Fußball-Westfalenliga

YEG trotzt den seltsamen Pfiffen und punktet in Unterzahl

Die Hasseler Semih Esen (2.v.r.) und Mesut Özkaya diskutieren mit Schiedsrichter Andreas Grandt.

Die Hasseler Semih Esen (2.v.r.) und Mesut Özkaya diskutieren mit Schiedsrichter Andreas Grandt.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Hassel.  YEG Hassel ist gegen Lennestadt nach einem kuriosen Platzverweis früh zu zehnt, holt in der Westfalenliga aber ein 1:1-Unentschieden.

Ali Durmaz wollte es wissen. Den Trainer des Fußball-Westfalenligisten YEG Hassel quälte ab der 54. Minute des Spiels gegen den FC Lennestadt eine zentrale Frage: Warum hatte sein Schützling Semih Esen im Anschluss an den 1:1-Ausgleich des FCL noch vor Wiederanstoß die Gelb-Rote-Karte gesehen?

Daher ging er nach Abpfiff der Partie, in der es trotz der langen Hasseler Unterzahl beim 1:1 blieb, schnurstracks auf das Schiedsrichtergespann zu. „Der Linienrichter hatte den Schiedsrichter auf Semih aufmerksam gemacht. Daher bin ich zu ihm hingegangen und wollte wissen, was er gesagt haben soll. Darauf bekam ich aber nur die Antwort: ‘Weiß ich nicht’“, erzählte Ali Durmaz hinterher. Zufrieden stimmte ihn die Antwort natürlich nicht. Zumal dies nicht die einzige seltsame Entscheidung an diesem Sonntagnachmittag war.

„Ich hatte mir vorgenommen, dieses Jahr nicht über Schiedsrichter zu reden. Aber sie haben heute das Spiel entschieden“, sagte er. Welche Szenen er damit abgesehen vom Platzverweis gegen Esen meinte?

Ein Spielfilm mit seltsamen Entscheidungen

Beispielsweise die aus der 35. Minute. Seyit Ersoy hatte die Hasseler gerade mit einem an ihn verursachten Foulelfmeter in Führung gebracht (26.), da jagte jener die Kugel erneut ins Netz. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß war er an den schläfrigen Lennestädtern vorbeigesprintet. Schiedsrichter Andreas Grandt entschied aber auf Abseits. „Seyit stand drei Meter nicht im Abseits. Er ist einfach perfekt gestartet, als Lennestadt nicht aufgepasst hat“, klagte Ali Durmaz. Allerdings hatte das Schlusslicht im ersten Durchgang, den es über weite Strecken bestimmte, auch noch einige weitere Gelegenheiten zum 2:0. Semih Esen und Faruk Gülgün scheiterten jedoch jeweils frei vor Gäste-Keeper Kevin Schulte.

Ein weiterer seltsamer Pfiff – oder besser Nicht-Pfiff – folgte dann in Minute 53. Nachdem YEG-Keeper Polat Keser kurz nach Wiederbeginn zwei gefährliche Fernschüsse der Lennestädter bravourös entschärft hatte, währte er auch einen Versuch aus dem Sechzehner heraus ab. Den Nachschuss drückte Marco Holterhoff aus abseitsverdächtiger Position über die Linie. „Das war gleich zweimal Abseits“, so Ali Durmaz. „Erst bei der Situation, die zum Schuss führt, und dann beim Nachsetzen auch.“ Der Höhepunkt folgte jedoch noch, mit dem Platzverweis gegen Semih Esen, der übrigens selbst sagte: „Ich würde gerne mal wissen, was ich gesagt haben soll.“

Hassel hat Chancen für mehrere Spiele

Trotz Unterzahl hielt YEG, das auch noch Joker Tarik Tosun verletzungsbedingt wieder auswechseln musste, den Tabellenvierten jedoch weitgehend vom eigenen Tor fern und setzte selbst Akzente nach vorne. Die größte Chance vergab Mesut Özkaya per Kopf (75.). Letztlich blieb es beim Remis, das für Ali Durmaz aber noch weitere Fragen als die nach der Gelb-Roten-Karte aufwarf: „Wir haben uns Chancen für mehrere Spiele erarbeitet. Einige haben mich deshalb gefragt, warum Lennestadt so weit oben und wir so weit unten sind. Das ist ein gute Frage.“

Tore: 1:0 Seyit Ersoy (26.), 1:1 Marco Holterhoff (53.)

YEG Hassel: Keser - Turhal, Kodaman, Özcan, Özgen - Esen, Durmus - Özkaya, Ersoy, Yamac (62. Tosun, 73. E. Demircan) - Gülgün

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