Winter-Check

Viele Flitterwochen bringen SC Wengern in die Abstiegszone

Abwechslung in der Vorbereitung: Die Kicker des SC Wengern trainieren mit beim Boxring Fichte Hagen, am Sonntag wird wieder Fußball gespielt.

Abwechslung in der Vorbereitung: Die Kicker des SC Wengern trainieren mit beim Boxring Fichte Hagen, am Sonntag wird wieder Fußball gespielt.

Foto: Michael Kampmann

Wetter.  Enttäuscht über die Vorrunde des SC Wengern ist Trainer Wolfgang Hamann. Er hofft mit weniger Personalsorgen auf mehr Stabilität.

Der zweite Verein aus Wetter, der noch im Abstiegskampf der Fußball-Kreisliga A2 steckt, ist der SC Wengern. Mit einem Punkt mehr als der ebenfalls gefährdete Lokalrivale TuS Esborn starten die Wengeraner in die Rückserie. Und wollen den Ligaerhalt mit verbesserter Personalsituation zügig sichern.

Die Hinrunde

Nach dem Gewinn der Ruhrtalmeisterschaft auf dem Harkortberg, die die Mannschaft mit einem großen und zugleich hochmotivierten Kader gewann, war die Erwartungshaltung im Wengeraner Umfeld entsprechend groß. Warum es im Ligabetrieb bis auf wenige Ausnahmen - dazu zählt der 4:0-Derbysieg auf dem Esborner Böllberg im Oktober sowie der 1:0-Heimsieg gegen das Top-Team des TuS Ennepetal II einen Monat später - zum Teil sogar frustrierend lief, hat viele unterschiedliche Gründe. „Ich habe noch nie erlebt, dass in einer Halbserie gleich vier Spieler meiner Mannschaften heiraten“, sagte SC Trainer Wolfgang Hamann, nachdem auch Neuzugang Adrian Giemsa unter der Haube war. Zuvor hatten schon Tim Malik, Fabian Schroth und Timo Giese ihre Lebenspartnerinnen geheiratet - und entsprechend Flitterwochen verbracht. Verletzungsbedingte Ausfälle und weitere private Verpflichtungen zogen sich ebenso wie ein roter Faden durch die Saison, dazu gab es dann noch die ständigen Wechsel auf der Torwartposition. Für Hamann, der teilweise am Samstag noch gar nicht wusste ob ihm sonntags genügend Spieler zur Verfügung stehen, war die Hinserie gespickt mit Problemen, die dazu führten, dass der SC jetzt mit nur 15 Punkten aus 17 Spielen mitten im Abstiegskampf steckt.

„Wir stehen völlig zu Recht da unten und das ist auch alles sehr enttäuschend für das gesamte Umfeld des Vereins“, sagte Hamann im Rückblick auf die Hinrunde und kritisierte dabei einen Teil des Kaders. „Was sich einige in Bezug auf Trainingsbeteiligung, Einsatz und Leidenschaft erlaubt haben, grenzt schon an Frechheit.“

Die Torwartprobleme

Hamann, der sich nach wie vor wünscht, „dass endlich einmal alle an einem Strang ziehen“, musste auf der Position des Torhüters immer wieder improvisieren. Nachdem Torhüter Robin Keller den Verein nach dem siebten Spieltag verlassen hatte, hüteten Ersatztorwart Alexander Bürger und auch Feldspieler Hendrik Kobinger danach das Wengeraner Tor im Rahmen ihrer Möglichkeiten so gut es ging. „Beide haben ihre Sache ordentlich gemacht“, fand Hamann lobende Worte für die beiden. Jetzt ist er aber froh, dass sich Keller wieder dem Verein angeschlossen hat und zur Rückrunde zur Verfügung steht.

Die Vorbereitung im Winter

Unmittelbar vor dem Start in die Rückrunde blickt Hamann bereits wieder positiv nach vorne und will das Thema Abstiegskampf allen Widrigkeiten zum Trotz optimistisch angehen. „Die Bedingungen und die Trainingsbeteiligung waren nicht immer gut“, berichtet der Trainer. „Frost und Glätte auf dem Brasberg haben uns immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht, aber die Stimmung in der Mannschaft ist dennoch gut.“ Auch wenn man die beiden Testspiele (2:7 in Rüdinghausen und 2:4 in Bommern II) verloren habe. „Das lag aber auch daran, dass wir urlaubs- und verletzungsbedingt nicht alle Spieler dabei hatten. Jetzt freuen wir uns darauf, dass es endlich wieder losgeht“, so Hamann. Eine Abwechslung in der Vorbereitung war eine Trainingseinheit beim Boxring Fichte Hagen. Den Kontakt hatte SC-Spieler Timo Giese hergestellt, dessen Schwager Marc Chwalek Leiter des Boxrings ist.

„Wir wünschen uns gegen Voerde II einen guten Start in die Rückrunde und dann schauen wir mal, wie wir Fahrt aufnehmen können“, sagt Hamann: „Auf alle Fälle müssen wir uns stabilisieren und dürfen nicht so rumeiern wie in der Hinrunde.“ Weiter wollte sich Hamann nicht äußern, außer dass er seine Truppe noch einmal kräftig in die Pflicht nimmt. „Die Jungs müssen den Worten jetzt Taten folgen lassen und das in jedem der kommenden Spiele.“

Prognose

Mit Torwart Robin Keller im Tor wird die Wengeraner Abwehr wesentlich sicherer auftreten und wenn die älteren, erfahrenen Spieler wie Dennis Niggeloh, Timo Giese, Tim Malik und Adrian Giemsa verletzungsfrei durch die Serie kommen, wird der SC die Abstiegszone schnell verlassen und für die eine oder andere positive Überraschung sorgen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben