Trabrennen

Michael Nimczyk präsentiert sich gleich in Championform

Echo Oldeson und Goldhelm Michael Nimczyk landeten im Wettstar-Mai-Pokal einen klaren Sieg.

Echo Oldeson und Goldhelm Michael Nimczyk landeten im Wettstar-Mai-Pokal einen klaren Sieg.

Foto: Sabine Sexauer

Feldmark.  Beim Re-Start nach der Corona-Pause am Nienhausen Busch gewinnt der Goldhelm allein sechs Prüfungen, darunter auch den Wettstar-Mai-Pokal.

Nach 74 Tagen Corona-Pause war es endlich soweit: Gelsentrab beging seinen Re-Start – unter noch immer surreal wirkenden Bedingungen mit strengen Hygiene-Auflagen und ohne Publikum, aber mit zahlreichen Klasse-Pferden und einem Michael Nimczyk in herausragender Form. „Ich bin sehr glücklich, auf unserer Bahn wieder Rennen zu sehen. Man konnte allen Teilnehmern ansehen, dass sie froh sind, ihrer Passion folgen und ihren Beruf nach langer Pause wieder aufnehmen zu können“, zeigte sich auch Rennbahn-Besitzer Markus Seidl erleichtert.

Champion Michael Nimczyk gewann nicht weniger als sechs Prüfungen und holte sich damit gleich die Hälfte des ausgesprochen gut und voll besetzten Zwölf-Rennen-Programms. Darunter den Wettstar-Mai-Pokal, der als „Frei für alle“ die höchste Tagesdotation von 3200 Euro aufbot und mit dem laufgewaltigen Samson Ris (Jaap van Rijn) und Breeders-Crown-Siegerin Cahaya zwei recht eindeutige Favoriten hatte.

Erster Deutschland-Erfolg seit dem 2017-Doppelschlag für Echo Oldeson

Doch es war am Ende nicht dieses Duo, das das Geschehen bestimmte – der Wallach kam direkt zu Beginn, die Stute im Schlussbogen in äußeren Spuren aus dem Takt –, sondern Echo Oldeson. Michael Nimczyk übernahm mit dem im ersten Band positionierten Neunjährigen sofort das Kommando, legte in der Folge ein durchweg hohes Tempo vor und schüttelte die Verfolger in der Entscheidung beinahe mühelos ab. Für Echo Oldeson bedeutete dies den ersten Deutschland-Erfolg seit einem Doppelschlag im Herbst 2017 in Dinslaken, der für seine Anhänger mit einem Toto-Kurs von 10,7:1 belohnt wurde. Vor seinem lukrativsten Tagessieg hatte Michael Nimczyk bereits den zum ersten Mal in Westdeutschland eingesetzten Neumann-Schützling flat rate hall zu einem sehenswerten Speed-Erfolg geführt, aber auch die ersten beiden von vier Volltreffern für Vater Wolfgang als Trainer und Ulrich Mommert als Besitzer gelandet.

Den Anfang machte Toscanini Diamant mit einem starken Saisondebüt, bei dem er den vor den menschenleeren Tribünen an ihm vorbeigezogenen Hour of Power auf den letzten Metern noch sicher in den Griff bekam, dann legte Place Royal eindrucksvoll nach. Mit derselben Taktik suchte der Derby-Siebte 2019 die Entscheidung beim Comeback jedoch erheblich früher, rückte Herausforderer I can steel (Rob de Vlieger) bereits im Schlussbogen auf den Pelz und lief zu Beginn der Zielgeraden mühelos an dem Maharajah-Sohn vorbei. Letztlich völlig überlegen gewann der Hengst vor dem überraschend noch an I can steel vorbeisprintenden Arabesk Hazelaar (Niels Jongejans) und empfahl sich für weitere Herausforderungen.

Das Glück des Tüchtigen beim sechsten und letzten Coup mit Izzi’s Newport

Letzteres darf man auch Marylin Monroe Bo attestieren. Die Siegerin des Trostlaufs zum Stutenderby mit dem schillernden Namen hatte das Team Nimczyk in der zeitlich nicht definierten Corona-Pause offensichtlich ebenfalls gut in Schwung gehalten und wurde mit einem nicht unbedingt zu erwartenden Sieg belohnt. Für den hatten die Wetter eher Noubliez jamais (Jaap van Rijn) im Visier, doch dem Reado-Nachkommen unterlief ausgangs des letzten Bogens ein kleines Malheur, als er in Führung liegend ein wenig aus dem Takt geriet. Diese Gelegenheit nutzte Marylin Monroe Bo zum Angriff und verschaffte sich schnell einen erkennbaren Vorteil, den sie gegen den an der Innenkante zurückkommenden Toto-Favoriten sogar sicher über die Linie brachte.

Das Glück des Tüchtigen hatte der Goldhelm auch bei seinem sechsten und letzten Coup mit Izzi’s Newport. Während das Gespann an der Spitze unterwegs beinahe Stehversuche unternehmen konnte, marschierte Seriensieger und 18:10-Favorit Mr Blitzer Byd (Jan Thijs de Jong) in der Außenspur mit der Nase im Wind, so dass er in der Speedentscheidung zwar noch Boden gutmachte, schlussendlich jedoch eine Hals-Länge hinter dem geschonten Piloten einlief.

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