Dreiband

Mit Poloshirts will GT Buer zurück in die 1. Bundesliga

Ein klares Ziel vor Augen: Stefan Galla und der BC Grüner Tisch Buer wollen in die 1. Dreiband-Bundesliga zurückkehren.

Ein klares Ziel vor Augen: Stefan Galla und der BC Grüner Tisch Buer wollen in die 1. Dreiband-Bundesliga zurückkehren.

Foto: Andreas Hofmann

Herten.  WAZ-Interview mit Stefan Galla, dem Bueraner Spitzenspieler, vor dem Start in die 2. Bundesliga. Weste und Hemd gehören der Vergangenheit an.

Nach knapp vier Monaten Sommerpause beginnt am kommenden Wochenende wieder die Saison in der Dreiband-Bundesliga. Nach der verpassten direkten Rückkehr in die Erstklassigkeit will die erste Mannschaft des Billard-Clubs Grüner Tisch Buer mit Stefan Galla, Markus Galla, Stefan Hetzel und Norbert Ohagen in dieser Saison den Aufstieg in die 1. Bundesliga schaffen. Vor den ersten beiden Heimspielen am Samstag gegen die BA Berlin und am Sonntag gegen den SV Altenweddingen sprachen wir mit Stefan Galla, einem der besten deutschen Dreiband-Spieler.

Herr Galla, am Wochenende beginnt für Sie und ihre Mannschaft des Billard-Clubs Grüner Tisch Buer die zweite Saison in der 2. Dreiband-Bundesliga nach dem Abstieg im vergangenen Jahr. Wie haben Sie und ihre Teamkollegen den knapp verpassten Aufstieg und die damit verbundene Rückkehr in die 1. Liga verkraftet?

Stefan Galla Die Enttäuschung war nach den zwei verpassten Chancen sicher sehr groß. Vor allem nach dem Play-off-Spiel im Mai, als wir nach einer nicht so guten Leistung gegen Nied nicht aufgestiegen sind. Aber dort hat bei der Frustbewältigung die enorme Fan-Unterstützung geholfen. Mit netten Gesprächen nach dem Spiel wurde alles ein wenig leichter.

Woran hat es gelegen, dass GT Buer in unveränderter Mannschaftsaufstellung nicht den Sprung zurück in die höchste deutsche Liga geschafft hat, sondern erstmals der BC Elfenbein Höntrop?

Das lag sicher daran, dass wir halt in der gesamten Saison immer gleich gespielt und uns nicht punktuell mit einem Ausländer verstärkt haben. Das hat Elfenbein Höntrop dann sicher besser gemacht, indem sie die Saison weitestgehend mit zwei Ausländern gespielt haben.

Was sind die Stärken Ihrer Mannschaft, worin sehen Sie die Schwächen?

Unsere Stärke ist sicher die Ausgeglichenheit der Mannschaft. Wir sind auf jeder Position gegenüber den gegnerischen Teams gut aufstellt und teilweise mit dem besten Spieler auf dieser Position. Es wird für uns halt immer schwer, wenn der Gegner seine Mannschaft mit einem Top-Ausländer an Position eins verstärkt, wie etwa Merklinde mit Torbjörn Blomdahl und Fuhlenbrock mit Roland Forthomme, und dadurch die restlichen Spieler um eine Position nach unten rutschen.

Wie sehen Sie Ihre Chancen auf den Aufstieg in diesem Jahr? GT Buer zählt doch sicherlich wieder zu den Favoriten.

Ja. Wir haben dieses Jahr wieder gute Chancen, am Ende oben zu stehen. Doch wie schon erwähnt, haben andere Teams teilweise ausländische Top-Spieler, was es uns in einem Spiel erschwert. Aber da hoffen wir auf die Ausgeglichenheit über die Saison hinweg. Grundstein hierfür ist auf jeden Fall, dass wir alle unsere Leistung bringen. Dieses ist uns ehrlicherweise in der vergangenen Saison nicht so gut gelungen.

Vor knapp zwei Wochen haben Sie im Teampokal Dreiband zum wiederholten Mal das Halbfinale erreicht und nur knapp das Endspiel verpasst. Warum ist die Mannschaft gerade in diesem Wettbewerb meistens vorne dabei?

Zum einen ist so, dass wir ja jahrelang in der 1. Liga waren und somit halt auch immer das Potenzial für ein Halbfinale hatten. Aber vielleicht ist auch ein Grund, dass wir es nach der langen Sommerpause immer genießen, endlich wieder Billard zu spielen, und wir deshalb immer besonders motiviert für gute Leistungen sind. Auch das Format, dass man in der ersten Pokalrunde in der Regel einen einfachen Gegner bekommt und man sich quasi erst mal ein wenig warmspielen kann, kommt uns entgegen.

Wie im Teampokal spielt die Mannschaft in dieser Saison in Poloshirts? Was hat den Ausschlag gegeben, von der traditionellen Kleidung beim Billardsport mit Weste und Hemd abzuweichen? Gibt es noch andere Änderungen?

Ich finde es gut, dass die Kleidervorschriften beim Karambol gelockert worden sind und wir nun auch in Poloshirts spielen können. Ich habe ja immer ein wenig lustig gesagt, dass ich mich beim Billard jede Woche verkleiden muss, wie einer vom Karneval. Ist natürlich nur im Spaß. Vielleicht hilft es uns auch, mit dieser lockeren Kleidung das jüngere Publikum anzusprechen. Vielleicht werden wir dadurch auch mehr als Sport anerkannt. Als Änderung würde ich vorschlagen: von der 2. in die 1. Liga aufsteigen (lacht).

Nun noch eine Frage zu Ihnen als Einzelspieler. Sie waren schon Vizeweltmeister mit der Nationalmannschaft oder Europameister im Einzel im Dreiband auf dem kleinen Billard. Haben Sie immer noch Ambitionen, für Deutschland bei internationalen Turnieren anzutreten?

Im Moment denke ich, dass ich keine Turniere mehr als Einzelspieler spielen werde. Und das Thema Nationalmannschaft ist schwierig. Interesse wäre weiter vorhanden. Aber die Deutsche Billard-Union hat aktuell einen jungen Kader rund um Martin Horn, unserem Weltklasse-Spieler, zusammengestellt, so dass sich dort keine Notwendigkeit ergibt. Aber für den Notfall könnten Sie mich jederzeit anrufen, und ich wäre bereit.

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