66 kurze Zeit später waren es auch noch neun.

Leverkusens Trainer Hansi Gnad war 1993 Europameister

Und dann? „Wir hatten Angst zu gewinnen“, meinte Trainer Raphael Wilder, der sich innerlich immer noch zu schütteln schien, wenn er auf den 15:1-Lauf schaute, mit dem die Bayer Giants die Partie beendet und gedreht hatten. „Da gehört auch ein bisschen Dusel zu“, sagte Leverkusens Headcoach Hansi Gnad, der 1993 zur legendären deutschen Nationalmannschaft gehört hatte, die Europameister geworden war. „Wir haben eine extrem gute Moral an den Tag gelegt und sowohl in der Defense als auch in der Offense die richtigen Entscheidungen getroffen“, sagte der 56-Jährige, um sein Statement mit einem Satz zu schließen, über den Schalkes Korbjäger doch einmal etwas intensiver nachdenken sollten. „Wir wollten den Sieg vielleicht ein bisschen mehr“, sagte 2,08-Meter-Riese Hansi Gnad.

Ja. Mit 1:15 hatten die Schalker die Schlussphase vergeigt. Und das lag vor allem auch an der Ganzfeldpresse der Leverkusener. „Davon haben wir uns beeinflussen lassen“, sagte Tobias Steinert, der Chef der königsblauen Basketballer. „Wir haben kein Mittel gefunden, den Ball zu kontrollieren.“ Das ist jedoch nur die nette Formulierung. Letztendlich war es so, dass der Auftritt der Schalker in der Schlussphase, die Wiederholung sei erlaubt, dämlich war. Vor allem war kein Spieler bereit, den Ball mal zu sichern. Da war bei den Schalkern der eine oder andere Verlust des runden Spielgerätes bei, der nicht nur schrecklich, sondern dilettantisch war.

Schalkes Jordan Spencer leistet sich unsportliches Foul

Nichtsdestotrotz gab es eine Chance, die Partie doch wieder in die richtige Richtung zu drehen. Mit 76:77 lag das Team von Headcoach Raphael Wilder hinten, als es Courtney Belger mit einem Drei-Punkte-Wurf versuchte und – das war in dieser Phase irgendwie logisch – nicht traf. Luca Kahl sicherte sich den Ball, Schalkes Jordan Spencer leistete sich ein unsportliches Foul, und es waren nur noch 2,9 Sekunden zu spielen. Nachdem der Leverkusener beide Freiwürfe verwandelt hatte, war die Entscheidung gefallen, weil die Giants ja in Ballbesitz blieben.

Genauso traurig wie Raphael Wilder sah Tobias Steinert aus. „Das ist bitter“, sagte der Schalker Basketball-Abteilungsleiter und rätselte immer noch, was da in den letzten Minuten passiert war. „Das war heute wieder ein Spiel, in dem du einen Sieg hättest mitnehmen können“, sagte der 32-Jährige. „Vielleicht sogar müssen.“ Müssen.

Viertel: 25:18, 19:19, 15:16, 17:28.

FC Schalke 04: Newkirk (14/2), Hightower (8/2), Jean-Louis (2), Spencer (2), Joos (13), Dunn, Touray (19), Szewczyk, Rohwer, Gulley (n. e.), Belger (18).

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