Eishockey

Zittersieg nach Powerplay-Party für die Iserlohn Roosters

Alex Grenier und Joe Whitney stellten die Kölner Verteidigung vor oft unlösbare Aufgaben.

Alex Grenier und Joe Whitney stellten die Kölner Verteidigung vor oft unlösbare Aufgaben.

Foto: Max Winkler

Iserlohn  Die Iserlohn Roosters und die Kölner Haie haben sich das nächste packende Derby geliefert. Nach dem 6:5 ist Iserlohn zunächst Erster.

Bislang haben die Iserlohn Roosters für beste Unterhaltung, oft auch für Begeisterung gesorgt, aber allmählich werden sie unheimlich: Mit 5:1 führten sie zwischenzeitlich im zweiten Drittel gegen die Kölner Haie und gerieten dabei zunächst sogar in Rückstand. Doch offenbar haben die Duelle dieser beiden Rivalen ihre eigenen Gesetze. Denn gezittert werden musste, wie schon am Montag, bis zum Schluss.

Iserlohn Roosters – Kölner Haie 6:5 (2:1, 3:1, 1:3).

Zunächst schienen die Haie die Aggressivität, mit der sie den Roosters am Montag die sicher geglaubten drei Punkte noch entrissen, beizubehalten. Gefahr entwickelten sie trotz ihres druckvollen Spiels aber zu nächst nicht. Ganz anders die Roosters: Hätte Alex Grenier seinen Schläger etwas weiter in Richtung Kölner Gehäuse gehalten, wäre die Scheibe durch das harte Zuspiel von Casey Bailey wohl bis hinter die Linie abgeprallt. Rund 80 Sekunden waren bis dahin gespielt. Doch Andy Jenike geriet dann doch zunehmend unter Druck. Erst scheiterte mit Michael Zalewski einer von Kölns Neuen am Roosters-Goalie, aber dann schlug James Sheppard zu (7.), als er einen Rückpass von Marcel Müller umgehend aufs Tor brachte. Marcel Barinka hatte in der Folge zweimal das 2:0 auf dem Schläger.

Erst das erste Überzahlspiel sorgte für Entlastung auf Iserlohner Seite. Lange agierten die Roosters aber etwas statisch, schoben sich die Scheibe zu, ohne sich selbst großartig zu bewegen. Doch sieben Sekunden bevor sich Köln wieder vervollständigen durfte, war Brent Aubin zur Stelle, als er eine von ihm selbst eingeleitete Passstafette mit Alex Grenier abschloss. Weil Marcel Müller kurz darauf seinen Handschuh verlor, musste er ebenfalls auf die Strafbank. Diesmal dauerte es nur 1:06, bis die Roosters ihre neue Freude am Powerplay erneut ausleben durften. Casey Bailey traf nach Zuspiel von Grenier. Die nächste Kölner Fahrkarte auf die Strafbank löste John Matsumoto. Und weil sich kurz darauf Pascal Zerressen wegen Haltens dazu gesellte, hieß es drittelübergreifend Fünf gegen Drei.

An so einem Abend war es logisch, dass das nicht ohne Folgen blieb. Aubin traf auf Zuspiel von Bailey zum 3:1. Doch damit nicht genug: Zu Beginn der 26. Minute musste Marcel Müller erneut raus, und diesmal wollten die Haie mit allen Mitteln einen erneuten Einschlag verhindern. Ausgesprochen offensiv gingen sie bei ihrem Unterzahlspiel zu Werke – genutzt hat es nichts: Bobby Raymond stand etwa einen Meter in der Angriffszone, nahm sich ein Herz, zog ab und jubelte – 4:1. Auffällig war, dass bis dahin noch kein Iserlohner eine Strafe kassierte. Auch die Kölner rissen sich nun am Riemen, was sie aber nicht vor dem 5:1 bewahrte: Brody Sutter verwertete eine perfekte Hereingabe von Taro Jentzsch und beendete damit den Arbeitstag von Kölns Schlussmann Justin Pogge. Für ihn stellte sich Hannibal Weitzmann zwischen die Pfosten.

Kaum auszudenken welche Stimmung in der Halle bei sicherlich ausverkauftem Haus zu diesem Zeitpunkt geherrscht hätte. Jedenfalls wäre sie auf dem Siedepunkt gewesen. Denn nun fanden sich die Roosters zunehmend in Unterzahl wieder. Und Anschauungsunterricht, wie man erfolgreiches Powerplay spielt, hatten sie den Kölnern ja reichlich geboten. So traf Shepperd, als Marko Friedrich draußen saß (40.), und Jason Akeson (41.) machte es nochmal spannend, während Raymond von der Strafbank aus zuschaute. Die Folge war das 5:3, und das zu Beginn des Schlussdrittels. Whitney sorgte zwar dreieinhalb Minuten später wieder mit seinem 6:3 für Entspannung, doch Alexander Oblinger traf nach erfolgreichem Bully aus kurzer Distanz zum 6:4. Der Torschütze machte seinem Ruf als Heißsporn auch am Mittwoch wieder alle Ehre, als er Andy Jenike einfach umstieß und damit einen kleinen Tumult unter den Spielern auslöste.

Knapp zehn Minuten waren noch zu spielen, als Shepperd zum dritten Mal traf und damit den Anschluss herstellte. Es wurden quälend lange Minuten, in denen ständig ein Tor in der Luft lag. In den letzten zwei Spielminuten trieben die Roosters die Spannung auf die Spitze. Obwohl Kölns Edwards nach 58:02 Minuten auf die Strafbank musste, gerieten die Gastgeber wegen fahrlässiger Fehler nochmal mächtig unter Druck. Die Kölner warfen alles nach vorne, spielten ohne Torwart, schockten Iserlohn aber nicht noch einmal.

Iserlohn: Jenike – Johnston, Buschmann; Ankert, Raymond; Riefers, Orendorz; Samanski – Jentsch, Sutter, Aubin; Bailey, Grenier, Whitney; Fleischer, Raedeke, Friedrich; Proske, Weidner, Lautenschlager.

Köln: Pogge (ab 29:08 Weitzmann) – D. Tiffels, Mo. Müller; Sennhenn, Zerressen; Edwards, Ugbekile; Gagné – Akeson, Matsumoto, Barinka; Ma. Müller, Sheppard, F. Tiffels; Oblinger, Sill, Dumont, Köhler, Zalewski, Chrobot.

Tore: 0:1 (6:44) Shepperd (Ma. Müller, F. Tiffels), 1:1 (14:34) Aubin (Grenier, Whitney/5-4), 2:1 (17:06) Bailey (Grenier, Johnston/5-4), 3:1 (21:07) Aubin (Whitney, Bailey/5-3), 4:1 (27:47) Raymond (Friedrich, Raedeke), 5:1 (29:08) Sutter (Jentzsch, Johnston), 5:2 (39:43) Shepperd (Akeson, Matsumoto/5-4), 5:3 (40:46) Akeson (Edwards, Matsumoto/5-4), 6:3 (44:13) Whitney (Bailey, Grenier), 6:4 (47:12) Oblinger (Dumont), 6:5 (50:29) Shepperd (Gagné, Ma. Müller). – Strafminuten: 6 – 14.

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