Fußball Feldmeisterschaft

Resses Mirko Blaschek fiebert den Titelkämpfen entgegen

Es ist gar nicht so leicht, an Resses Mirko Blaschek (links) vorbeizukommen. Foto: Joachim Kleine-Büning/FUNKE Foto Services

Es ist gar nicht so leicht, an Resses Mirko Blaschek (links) vorbeizukommen. Foto: Joachim Kleine-Büning/FUNKE Foto Services

Foto: Joachim Kleine-B ning / FUNKE Foto Services

Resse.  Mirko Blaschek nimmt am Samstag mit Viktoria Resse an der Feldmeisterschaft in Buer teil. Der 32-Jährige will unbedingt den Titel gewinnen.

Läuft es bei einer Mannschaft sportlich nicht wie erhofft, heißt es so häufig, dass ihr Typen fehlen. Spieler mit Ecken und Kanten. Spieler, die unbequem sein können. Spieler, die den Mund aufmachen, wenn es sein muss. Aber eben auch Spieler, die durch bedingungslosen Einsatz auffallen. Spieler, die nicht nur Chef sein wollen, sondern tatsächlich auch Chefs sind. Fußball-Landesligist Viktoria Resse hat ganz sicher kein Typen-Problem. Denn der Verein hat Mirko Blaschek.

Viel Lob von Frank Conradi

Der 32-Jährige fällt auf, wenn er auf dem Rasen steht. Und das liegt nicht an seinem Vollbart. Die eine oder andere fußballerische Schwäche macht er eben durch bedingungslosen Einsatz wett. Der ein oder andere Gegenspieler der vergangenen Jahre wird ein Lied davon zu singen wissen. Frank Conradi, Sportlicher Leiter der Viktoria und zuvor vier Jahre Trainer des linken Außenverteidigers, sagt über Mirko Blaschek: „Jeder Trainer kann sich einen Spieler wie Blasi in seinem Team nur wünschen. Er ist ein Leader und tut alles für seine Mannschaft.“

Das will er auch am Samstag tun, wenn er mit Viktoria Resse bei der Stadtmeisterschaft antritt, die in diesem Jahr als Feldmeisterschaft ausgeschrieben ist. In der „Gruppe Stauder“ trifft Resse beim Volksbank Ruhr Mitte Cup 2019 auf den SV Horst 08, Blau-Weiß Gelsenkirchen, Erler SV 08 und den SSV/FCA Rotthausen. Mirko Blaschek kündigt an, dass sein Verein mit der „ersten Garnitur“ auflaufen wird.

Auf Anhieb weiß er nicht so genau, die wievielte Teilnahme an einer Stadtmeisterschaft es für ihn sein wird. Was er aber weiß: Dass er nach den Turnieren schon einige Male als Stadtmeister nach Hause gefahren ist. Sowohl auf dem Feld als auch in der Halle.

Während einige Trainer und Spieler über die Terminierung des stadtinternen Wettkampfs mitten in der Vorbereitung klagen, kennt die Vorfreude bei Mirko Blaschek kaum Grenzen. „Es gibt doch nichts Geileres, als sich mit den Klubs aus der eigenen Stadt zu messen. Eine Stadtmeisterschaft ist immer ein großes Wiedersehen“, sagt er und ergänzt: „Und das Allerbeste sind die Sieger-Partys danach mit der Mannschaft und der Fans.“ Auf die Frage, ob er in der Alten Hütte in Resse, der Stamm-Diskothek der Viktoria-Spieler, für eine eventuelle Sieger-Party schon einen Tisch reserviert hat, antwortet Mirko mit einem Augenzwinkern: „Gut möglich!“

Den Sieg traut er seiner Mannschaft in diesem Jahr auf jeden Fall wieder zu. 2015 hat es auf dem Feld zuletzt geklappt. Im vergangenen Jahr gab es mit dem Bezirksligisten Erler SV 08 einen Überraschungs-Stadtmeister. „Mein Favorit ist YEG Hassel. Sie sind nicht nur die klassenhöchste Mannschaft, sondern haben individuell die besten Spieler im Kader“, sagt Blaschek. Für Viktoria Resse soll es mindestens das Halbfinale sein.

Seit zehn Jahren kickt Mirko Blaschek nun schon für die Viktoria. „Ich wäre nicht seit zehn Jahren hier, wenn der Verein mir nicht auch wahnsinnig viel geben würde“, sagt er und ergänzt: „Viktoria Resse ist eine große Vereinsfamilie.“ Damit sich die Familie in den eigenen vier Wänden auch wohlfühlt, hat er in der Sommerpause ehrenamtlich Hand angelegt und gemeinsam mit Mitspieler Daniel Samson die Mannschaftskabine renoviert: Neuer Boden, neue Regale, neuer Kühlschrank. Für Mirko Blaschek ist das eine Selbstverständlichkeit.

Lange Pause nach Kreuzbandriss

Nach einem Kreuzbandriss, der den Industriemeister in der vergangenen Saison zu einer langen Pause zwang, will er nun auch auf dem Rasen wieder voll angreifen. Nach eigener Aussage sei er bei circa 70 Prozent Leistungsvermögen. Die schwere Verletzung zog er sich in der Westfalenliga-Saison beim Spiel gegen den Holzwickeder SC zu. Sieben weitere Spiele habe er mit dem Kreuzbandriss noch absolviert, bevor er dann doch wegen starker Schmerzen einen Arzt aufgesucht hat. „Der Doc hat die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und sofort operiert“, sagt Mirko Blaschek und lacht.

Trotz der einen oder anderen Nachfrage der Freundin, ob er nach der Reha fußballerisch nicht etwas kürzertreten wolle, stand für den Gelsenkirchener fest: Ich mache weiter. Und zwar genauso wie bisher: Vollgas. „Ich habe meiner Freundin gesagt, dass sie mich nicht erleben will, wenn ich sonntags um 15 Uhr zu Hause auf dem Sofa sitze. Ich spiele seit 28 Jahren Fußball und gehöre sonntags auf den Sportplatz.“ An diesem Wochenende ausnahmsweise samstags. Bei der Feldmeisterschaft.

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