Basketball

Herner TC will den DM-Titel ins Revier holen

Im letzten Spiel ihrer Karriere wird HTC-Kapitänin Emina Karic (weiß) gegen Rebecca Tobin und Co. noch einmal alles geben. Der DM-Titel wäre die verdiente Krönung für eine tolle sportliche Laufbahn der angehenden Lehrerin.

Im letzten Spiel ihrer Karriere wird HTC-Kapitänin Emina Karic (weiß) gegen Rebecca Tobin und Co. noch einmal alles geben. Der DM-Titel wäre die verdiente Krönung für eine tolle sportliche Laufbahn der angehenden Lehrerin.

Foto: Klaus Pollkläsener

Am Samstag um 20 Uhr steht der Deutsche Meister 2019 fest. Die Damen des Herner TC wollen Titelverteidiger Rutronik Stars Keltern entthronen.

Das Datum könnte symbolträchtiger nicht sein. Am 4. Mai, weltweit als inoffizieller „Star-Wars-Tag“ begangen, wird der Kampf gegen die Sterne final entschieden. Nicht in einer weit, weit entfernten Galaxie, sondern ab 18 Uhr in der H2K-Arena. „Herne gegen die Sterne“ heißt es dort an diesem Samstag. Es ist die fünfte und letzte Episode eines modernen Epos mit jungen Basketballerinnen aus aller Welt in den Hauptrollen.

Diesmal steht nicht viel, diesmal steht alles auf dem Spiel. Weiß oder grün, wo werden bittere Tränen fließen, wer wird vor Freude die Halle abreißen wollen? Eine Vorhersage ist unmöglich, das haben die bislang sechs Vergleiche in dieser Saison bewiesen. Beide Teams, der Herner TC und die Rutronik Stars Keltern, haben jeweils dreimal gewonnen. Und auch in der Best-of-five-Endspielserie um die Deutsche Meisterschaft 2019 steht es unentschieden, 2:2. Beide Mannschaften hätten den Titel verdient, aber nur eine kann ihn holen. So ist Sport.

Piotrowski erwartet erneut einen Krimi

Wenn man etwas prognostizieren kann, dann dieses: Es wird eng. Es wird ein Krimi, der die Nerven auf eine arge Probe stellt. So war es in bisher allen Partien, ganz besonders in den Herner Heimspielen. Erst glich der HTC durch ein 55:53 die Auftaktniederlage in Keltern aus, zwei Tage später stürzte er durch ein unglückliches 73:74 ins Tal der Tränen. Damals feierten die Sterne, als sei die Serie damit entschieden. Ein fataler, nein, aus Herner Sicht ein schöner Irrtum, wie sich am 1. Mai gezeigt hat.

Wer meint, er habe schon den Titel gewonnen, hat ihn schon verloren“: So fasst Hernes Headcoach Marek Piotrowski die Erfahrungen der letzten zehn Tage zusammen. Die gleiche Botschaft, etwas anders formuliert, richtet er an sein eigenes Team und ans Herner Publikum: „Klar, wir sind Pokalsieger. Aber in der Serie haben wir noch nichts erreicht. Noch sind wir Vizemeister, aber das waren wir vor dem 1. Mai auch schon.“

Einmal noch stark sein

Auf ein Neues also. Einmal müssen die HTC-Damen noch stark sein, einmal noch alles geben. Oder auch ein bisschen mehr. Sie müssen sich mit heißem Herzen in den Kampf stürzen und dabei kühlen Kopf bewahren. Vor allem gilt es, Ezinne Kalu und Jasmine Thomas, die beiden herausragenden Kelterner Guards, wieder halbwegs an die Kette zu legen und möglichst erneut die Bretter zu dominieren.

Keltern wie zuletzt bei 41 Punkten zu halten, wird kaum möglich sein. Aber wenn die Hernerinnen erneut so aggressiv und leidenschaftlich verteidigen wie beim 55:41 im vierten Spiel der Serie, haben sie viel erreicht. „Offense wins games, defense wins championships“ – vielleicht bewahrheitet sich diese These ja erneut.

Dass die HTC-Damen heiß sind, dass sie auf dieses Finale brennen und vollgepumpt sind mit Adrenalin, steht für Piotrowski außer Frage. Er muss niemanden motivieren, er muss die Balance zwischen Anspannung und Lockerheit finden. Deshalb hat er in den letzten Tagen den Normalmodus eingeschaltet. „Wir haben trainiert wie immer. Wir werden auch Freitagabend und Samstagmorgen noch mal trainieren. Regenerieren können die Damen am Samstag ab 20 Uhr.“ Am besten als Deutscher Meister.

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