Fußball

Einsame Wochen der Selbstdisziplin auch beim 1. FC Kleve

Mittelfeldspieler Mike Terfloth hält sich dieser Tage im Waldgebiet „Leucht“ in Alpen fit. Die entsprechenden Trainingspläne erhält er von seinem Trainer Umut Akpinar.

Mittelfeldspieler Mike Terfloth hält sich dieser Tage im Waldgebiet „Leucht“ in Alpen fit. Die entsprechenden Trainingspläne erhält er von seinem Trainer Umut Akpinar.

Foto: privat

Kleve.  Wie halten sich die Kicker des 1. FC Kleve in der Zwangspause fit? Die Redaktion hat bei den Akteuren der Oberliga-Mannschaft nachgefragt.

Weitestgehend ruht das öffentliche Leben in der Bundesrepublik. So auch der Fußball. Jener Sport, der so zuverlässig am großen Rad der deutschen Unterhaltungsindustrie dreht wie sonst nur der sonntägliche Tatort. Auch beim 1. FC Kleve rollt seit einer Woche kein Fußball mehr. Und dennoch müssen die Kicker der Oberliga-Mannschaft des Fusionsklubs ackern. Gleich nach Ausrufung des Aus für den Spielbetrieb schmiedete Trainer Umut Akpinar Trainingspläne. Er sagte: „Die Mannschaft war von der Fitness her in einem sehr guten Zustand. Wenn die Spieler sich an die Pläne halten, werden sie in puncto Kondition nicht allzu viel verlieren.“

Fitness ist die Stärke

Wir haben uns nun bei den Spielern umgehört. So viel vorneweg: Bisher scheinen die Klever Akteure motiviert, das Fitness-Level hochzuhalten. Ohnehin gilt das ja als eines ihrer großen Trümpfe. Von den Vorbereitungen in der Sommer- und Winterpause zehrt die Mannschaft über die gesamte Dauer der Spielzeit hinweg. Immer wieder gelingt es den Rot-Blauen, Liga-Begegnungen auch in den letzten Minuten zu drehen und zu entscheiden. Abschreiben kann man die Mannschaft von Umut Akpinar praktisch nie.

Einer derer, die als besonders fleißig gelten, ist Mike Terfloth. „In der Pause müssen wir uns alle individuell fit halten. Umut hat diese Woche an jeden sehr detaillierte Pläne für unsere Einheiten geschickt“, sagt der 26-jährige Mittelfeldspieler. So joggt Terfloth dieser Tage im Waldgebiet „Die Leucht“ in Alpen.

Zwar sei es ihm zu Folge schwieriger, sich selbst zu motivieren, wenn man nicht in der Gruppe arbeitet.„Bisher klappt es insgesamt aber gut. Die Art des Trainings fühlt sich ein bisschen wie in der Vorbereitung an. Es geht ja voraussichtlich auch noch im Pokal und der Meisterschaft um was“, sagt Terfloth weiter. Ob und wie es im Meisterschaftsbetrieb und im Niederrheinpokal weiter geht, ist aktuell noch offen.

Dabei sah es bis zur Corona-Krise gut für den 1. FC Kleve aus. In der Liga befindet sich die Mannschaft um Spielführer Fabio Forster auf Tabellenplatz elf. Im Pokalhalbfinale geht es gegen den Oberliga-Konkurrenten 1. FC Bocholt. Doch Terfloth sagt auch: „Das Training kann natürlich nur aus dem Laufen und den Stabilisierungsübungen bestehen, damit niemand Gefahr läuft, sich anzustecken.“

Trainingsprogramm vom Coach

Linksverteidiger Sezai Kezer erklärt unserer Redaktion: „Es ist langweilig ohne Fußball, ohne das normale Leben.“ Da helfe der Plan von Akpinar sehr gut – auch zur Ablenkung.

Nedzad Dragovic gibt sich zuversichtlich für die kommenden Wochen. „Wir kriegen von Umut für den jeweiligen Tag ein Trainingsprogramm, das wir dann abspulen müssen. Das ersetzt kein Mannschaftstraining, aber irgendwie müssen wir uns ja fit halten, um nicht zu viele Körner zu verlieren“, sagt der Abwehr-Chef des Oberligisten.

Angreifer Niklas Klein-Wiele zu Folge würden die Trainingspläne von Akpinar alles umfassen, was man benötige, um körperlich in guter Verfassung zu bleiben. Darunter etwa Steigerungs- und Ausdauerläufe, Sprints sowie Stabilitäts- und Kraftübungen. „Diese sind durch verschiedene zeitliche Vorgaben noch einmal differenziert und eingegrenzt worden“, sagt Klein-Wiele.

Noch einen Schritt weiter geht gar Sebastian Santana. Neben dem auferlegten Fitness-Programm folgt er gar noch Internet-Anleitungen zum Sporttreiben.

Schneider und Plum verlängern

Wann es für die Oberliga-Kicker wieder im regulären Spielbetrieb weiter geht, ist offen. Es gilt allerdings als unwahrscheinlich, dass es schon am 19. April wieder losgeht. Zudem könnte es zu einem Problem werden, dass die meisten Spieler als Vertragsamateure angestellt sind. Deren Verträge würden zum 30. Juni auslaufen. Für zwei weitere Klever Spieler gilt das nicht: Kai Robin Schneider und Luca Plum, der zuletzt auch mit dem TuS Fichte Lintfort in Verbindung gebracht wurde, haben ihre Verträge um ein weiteres Jahr ausgedehnt.

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