Bezirksliga

SC-Kapitän Occhiuzzo „Einige kennen Abstiegskampf noch nicht“

Hassels Kapitän Ruben Emilio Occhiuzzo weiß, worum es jetzt geht.

Hassels Kapitän Ruben Emilio Occhiuzzo weiß, worum es jetzt geht.

Foto: Joachim Kleine-Büning / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen.  Der Auftakt ging schief. Bezirksligist SC Hassel mischt nicht oben mit, sondern steht unten. Jetzt wird der Kurs korrigiert.

Den Saisonstart in der Fußball-Bezirksliga hatte sich der SC Hassel sicherlich anders vorgestellt: Der letztjährige Tabellendritte steht nach fünf Pleiten in den ersten fünf Spielen auf dem vorletzten Tabellenplatz. Dabei war am Lüttinghof vor der Saison wieder ein Platz im oberen Drittel ausgerufen worden. Im Interview sucht Kapitän Ruben Emilio Occhiuzzo nach Erklärungsansätzen für die Misere. Zudem erklärt der 28-Jährige, der nach einer Knieverletzung aus der Vorbereitung auf dem Weg zurück zu alter Stärke ist, wie er mit seinem Team die Trendwende schaffen will.

Woran liegt es, dass es bislang noch nicht läuft?

Ruben Emilio Occhiuzzo: Da kommen mehrere Faktoren zusammen. Die ersten beiden Spiele liefen in Sachen Schiedsrichterentscheidungen und Chancenverwertung etwas unglücklich. Und dann passiert das, was man auch immer in solchen Situationen sagt: Wenn du einmal unten drinstehst, gehen die eigenen Torchancen halt nicht rein und man gerät selbst in Rückstand. Zudem können wir aktuell durch Verletzungen, Platzverweise und private Verhinderungen nie aus dem Vollen schöpfen. So kommt halt das eine zum anderen. Aber da müssen wir uns selbst wieder herausziehen.

Im vergangenen Jahr landete das Team auf einem überraschend starken dritten Platz. Kann es sein, dass man sich im Vorfeld dieser Spielzeit davon hat blenden lassen?

Nein, das haben wir von Anfang an ausgeblendet. Natürlich kann es sein, dass es zu Beginn noch irgendwo tief im Hinterkopf war, aber spätestens nach den ersten Niederlagen hatte sich das komplett erledigt.

Vor der Saison war das Ziel ausgegeben worden, unter die ersten vier zu kommen. Wurde dies denn inzwischen in die Formulierung „Klassenerhalt“ korrigiert?

Ja, auf jeden Fall. Wir müssen jetzt so schnell wie möglich punkten. Wir brauchen nicht nach oben schielen, sondern müssen schauen, dass wir da unten wieder rauskommen.

Haben Sie denn das Gefühl, dass alle Jungs diese neue Situation des Abstiegskampfes schon angenommen haben?

Einige kennen den Abstiegskampf natürlich nicht, aber wir sind uns der Lage bewusst. Allen ist klar, worum es geht.

Auf welche Tugenden kommt es denn nun besonders an?

Wie es im Abstiegskampf oft gepredigt wird, zählt hier vor allem Kampf. Darüber muss man ins Spiel kommen und die Punkte sammeln. Wenn wir in einer Partie spielerisch nicht so stark sind, aber trotzdem 1:0 gewinnen, ist mir das auch Recht.

Inwiefern sind Sie als Kapitän denn in dieser Situation besonders gefragt?

In einer solchen Lage werden natürlich schnell die Köpfe hängen gelassen. Vor allem, wenn man eigentlich ein gutes Spiel macht und dann doch wieder 0:1 hinten liegt. Ich versuche dann, die Jungs zu pushen und ihnen ein positives Gefühl zu geben. Ich will das ganze Team bestmöglich mitnehmen, so dass bald wieder Punkte dabei herausspringen.

Wie schwierig ist es denn für Sie, das auch umzusetzen? An Ihnen gehen die fünf Pleiten ja auch nicht spurlos vorüber.

Klar, das ist nicht gerade einfach. In erster Linie muss ich ja meine eigene Leistung bringen, was mir in den ersten ein, zwei Spielen sicherlich auch nicht so gut gelungen ist. Man muss daher erst mit sich im Reinen sein, ehe man die Mitspieler mitziehen kann. Das hat in den vergangenen Spielen wieder besser funktioniert. Ich bin daher zuversichtlich, dass der Knoten bald platzt.

Apropos Knoten, der platzen muss: Muss das nicht zwingend innerhalb der nächsten beiden Spiele passieren? Die SG Castrop-Rauxel und Horst 08 II sind schließlich direkte Konkurrenten.

Klar, wir hoffen, dass jetzt die Trendwende gelingt. Bestenfalls holen wir sechs Punkte aus diesen beiden Spielen. Aber wir dürfen uns nicht nach den Namen der Gegner richten, egal ob es der Erste oder ein Konkurrent von unten ist. Wie gesagt: Wir müssen jetzt punkten, egal wie.

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