Fußball

2:1 nach 0:1: 1. FC Kleve lässt es in der Kabine krachen

Pascal Hühner (r.) leitete mit seinem Ausgleichstor die Wende gegen Germania Ratingen ein. Am Ende gewann der 1. FC Kleve nach einem 0:1-Rückstand zur Pause noch mit 2:1.

Pascal Hühner (r.) leitete mit seinem Ausgleichstor die Wende gegen Germania Ratingen ein. Am Ende gewann der 1. FC Kleve nach einem 0:1-Rückstand zur Pause noch mit 2:1.

Foto: Markus van Offern (mvo)

Kleve.  Fußball-Oberligist 1. FC Kleve dreht die Partie gegen Germania Ratingen nach Pausenrückstand. Hühner und Hammoud treffen beim 2:1-Heimsieg.

Es waren bemerkenswerte Bilder, die der Fußball-Oberligist 1. FC Kleve wenige Minuten nach dem Schlusspfiff der Begegnung bei Germania Ratingen 04/19 produzierte. Die Rot-Blauen hatten sich am Mittwochabend nach zwischenzeitlichem Rückstand mit 2:1 (0:1) durchgesetzt.

Und Umut Akpinar ließ sich von der Euphorie tragen. Durch die Glasscheiben der Umkleidekabine war zu sehen, wie sich der FC-Trainer auf einen Stuhl stellte, um Fotos und Videos seiner vor Freude ekstatisch grölenden Kicker zu machen – die Klever Kabine als Festung der Freude.

Lob von Trainer Akpinar

„Die Jungs haben es ab der ersten Minute richtig gut gemacht, die Zweikämpfe zu jeder Zeit angenommen und ihr Spiel durchgezogen“, sagte Akpinar. Der 42-Jährige hatte im Vergleich zur Partie am Sonntag gegen den VfB Hilden gleich auf mehreren Positionen umgestellt. Für den verletzten Sebastian van Brakel lief Leslie Rume in der Innenverteidigung auf, im defensiven Mittelfeld spielte Luca Plum für Tim Haal. Zudem ersetzte Ali Hassan Hammoud im Sturmzentrum Levon Kürkciyan.

Der 1. FC Kleve war zu jedem Zeitpunkt der Begegnung die bessere Mannschaft. Ratingen 04/19 positionierte sich schon mit dem Anpfiff bemerkenswert defensiv und überließ dem Gegner Ball und Raum. „Es ist uns von Anfang an gelungen, Ratingen nicht ins Spiel kommen zu lassen“, sagte Akpinar. Aussichtsreiche Torchancen kreierten die Klever aus dem Ballbesitz zunächst aber noch nicht.

Kapitaler Fehler der Hintermannschaft

Ein kapitaler Fehler der Hintermannschaft war es dann, der nach 23 Minuten die überraschende Führung der Ratinger einleitete. Leslie Rume spielte den Ball auf Ahmet Taner zurück. Der Ball kullerte in Richtung des Schlussmanns, der diesem nur im Müßiggang entgegenlief. Doch die Rot-Blauen hatten die Rechnung ohne Germania-Angreifer Moses Lamidi gemacht. Der 32-jährige Nigerianer, der bei Borussia Mönchengladbach bereits in der Bundesliga zum Einsatz kam, spitzelte den Ball an Ahmet Taner vorbei und schob zum 1:0 ein. „In solchen Szenen sah man, welche individuelle Qualität Ratingen hat. Das Tor haben wir uns aber selbst zuzuschreiben“, sagte Akpinar.

Sein Team wirkte in den Minuten danach angeschlagen. So hätte Ratingens Emre Demircan (27.) die Führung ausbauen können, sein Schuss flog wenige Zentimeter übers Tor.

15 Punkte vor der Abstiegszone

Nach dem Wechsel agierten die Klever sogar noch offensiver. Ein gewichtiger Grund dafür: Abseits der individuellen Klasse von Angreifer Moses Lamidi fiel dem Gastgeber offensiv nicht viel ein. FC-Spielführer Fabio Forster gab die Marschroute vor: „Bringt mehr Emotionen rein, Jungs.“ Gesagt, getan: Nach 55 Minuten hatte Pascal Hühner den Ausgleich auf dem Fuß. Er vergab jedoch frei vor Germania-Torwart Dennis Raschka. Besser machte es Hühner wenig später. Der Mittelfeldspieler schloss von der Strafraumkante unhaltbar zum 1:1 (66.) ab. „Wir haben die Partie dann noch mehr in die Hälfte von Ratingen verlagert“, sagte Akpinar.

Ali Hassan Hammoud (73.) war es, der diese Dominanz in Zählbares umwandelte. Nach einer Ecke von Niklas Klein-Wiele stand der Libanese sträflich frei und erzielte aus wenigen Metern seinen zweiten Saisontreffer. In der Folge vergaben die Klever weitere hochkarätige Gelegenheiten. „Wir hätten mindestens noch das 3:1, wenn nicht sogar das 4:1 machen müssen“, sagte Akpinar. Durch den Sieg steht der 1. FC nun mit komfortablen 15 Punkten Vorsprung vor einem Abstiegsplatz auf Rang elf.

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