Leichtathletik

Vor DM-Comeback fehlt Herdeckerin Patricia de Graat Routine

Vorneweg läuft Patricia de Graat bei den NRW-Hallenmeisterschaften über 1500 m. Bei den deutschen Titelkämpfen am Wochenende in Leipzig dürfte das für die Herdeckerin schwieriger werden.

Vorneweg läuft Patricia de Graat bei den NRW-Hallenmeisterschaften über 1500 m. Bei den deutschen Titelkämpfen am Wochenende in Leipzig dürfte das für die Herdeckerin schwieriger werden.

Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Footcorner via www.imago-images.de

Herdecke/Leipzig.  Eineinhalb Jahre nach ihrem letzten Bahnstart gibt Patricia de Graat ihr Comeback bei deutschen Meisterschaften. Das Finale ist ihr Ziel.

Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften sind für Patricia de Graat nun wahrlich kein unbekanntes Terrain. 13 mal startete die junge Herdeckerin schon bei nationalen Titelkämpfen, stand in der Jugend dort stets auf dem Podest. Doch das ist schon eine Weile her, vom Sommer 2018 in Nürnberg datiert ihr letzter DM-Start. Nach langer Verletzungspause hat die 21-jährige Läuferin von der LG Olympia Dortmund nun ihr Comeback gestartet, bei den 67. deutschen Hallenmeisterschaften am Wochenende in Leipzig ist sie dabei. „Ich habe Bock drauf, endlich wieder bei einer DM zu laufen“, sagt sie, gibt aber auch zu: „Die Routine ist weg, vor diesem Wettkampf bin ich sehr nervös. Das muss ich überwinden.“

Viel Zeit zur Akklimatisierung bleibt Patricia de Graat in der sächsischen Metropole nicht. Mit dem Halbfinale über ihre 1500 m starten am Samstag um 13.13 Uhr die 67. deutschen Hallenmeisterschaften in der Arena Leipzig, die sie noch von den Titelkämpfen 2016 kennt. „Deshalb bin ich mental ein bisschen darauf vorbereitet“, hofft die Herdeckerin auf gewohntes Umfeld, für die es ansonsten ein Neubeginn ist. „Fünf Monate habe ich gar nicht trainiert, anderthalb Jahre keine Bahn-Wettkämpfe bestritten“, weiß sie. Die Herdeckerin hatte sich eine Verletzung in der rechten Ferse zugezogen, ihre Plantarsehne - zuständig für die Stabilisierung des Fußlängsgewölbes und das Beugen der Zehen - war angerissen. Zu dieser Verletzung hatte sich dann auch noch eine Entzündung unter dem Fuß entwickelt, nur durch komplette Ruhestellung konnte der Fuß genesen. Erst im letzten Herbst stieg sie wieder ein, beim Trainingslager im italienischen Milano Marittima im Oktober war sie wieder voll belastbar. „Da konnte ich wieder auf Schnelligkeit umschalten, die erzielten Leistungen waren ermutigend“, sagt sie.

Zurück in den Wettkampfmodus fand die 21-Jährige, die nach ihrem Abitur im letzten Jahr am Herdecker Friedrich-Harkort-Gymnasium eine Ausbildung als Industriekauffrau in Essen begonnen hat und nach Dortmund gezogen ist, in der Hallensaison. Bei den Westfalenmeisterschaften in der Dortmunder Körnig-Halle Mitte Januar schaffte sie als Zweite in 2:10,60 Minuten die DM-Norm über 800 m, an gleicher Stelle gelang ihr das eine Woche später als Siegerin bei den NRW-Titelkämpfen in 4:28,49 Minuten über 1500 m.

Beim großen Indoor-Meeting ihrer LG Olympia in Dortmund vor großer Kulisse musste Patricia de Graat dann aber noch Lehrgeld zahlen. Im B-Finale über 800 m begann sie für ihre Verhältnisse zu schnell und musste sich am Ende mit 2:11,19 Minuten begnügen. „Zufrieden war ich da nicht, das Anfangstempo war für mich zu hoch“, sagt sie, „aber ich war lange aus dem Geschehen raus, da fehlte die Wettkampf-Routine. Ich weiß, dass ich mehr drauf habe - und das werde ich in Leipzig zeigen.“

Fuß macht keine Probleme

Das dann aber wohl - davon geht sie vor der konkreten Absprache mit Trainer Pierre Ayadi aus - über die längere 1500-m-Strecke, auf der ihre 4:28,49 die fünftbeste Zeit aller 20 Starterinnen sind. „Mein Ziel ist es, ins Finale zu kommen, es wäre das erste Mal bei den Frauen“, sagt die Herdeckerin, die in ihrem letzten Jahr auch bei den Juniorinnen startet: „Aber das muss ich erstmal schaffen, im Halbfinale wird viel taktiert werden.“ Und wenn es mit dem Finale gegen die nationale Elite klappt? „Mal schauen, was dann geht.“ Zumindest der lange malade Fuß soll sie nicht an einem starken Auftritt hindern. „Aktuell habe ich damit keine Probleme“, sagt sie, „ich arbeite in der Vor- und Nachbereitung des Trainings aber auch viel mehr daran.“ Angesichts der langen Zwangspause ist das nur allzu verständlich.

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