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Esther Stahl: Spätere Rückkehr nicht ausgeschlossen

Esther Stahl von den Giants plagt sich nach wie vor mit den Folgen ihrer schweren Knieverletzung herum. Foto: Konopka

Esther Stahl von den Giants plagt sich nach wie vor mit den Folgen ihrer schweren Knieverletzung herum. Foto: Konopka

Foto: WAZ FotoPool

Gladbeck.   Esther Stahl, ehemalige Volleyball-Nationalspielerin in Diensten der Giants, möchte in der nächsten Saison ihre Karriere gerne in Gladbeck fortsetzen. Allerdings muss ihr rechtes Knie mitspielen.

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Wenn die Giants die Zweitvertretung des USC Münster empfangen (Samstag, 25. Februar, 19.30 Uhr, Artur-Schirrmacher-Halle), dann wird, wie so oft, auch Esther Stahl vor Ort sein. Und wie so oft wird sie nicht das Trikot des TVG tragen, sondern von der Tribüne aus zuschauen.

Gerade mal zwei Spiele absolvierte die ehemalige Volleyball-Nationalspielerin für die Giants, ehe sie sich schwer am Knie verletzte. In der spielfreien Zeit sprach nun Trainer Waldemar Zaleski mit ihr über die Zukunft. Heraus kamen eine schlechte und eine einigermaßen gute Nachricht: „Ich denke, bis Ende der Saison wird es nichts mehr“, sagt Stahl. Aber: „Ich kann mir vorstellen, auch im nächsten Jahr hier zu spielen. Es hängt davon ab, was das Knie sagt.“

Esther Stahl hört viel auf ihr Knie. Schon früher in ihrer Karriere hatte sie immer mal wieder Probleme mit ihrem rechten Knie. Irgendwann aber waren sie weg. Als sie zu Beginn dieser Saison wieder Schmerzen verspürte, blieben sie. Sie hörte es öfter knacken – Diagnose: Außenmeniskusriss und Knorpelschaden dritten Grades. Zum besseren Verständnis: Vierter Grad bedeutet quasi Knochen auf Knochen.

Als nach Operation und der Zeit auf Krücken in Abstimmung mit den Ärzten die Thrombosespritzen abgesetzt wurden, bekam Stahls Leidensgeschichte beinahe tragische Züge und sie: eine Thrombose. Auch die nun notwendigen Blutverdünner machten Einsätze für die Giants unmöglich.

Inzwischen sieht es wieder besser aus. „Das Knie“, sagt Esther Stahl, „macht Fortschritte.“ Sie absolviert bereits regelmäßig Krafttraining, radelt. Auch beim Giants-Übungseinheiten lässt sie sich blicken, macht ein paar Aufschläge, baggert, wärmt sich auf. „Für Volleyball reicht es aber noch nicht“, so die 31-Jährige. Das betrifft vor allem flexible und essenzielle Bewegungen wie etwa das Springen. Sie spürt ihr Knie noch immer.

DVL-Allstar

Esther Stahl war National- und Bundesligaspielerin, DVL-Allstar. Sie könnte jetzt auch einfach aufhören. Dass sie dennoch in die Halle kommt, sich Spiele anschaut, trainiert, mit der Mannschaft bei Ehrungen erscheint, hat einen Grund: „Weil es mir hier gefällt.“ Sie lobt die Atmosphäre, die engagierten Macher hinter den Kulissen, die bei all den Personalprobleme schnell handelten und einen starken Kader zusammenstellten. „Ich habe das Gefühl, dass viele gerne dabei sind“, sagt die Diagonalspielerin.

Sie gehört offenbar dazu. Deshalb kann sie sich eine weitere Saison in Gladbecker Blau vorstellen, auch, wenn sie vor zu viel Optimismus warnt: „Das Knie hat oberste Priorität. Es ist realistisch, dass es wieder in Ordnung kommt, es kann aber dauern. Aufs Spiel setzen werde ich mein Knie aber nicht.“

Wäre es am Ende eine schlechte Nachricht, wenn Esther Stahl nie wieder das Trikot des TVG tragen könnte? Definitiv. Doch auch ohne noch mal das Spielfeld zu betreten, hätte sie mit dieser Saison, mit ihrem Versuch, zurückzukommen, gezeigt, dass der TV Gladbeck selbst für hochkarätige Spielerinnen wie sie längerfristig interessant sein kann. Und das wäre letztlich irgendwie auch eine gute Nachricht für die Giants.

Zum Spiel

Zum Spiel gegen den USC Münster II: Über den Gegner spricht Waldemar Zaleski, der Trainer der Giants des TV Gladbeck, „voller Achtung“. Denn die Gäste, aktuell Tabellenvierter, haben, so Zaleski, den Spagat zwischen sehr guter individueller Ausbildung der jungen Spielerinnen, zugleich aber auch handfesten positiven Ergebnissen geschafft.

Seine eigene Mannschaft schlägt sich weiterhin mit einigen personellen Problemen herum: Joelle Pospiech und Alexandra Friedrich, zwei der Talente im Aufgebot der Giants, trainierten krankheitsbedingt kaum, werden am Samstagabend aber dennoch im Kader stehen.

Ein größeres Problem sieht Zaleski in der langen spielfreien Zeit zuletzt. Zum Vergleich: Die Münsteranerinnen haben bereits zwei Partien mehr auf dem Konto. „Die Spielpraxis“, mutmaßt daher der Giants-Coach, „könnte ein Vorteil für Münster sein. Wir müssen schauen, was wir umsetzen können.“

Allerdings hätten seine Damen, soweit anwesend, „sehr gut trainiert“. Dass also auch die Giants „guten Volleyball anbieten, ist möglich“, sagt der Trainer.

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