Special Olympics

Unified-Basketballer aus Hagen sind für World Games gerüstet

Großer Auftritt  am Ischeland: Das Basketball-Team Deutschland für die Special Olympics World Games beim Phoenix-Spiel gegen Tübingen.

Großer Auftritt am Ischeland: Das Basketball-Team Deutschland für die Special Olympics World Games beim Phoenix-Spiel gegen Tübingen.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Der Sieg beim Unified-Turnier am Ischeland war für das aus Hagener und Essenern bestehende „Team Deutschland“ eine gute World Games-Generalprobe.

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Acht Mannschaften spielen Basketball am Ischeland - und am Ende gewinnt zweimal Hagen! Beim 7. Internationalen Unified-Turnier des TSV Hagen 1860 verwehrten die Gastgeber der Konkurrenz den Vortritt. In der Gruppe B setzte sich die Mannschaft des Ausrichters ebenso ungeschlagen durch wie in der Gruppe A das „Team Deutschland“. Für die aus Hagener und Essener Korbjägern bestehende Spielgemeinschaft war es ein guter Test im Vorfeld der Special Olympics World Games im März in Abu Dhabi.

Basketballtrainer Fabian Kahlmeier spricht über das Basketball-Unified-Mannschaft "Team Deutschland"

Fabian Kahlmeier ist einer von zwei Trainern der aus Hagener und Essener Sportlern bestehenden Basketball-Unified-Mannschaft "Team Deutschland", die im März an den Special Olympic World Games in Abu Dhabi teilnimmt.
Basketballtrainer Fabian Kahlmeier spricht über das Basketball-Unified-Mannschaft "Team Deutschland"

„Ihr macht das sehr gut“, lobt Ulrich Reploh, einer von drei Coaches der deutschen Unified-Nationalmannschaft, seine Schützlinge in der Halbzeit der letzten und entscheidenden Partie des Tages. „Aber ihr macht nicht das, was wir besprochen haben. Defense, Blocks und so weiter! Wann sollen wir das üben wenn nicht hier?“

Zum Erfolg im „Endspiel“ gegen die Belgier von Basket Zolder, die ebenfalls unbesiegt ins letzte Turnierduell gehen, reicht es auch ohne Abwehrfinessen. 32:14 heißt es nach zweimal zehn Minuten für die Kombination Hagen/Essen. Bei der Siegerehrung dürfen die Abu-Dhabi-Fahrer als Letzte ihre Medaillen sowie Glückwünsche von Bundesliga-Rekordspieler Bernd Kruel, heute Marketingleiter von Phoenix Hagen, entgegennehmen. „We are the Champions“, schallt es durch die Halle. Wie schon zuvor bei der Gold-Vergabe an das Team TSV Hagen Unified, das sich in der Gruppe B gegen Glückstadt (19:16), Bruckberg II (34:2) und Rastatt (22:9) durchgesetzt hat.

Team Deutschland startete in der Gruppe A mit Siegen gegen die Unified Baskets Essen (23:9) und Bruckberg I (39:6). „Am Anfang waren wir noch nicht so richtig wach und haben nicht den letzten Einsatz gezeigt“, sagt TSV-Trainer Fabian Kahlmeier, der die Abu-Dhabi-Fahrer gemeinsam mit seinem Essener Kollegen Reploh coacht, „aber dann wurde es von Spiel zu Spiel besser.“

Stetige Steigerung

Schon gut genug, um die deutschen Farben beim Weltturnier in den Vereinigten Arabischen Emiraten würdig zu vertreten? „Die Leistungsstärke der Teams anderer Nationen ist schwer einzuschätzen“, weiß Heinz-Werner Schmunz, Headcoach der deutschen Auswahl, aus Erfahrung.

Fest steht für den Gründer des Hagener Unified-Basketball-Projekts, bei dem geistig behinderte „Athleten“ und nicht behinderte „Partner“ gemeinsam auf Korbjagd gehen, dass sich das Nationalteam hervorragend entwickelt. „Man sieht die Verbesserung von Spiel zu Spiel, es ist eine Freude, das mitzuerleben“, bestätigt Ulrich Reploh, „auch wenn die taktischen Vorgaben nicht immer zu 100 Prozent umgesetzt werden.“ In diesem Fall gilt dann auch beim Unified-Basketball: „Wer trifft, hat Recht!“

Nachdem der Turniergewinner im entscheidenden Spiel gegen Zolder letztmalig getroffen hat, heißt es Fertigmachen zur Siegerehrung. Neben Rekordcenter Bernd Kruel sind von Phoenix Hagen auch Maskottchen Felix und Cheerleader dabei, was dem Ganzen durchaus Glanz verleiht. Dass am Abend alle auch noch zum Phoenix-Zweitliga-Spiel eingeladen sind, wo das Team Deutschland den mehr als 2500 Fans vorgestellt wird, ist das Sahnehäubchen - selbst wenn Phoenix gegen Tübingen verliert.

Die Abu-Dhabi-Fahrer hoffen bei den World Games im März auf ein besseres Ende: „Germany, go!“ Das Turnier am Ischeland war ein Schritt in die erhoffte Richtung.

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