Basketball

Eine feste Größe unter den Körben

Alexander Möller setzt sich in dieser Szene im Spiel gegen Stahnsdorf unter dem Korb durch.

Alexander Möller setzt sich in dieser Szene im Spiel gegen Stahnsdorf unter dem Korb durch.

Foto: Max Winkler

Iserlohn  Neuzugang Alexander Möller räumt bei den Kangaroos in zentraler Position auf.

Unter den besten Korbjägern der Nordstaffel der 2. Basketball-Bundesliga ProB ist er auf Rang 15 zu finden, teamintern bei den Iserlohn Kangaroos ist er die Nummer drei. 14,5 Zähler markiert er pro Partie und greift dazu noch im Schnitt 7,5 Rebounds ab. Damit gehört Alexander Möller zu den Top-Centern der Mannschaft aus der Waldstadt.

Mit 2,08 Metern und 108 Kilogramm verfügt der 22-Jährige über ideale Voraussetzungen für den Job unter den Körben. „Ich war immer schon ein wenig größer als meine Altersgenossen“, erinnert sich der gebürtige Xantener. Mit acht, neun Jahren hat er den Basketball als Sportart für sich entdeckt. Bei den Xanten Romans fand er nach einigen Versuchen in anderen sportlichen Bereichen ein Betätigungsfeld, das ihm Spaß macht – und er blieb konsequent dabei.

2011 wechselte er nach Rhöndorf ans Basketball-Internat Schloss Hagerhof. Später folgten Regionalliga-Einsätze in Rhöndorf und bei den Telekom Baskets Bonn II. Aber auch die „Erste“ des magentafarbenen Teams zeigte Interesse. Alexander Möller trainierte mit und bekam auch einige Einsätze in der höchsten Spielklasse. „Irgendwie hat es aber nicht so richtig geklappt“, schätzt er die Situation rückblickend ein.

Schließlich folgte zur Saison 2019/20 der Wechsel nach Düsseldorf in die ProB. Dort konnte er durchaus überzeugen, doch letztlich passte es auch aufgrund eines Trainerwechsels nicht hundertprozentig, so dass im Sommer 2020 über seinen Agenten der Kontakt zu den Kangaroos entstand. „Ich will natürlich ein Leistungsträger sein, und in Iserlohn passt das viel besser“ sagt Alexander Möller, der in der Waldstadt in einer Wohngemeinschaft mit Moritz Schneider und Benjamin Dizdar lebt.

Als wesentliche Gründe für seine guten statistischen Werte nennt er Pointguard Toni Prostran und den Spielstil der Iserlohner. „Aber letztlich hängt alles vom Trainer ab“, nennt er seine Erfahrungen. Nach dem holprigen Erfolg vom Wochenende hofft er, dass die Mannschaft nun endlich die Kurve gekriegt hat. „Wenn man so ein Spiel trotz der bekannten Defizite gewinnt, dann gibt das schon einen Schub“, ist er überzeugt. Für ihn und seinen Teamkollegen Faton Jetullahi (beide spielten in der letzten Saison in Düsseldorf) wäre das ganz besonders schön, geht es doch am Samstag in die Landeshauptstadt zum Ex-Klub.

„Ich bin froh, dass ich im Augenblick Basketball spielen darf, sonst käme man ja überhaupt nicht mehr raus“, will sich Alexander Möller nicht über die Tatsache beschweren, dass die Spiele derzeit ohne Publikum stattfinden. Ohnehin sei er beim Basketball sehr auf das Feld fokussiert und bekomme Einflüsse aus dem Umfeld nicht so mit. „Ich ziehe meine Kraft nicht so sehr aus der Reaktion des Publikums“, stellt er fest.

Grundsätzlich ist er davon überzeugt, dass die Kangaroos einen Platz im Play-off-Feld erreichen. Umso wichtiger wäre es, als Mannschaft endlich zur Stabilität zu finden. Er hat sie für sich gefunden, gehört er doch zu den Leistungsträgern des Teams. „Die Bundesliga muss ich in meinem Alter wohl abhaken“, glaubt Möller, „aber in die ProA würde ich es schon noch gerne schaffen.“ Deshalb ist Basketball bei ihm derzeit die Nummer eins.

„Ich möchte so lange spielen wie es mit Studium und Beruf vereinbar ist“, sagt Möller, der nebenbei noch ein Architektur-Studium absolviert. „Bei diesem Studiengang bekommt man zu Beginn eines Semesters eine Aufgabe, die nicht ständige Präsenz an der Hochschule erfordert. Zudem sei coronabedingt derzeit ohnehin alles auf Online-Modus umgestellt. Eingeschrieben ist Alexander Möller an der Alanus-Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn.

„Da ich schon immer ein Faible für Zahlen hatte, war es zunächst die Ingenieursschiene, die mich interessiert hatte. Schließlich ist es Architektur geworden“, gewährt Alexander Möller Einblicke. Zahlen spielen allerdings auch beim Basketball eine große Rolle, und die Resultate, die er in den ersten zwölf Spielen der Saison abgeliefert hat, sind beachtlich. Sollte ihm und seinen Teamkollegen dies auch am Samstag in Düsseldorf gelingen, dann sollte ein Überraschungserfolg in der Landeshauptstadt möglich sein.

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