Basketball

Kein Team hat mehr Pech als Phoenix Hagen

Enttäuscht müssen die Phoenix-Basketballer, hier Spieler Adam Pechacek, ob der aktuellen Form nicht sein. Allerdings könnten sie gut und gerne auf einem Playoffplatz stehen.

Enttäuscht müssen die Phoenix-Basketballer, hier Spieler Adam Pechacek, ob der aktuellen Form nicht sein. Allerdings könnten sie gut und gerne auf einem Playoffplatz stehen.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen.  Basketball-Zweitligist Phoenix Hagen hat sich bisher unter Wert verkauft. Das zeigt eine einfache statistische Analyse.

Glück und Pech halten sich im Sport langfristig die Waage. Es ist allerdings immer möglich, dass Teams über einen gewissen Zeitraum – etwa über eine Saison – vermehrt Pech oder Glück haben. Ein rudimentärer, aber doch recht aussagekräftiger Ansatz, ist folgender: Gute Teams neigen generell dazu, hoch zu gewinnen und knapp zu verlieren. Offensive Punkte gegen defensive Punkte – eigentlich ganz logisch. Eine Art und Weise, das zu überprüfen, kommt aus der Statistik: die „pythagoreische Siegeserwartung“. Anhand erzielter und kassierter Punkte kann man näherungsweise berechnen, wie viel Siege ein Team „verdient“ hat. Auf Basis dieser Siegeserwartungen könnte man eine „erwartete Tabelle“ bauen.

2,5 Siege zu wenig

Diese Berechnung funktioniert für verschiedene Sportarten, so auch für die Zweite Basketball-Bundesliga, in der Phoenix Hagen morgen um 19 Uhr in der Krollmann-Arena sein Nachholspiel gegen die Uni Baskets Paderborn bestreitet. Die pythagoreische Siegeserwartung – anhand der NBA-Methode – der Feuervögel ist 13,5, zweieinhalb Siege mehr als die tatsächlichen elf. Diese „negative“ Differenz ist die größte der Liga. Sprich, die Hagener haben bisher das meiste Pech gehabt. Das „glücklichste“ Team ist Science City Jena, die auf Platz drei stehen, aber eine negative Punktedifferenz aufweisen. Statt 16 Siegen hätte Jena bloß 11,8 „verdient.“

Aus Phoenix-Sicht spiegelt sich das auch in den Ergebnissen wieder. Das Team von Chefcoach Chris Harris gewinnt seine Partien im Durchschnitt mit 14,3 Punkten Differenz, verliert aber nur mit 9,1. Sechs Partien wurden nur mit drei oder weniger Punkten Unterschied verloren. Das war besonders zu Beginn der Spielzeit der Fall. Bei solch knappen Spielen gibt es meistens keinen großen qualitativen Unterschied, es sind oft nur Nuancen. Glück oder Pech halt. 83:84 gegen Chemnitz, 91:92 gegen Nürnberg oder die 101:103-Pleite nach Verlängerung gegen Jena. Fällt auch nur ein Wurf in diesen Partien anders, und zwar zugunsten der Hagener, sieht die Welt in der Zweiten Bundesliga schon ganz anders aus.

In der erwarteten Tabelle läge Phoenix auf Rang fünf und damit mitten in den Playoffs. Tatsächlich steht momentan aber Platz zehn zu Buche. Natürlich ist das nur schön anzusehen, aber es zeigt, dass Phoenix besser spielt, als es der Tabellenplatz aussagt. Das weiß auch Chris Harris: „Die ,Advanced Stats’ sagen uns auch, dass wir eigentlich ganz gut spielen. Man kann darüber nachdenken, ob das Glück oder Pech ist. Es gibt aber auch andere Faktoren: wir waren nicht in der Lage, in der Hinrunde die engen Spiele zu gewinnen. In der Rückrunde gelingt uns das besser, da gewinnen wir sogar höher.“ Dass die Hagener höher stehen sollten, sei laut Harris „nett, aber wir können uns davon nichts kaufen. Wir können nichts mehr ändern und nur noch nach vorne schauen.“

Unorthodoxe Paderborner

Neun der letzten zwölf Partien konnten die Feuervögel siegreich gestalten, nur ein einziger Sieg war nicht zweistellig. Gegen Paderborn soll morgen möglichst der nächste „Zweier“ erfolgen. Die Uni Baskets stehen einen Rang vor den Hagenern. „Paderborn ist für uns eine weitere Chance, nach oben zu klettern, aber nicht die einzige Chance“, sagt Harris mit gesunder Diplomatie. Das Matchup gegen Paderborn sei spannend: „Paderborn spielt unorthodox, viele kleine Spieler, viele Dreier, viele Emotionen. Wir sind etwas konventioneller. Wir wollen versuchen, unsere Physis auszuspielen und am Brett zu dominieren“, so Chris Harris.

Die Feuervögel müssen morgen auf Jannik Lodders (Sehnenriss im Finger) verzichten. Dieser habe „alles gegeben und trainiert, aber die Wunde hat sich entzündet.“ Der implementierte Draht im Finger wurde bei einem weiteren Eingriff wieder herausgenommen, dieses Wochenende ist deshalb erst einmal Pause angesagt.

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