Basketball

Schalkes Trainer Wilder: „Das hat etwas von einem Fluch“

Schalkes Trainer Raphael Wilder freut sich trotz des Verletzungspechs auf den Start.

Schalkes Trainer Raphael Wilder freut sich trotz des Verletzungspechs auf den Start.

Foto: Udo Gottschalk

Gelsenkirchen.  Schalkes Trainer Raphael Wilder spricht vor dem ersten Tip-Off in der 2. Basketball Bundesliga ProA über die Chancen seines Teams.

Raphael Wilder hat in seiner Trainerkarriere schon alle Höhen und Tiefen erlebt. Das erneut aufgebrochene Verletzungspech, das die Basketballer von Schalke 04 seit geraumer Zeit begleitet, ist aber auch für den 66-Jährigen ungewöhnlich. „In der letzten Saison hat es uns auch schon ziemlich erwischt, da sind mehrere Spieler lange ausgefallen. Wir lassen uns aber trotzdem nicht unterkriegen.“ Vor dem Heimspiel in der 2. Bundesliga ProA am Samstag (19.30 Uhr, Willy-Jürissen-Halle, Oberhausen) gegen die Nürnberg Falcons spricht Wilder über die Außenseiter-Chancen.

Herr Wilder, geht es schon wieder los mit der Verletzungsseuche?

Raphael Wilder„Was hier passiert, hat schon etwas von einem Fluch. Ich will nicht hoffen, dass es so schlimm wird wie im letzten Jahr. Mit Shavar Newkirk fällt gegen Nürnberg ein ganz wichtiger Spieler aus. Uns fehlt dadurch ein großes Puzzleteil.

Was ist genau passiert?

Shavar ist im Training gestolpert, hatte sein Bein durchgestreckt, kam zu Fall und lag dann bewegungslos auf dem Rücken. Wir hatten schon daran gedacht, einen Krankenwagen zu rufen, aber dann ging es auch so. Shavar war abends im Krankenhaus, um sich eine Diagnose einzuholen. Er hatte Glück im Unglück. Der erste Verdacht Kreuzbandriss hat sich nach der durchgeführten MRT-Untersuchung nicht bestätigt. Es ist nichts gerissen, sondern nur eine schwere Prellung. Er wird vier bis sechs Wochen ausfallen und muss derzeit an Krücken laufen. Dazu hat Shavar eine Schiene bekommen. Für uns ist das natürlich ein großer Verlust, dass wir gerade beim schweren Auftakt-Programm auf Newkirk verzichten müssen.

Trübt die schlechte Nachricht Ihre Start-Vorfreude?

Nein, das nicht. Wir sind trotzdem positiv gestimmt und freuen uns auf die neue Saison in der 2. Bundesliga ProA. Für uns wird es eine schwierige Spielzeit. Andere Mannschaften sind nominell besser besetzt, aber das muss nichts heißen. Sie müssen uns trotzdem erst mal schlagen.

Wie schätzen Sie den Gegner Nürnberg Falcons, der mit Vytautas Buzas einen neuen Trainer hat, ein?

Die Nürnberg Falcons sind in der vergangenen Saison sportlich aufgestiegen, haben dann aber keine Lizenz für die Basketball-Bundesliga erhalten. Das ist eine starke Mannschaft mit großer Historie. Auf uns wartet ein richtig schweres Stück Arbeit, aber wir versuchen auch aus der Underdog-Position das Bestmögliche herauszuholen.

Die Außenseiter-Rolle kann aber auch ganz angenehm sein, oder?

Im Basketball kommt es relativ selten vor, dass der vermeintlich Kleine den Großen schlägt. Das gibt es im Fußball schon eher mal. Aber wir nehmen die Aufgabe an. Angst haben wir definitiv nicht, das wäre auch der falsche Ansatz – und wer weiß? Vielleicht sagen wir am Samstagabend: Das war doch ein gelungener Start...

Hand aufs Herz: Sind Sie trotz ihrer großen Trainer-Erfahrung nervös oder gehen Sie ganz cool ins erste Meisterschaftsspiel?

Nervös ist das falsche Wort. Ich spüre positive Anspannung. Wir haben viele Rookies im Kader. Einige haben noch nie in dieser Liga gespielt. Da muss ich als Trainer automatisch versuchen, einen ruhigen und besonnenen Eindruck zu machen, damit ich den Jungs etwas die Nervosität nehme.

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