Fussball - Oberliga Westfalen

SC Westfalia Herne: mit erneut verjüngtem Team „Gas geben“

Zurzeit in der Pause sind Darius Stawski (li., im Novmeber im Spiel gegen Rot-Weiss Ahlen) – haben aber schon seit dem Ende der Corona-bedingten Auszeit auf dem Trainingsplatz Gas gegeben.

Zurzeit in der Pause sind Darius Stawski (li., im Novmeber im Spiel gegen Rot-Weiss Ahlen) – haben aber schon seit dem Ende der Corona-bedingten Auszeit auf dem Trainingsplatz Gas gegeben.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Herne.  Westfalia Herne bietet eine erneut verjüngte Mannschaft auf. Und will wie in Phasen der vergangenen zwei Spielzeiten Top-Team-Qualitäten zeigen.

Ja, das muss ja auch mal sein. Bis zum 11. Juli sind die Oberliga-Fußballer des SC Westfalia Herne jetzt erst mal in einer Pause.

Christian Knappmann ist im sechsten Jahr Trainer der Westfalia, und er hat in dieser Zeit erfahren: „Es gibt Spieler, die irgendwann mal eine Pause benötigen, damit sie wieder Bock auf Fußball haben.“

Beim Trainer selbst ist das freilich etwas anders.

„Ich hab’ schlechte Laune, wenn ich keinen Ball sehe“

„Ich hab’ schlechte Laune, wenn ich keinen Ball sehe“, sagt Knappmann – aber so schlimm hört es sich an diesem Dienstag Ende Juni gar nicht an, vielmehr entspannt.

Denn die Westfalia ist durch mit ihren Personalien. Zwei Fragezeichen stehen noch, hinter denen demnächst noch eine Antwort zu erwarten ist. Sie betreffen Kai Hatano (war im Winter aus Herne zum SV Straelen gewechselt, eine Rückkehr ist ein Thema) und Taner Yalcin (zuletzt Sivas Belediye/3. türkische Liga).

Personalien Yalcin und Hatano sind noch offen

Der frühere Profi des 1. FC Köln wird wohl noch bis zum 31. August, dem Deadline Day der Profis, warten, welche sportlichen Perspektiven sich ihm noch bieten.

Bei Kai Hatano steht noch ein Probetraining bei einem japanischen Zweitligisten aus.

Aber darüber hinaus, so Knappmann, werde die Westfalia nicht mehr nach weiteren neuen Spielern suchen.

Dacain Baraza soll bei Offensivstandards auch für Gefahr in der Offensive sorgen

Zuletzt ist Dacain Baraza gekommen, vom SC Paderborn 07 U21 II. Der 20-jährige, zwei Meter große Innenverteidiger, sei ein Spieler, der der Westfalia nicht nur in der Defensive mehr Stabilität verleihen könne: „Er wird uns auch bei Offensivstandards helfen“, so Knappmann.

Insgesamt erhofft sich der Trainer für die neue Saison: „Mein Wunsch ist es, dass uns die Spieler mehr Flexibilität ermöglichen“ – also auch den Ball fix durchs Zentrum nach vorne zu tragen, wenn die Defensive hinten sicher steht. Der lange Ball ist zwar nicht ausgeschlossen, aber: „Es geht ja nicht darum, immer nur die eine Idee durchzudrücken“, so Knappmann.

Jan Fauseweh als klare Nummer eins im Herner Tor

Fürs Tor gibt es eine klare Nummer eins, wie es bisher Ricardo Seifried (geht zum Westfalenliga-Aufsteiger TuS Bövinghausen) gewesen ist.

„Auf dieser Position entscheidet sich alles durch die Qualität“, sagt der Westfalia-Trainer. Und da hat Jan Fauseweh, vom U19-Bundesligisten DSC Arminia Bielefeld gekommen, klar die Nase vorn im Torhüter-Quartett der kommenden Saison: „Jan ist gesetzt.“

Ruhigeres Arbeiten als in den vergangenen Jahren

Das Funktionsteam rund um die Mannschaft ist größer geworden, mit Robert Mainka ist ein spielender Co-Trainer dazu gekommen. Das Team rund um die Teams (also der kommissarische Vorstand um Ingo Brüggemann) ist auch gewachsen.

Christian Knappmann bestätigt, dass er viel ruhiger arbeiten kann zu einer Jahreszeit, in der er sonst noch mal auf die Schnelle mit dem damaligen Sportlichen Leiter Tim Eibold nach Duisburg zur Passstelle fahren musste, noch den letzten Stempel setzen lassen.

„Noch einen draufgesetzt in Punkto Verjüngung“

Könnte man die nächste Saison für eine Nagelprobe (oder, wer’s mag: den Lakmustest) für die Knappmann’sche Linie halten – mit jungen Spielern zu arbeiten, die Ambitionen und Perspektiven Richtung höherklassigen Fußball haben?

Hernes Trainer sagt: „Ja, das ist schon so. Wir haben ja mit unseren Neuzugängen noch einen draufgesetzt in Punkto Verjüngung.“

Knappmann, sonst ein ausgewiesener Freund von Zahlen und Statistik, hat den Altersdurchschnitt seiner Mannschaft noch nicht exakt ausgerechnet, aber so um die 20, 21 Jahre sollte er liegen, sagt er.

In Phasen als Top-Oberligamannschaft aufgetreten

Was das Maximum in der kommenden Saison sein könnte? Christian Knappmann erinnert an die Rückrunde der vorletzten Saison und an die Wochen der vergangenen Spielzeit, bevor es abseits des Platzes richtig turbulent wurde, „als wir stabil gepunktet haben. Wir haben in diesen Phasen gezeigt, dass wir eine Top-Oberligamannschaft sein können.“

Dafür haben die Herner, seit dem Ende der Zwangspause wegen Corona, auf dem Platz schon „gut Gas gegeben“, sagt Christian Knappmann. In zehn Tagen können sie das wieder – mit Bock auf Fußball.

Mehr Bilder und Artikel aus dem Herner und Wanne-Eickeler Sport gibt es hier