Special Olympics

Fußballer von TSV Hagen Unified suchen noch Partner

Zum Gruppenbild stellen sich die Unified-Kicker (in Rot) mit Andreas Kurz, Meinhard Wirth, Uwe Steinebach, Eva Berwe, Norbert Ulrich und dem TSV-Vorsitzenden Atila Tasli (von links).

Zum Gruppenbild stellen sich die Unified-Kicker (in Rot) mit Andreas Kurz, Meinhard Wirth, Uwe Steinebach, Eva Berwe, Norbert Ulrich und dem TSV-Vorsitzenden Atila Tasli (von links).

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Ein Unified-Team der Basketballer hat der TSV Hagen 1860 schon länger, nun spielen auch Fußballer in der Hoheleye in einer inklusiven Mannschaft.

Im Basketball haben Unified-Teams in Hagen schon Tradition, spielen - demnächst in Abu Dhabi - bei den Weltspielen der „Special Olympics“ mit. Bei den Fußballern steckt das Konzept, dass Menschen mit und ohne geistige Behinderung gemeinsam Sport betreiben, noch in der Anfangsphase. Der TSV Hagen 1860, seit 2011 Heimat der integrativen Korbjäger, hat nun auch Unified-Fußballer aufgenommen. Einmal wöchentlich trainieren sie bereits nachmittags in der Hoheleye. „Manchmal sind wir zu fünft, manchmal aber auch 14“, sagt Trainer Norbert Ullrich. Und Trainerin Eva Berwe versichert: „Wir trainieren richtig, schieben uns nicht nur den Ball hin und her.“

Dem TSV sei Inklusion wichtig, erklärte Andreas Kurz, Sportlicher Leiter des TSV 1860: „Und wir sind froh, jetzt eine parallele Säule zu den Unified-Basketballern zu haben. Beide sehen wir nicht als Anhängsel, sondern als wichtigen Bestandteil des Vereins.“ Ursprünglich hatte sich das Unified-Fußball-Team in Hohenlimburg gegründet, dort gab es aber keine Trainingseinheiten. Zudem liegt für die aus der Caritas-Werkstatt St. Laurentius im Lennetal kommenden „Athleten“ - so werden in Unified-Teams die Menschen mit Behinderung genannt - die Hoheleye deutlich näher. Beim TSV 1860 wurden sie Mitglieder, erhielten eine freitägliche Trainingseinheit - in der Turnhalle oder auf dem Rasenplatz - und wurden mit Trainingsanzügen ausgestattet.

Mit zwei Turnier-Teilnahmen und einem Einlagespiel machten die Unified-Kicker schon auf sich aufmerksam. Da machten kurzfristig hinzugeholte „Partner“ - so werden die Menschen ohne Behinderung bezeichnet - aus den St. Laurentius-Fußballern ein integratives Team. „Wir müssen jetzt Partner finden, die auch fest mittrainieren und sich mit dem Team identifizieren“, hofft Ullrich, der wie seine Trainerkollegin bei der Caritas beschäftigt ist. Auch St.Laurentius-Leiter Meinhard Wirth weiß: „Das Ganze steht und fällt mit Partnern.“ Diese sollen in Unified-Teams als Vorbilder fungieren und das Spiel leiten, es aber nicht an sich reißen.

Korbjäger im normalen Spielbetrieb

Über das erste Hagener Unified-Team freut sich auch Uwe Steinebach. Der gebürtige Boeler, im Kreis Jahrzehnte als Spieler und Trainer aktiv, ist seit fünf Jahren beim Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) Inklusionsbeauftragter und Koordinator für den Handicap-Fußball. Er berät Vereine, die sich inklusiv engagieren wollen - mittlerweile sind es 80 in Westfalen -, organisiert Turniere in vier Altersklassen von U12 bis Ü18 und spezielle Übungsleiter-Ausbildungen. „Der TSV wird großen Zulauf haben, gerade wenn Jüngere dieses Angebot entdecken“, zeigte sich Steinebach, der früher bei den 1860-Altherren kickte, überzeugt.

Gerade dann, wenn - wie aktuell bei zwei Mannschaften in Ostwestfalen in der Kreisliga C - die Hagener Unified-Fußballer irgendwann auch im „normalen“ Spielbetrieb des Verbandes mitspielen sollten. Die Korbjäger der TSV Hagen Unified um Trainer Heinz-Werner Schmunz tun dies in der 2. Basketball-Kreisliga schon länger.

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