Fußball

Klimczoks Rückkehr zum Bresserberg – Akpinar verlängert

Früher trug Marek Klimczok das Trikot des 1. FC Kleve, heute spielt er für den SV Schermbeck.

Früher trug Marek Klimczok das Trikot des 1. FC Kleve, heute spielt er für den SV Schermbeck.

Foto: Thorsten Tillmann / FFS

Kleve.  Der 40-Jährige bestreitet mit dem SV Schermbeck am Sonntag einen Test beim 1. FC Kleve, wo der Coach zwei weitere Spielzeiten arbeiten wird.

Wird Marek Klimczok auf seine Zeit beim 1. FC Kleve angesprochen, gerät der Fußballer ins Schwärmen. „Ich hatte eine tolle Zeit in Kleve, an die erinnere ich mich immer gerne. Damals haben wir in der Regionalliga und der NRW-Liga richtig geile Spiele erlebt“, sagt der Pole. Von 2008 bis 2011 stand er zweieinhalb Jahre lang beim Bresserberg-Klub unter Vertrag.

Am Sonntag, 15 Uhr, kehrt er mit seinem aktuellen Verein, dem Oberligisten SV Schermbeck, für ein Testspiel an seine alte Wirkungsstätte zurück. „Ich werde bestimmt auf eine Menge bekannter Gesichter treffen“, sagt Klimczok. Doch selbst mitkicken kann der Familienvater nicht. Seit einigen Tagen wird er von einer Zerrung in der Wade ausgebremst. „Aber dann komme ich eben zum Quatschen vorbei“, sagt Klimczok.

Enge Freundschaft

Ein Gesprächspartner steht schon jetzt fest: Umut Akpinar, Trainer des 1. FC Kleve. Zu ihm pflegt Klim­czok seit der gemeinsamen Zeit im rot-blauen Trikot eine enge Freundschaft. „Umut ist ein richtig guter Typ. In Trainingslagern haben wir immer das Zimmer geteilt. Das war eine gute Zeit“, sagt Klimczok, der für den 1. FC Kleve als Linksaußen 49 Partien in der NRW-Liga und 32 Begegnungen in der Regionalliga bestritten hat – das Gros an der Seite von Spielführer Umut Akpinar.

„Marek ist einfach ein positiv verrückter Typ. Wir treffen uns häufig mit unseren Frauen, die Freundschaft hat gehalten“, sagt Übungsleiter Umut Akpinar, der die sportlichen Qualitäten seines früheren Kollegen schätzt. Schließlich gelinge es Klimczok auch mit 40 Jahren noch, höchsten Oberliga-Ansprüchen zu genügen. „Das muss man erstmal schaffen“, so Akpinar.

Die sportlichen Wege von Akpinar und Klimczok trennten sich Anfang 2011 jäh. Der 1. FC Kleve hatte jahrelang über seine Verhältnisse gelebt. Der Verein war unfähig, den Zuschuss für den Stadionbau an die Stadt zurückzuzahlen, der Steuerbescheid gab den Rot-Blauen den Rest. Die Insolvenz war unausweichlich. „Meine Zeit beim 1. FC Kleve hat ein bitteres Ende genommen. Irgendwann wurde es unruhig im Verein, es ging wohl um Steuerbetrug“, sagt Klimczok.

Sparkurs in Schermbeck

Der Fusionsklub erlebte eine Zäsur: Nachdem die NRW-Liga-Mannschaft vom Spielbetrieb abgemeldet worden war, mussten die Rot-Blauen die Mission Wiederaufbau in der Landesliga beginnen. Akpinar blieb an Bord, Publikumsliebling Klimczok zog es gen Schermbeck. „Ich war damals schon Familienvater und musste an die Zukunft denken“, sagt er.

Beim SV Schermbeck fand er eine neue sportliche Heimat – und ist dem Klub bis heute treu geblieben. „Ich habe mich von Anfang an in Schermbeck sehr wohl gefühlt. Der Verein wird familiär geführt, gleichzeitig ist man sportlich ambitioniert“, sagt Klimczok.

Aktuell scheint es beim SV Schermbeck freilich nicht allzu harmonisch zuzugehen. Der Tabellensechste der Oberliga Westfalen will einen Sparkurs fahren und hat daher seinem Trainer Thomas Falkowski mitgeteilt, nicht über das Saisonende hinaus mit ihm zusammenarbeiten zu wollen.

Noch ein weiteres Jahr

Auch soll der Kader des SV Schermbeck verjüngt werden. Der 40-jährige Klimczok aber sieht’s gelassen. Er geht davon aus, dass er auch in der nächsten Spielzeit für den SVS auflaufen wird. „Wir sind in guten Gesprächen. Es sieht so aus, als würde ich noch ein Jahr dranhängen. So lange die Knochen halten, bleibe ich dabei.“

Die Weichen für die Zukunft hat auch Umut Akpinar gestellt. Am Mittwochabend unterschrieb der Deutsch-Türke für zwei weitere Spielzeiten als Trainer beim 1. FC Kleve. „In der Zusammenarbeit passt einfach alles. Wir wollen hier langfristig etwas aufbauen und den Verein weiterentwickeln“, sagt Akpinar.

Der 42-Jährige führte den 1. FC in seinem ersten Jahr als Trainer in die Oberliga, dort ist die Mannschaft um Spielführer Fabio Forster nun veritables Mitglied.

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