Frauenfußball

VfR Warbeyen: Die Kämpferherzen träumen vom Titel

Beim VfR Warbeyen – hier Sophie Schneider (vorne) – geht’s voran. Die junge Mannschaft hat sich seit Saisonbeginn kontinuierlich weiterentwickelt.

Beim VfR Warbeyen – hier Sophie Schneider (vorne) – geht’s voran. Die junge Mannschaft hat sich seit Saisonbeginn kontinuierlich weiterentwickelt.

Foto: Klaus-Dieter Stade (kds)

Kleve-Warbeyen.  Der VfR Warbeyen ist als einziges Team der Niederrheinliga noch ungeschlagen. Sensationserfolg gegen MSV Duisburg II. Der Aufstieg ist drin.

Es ist Sonntag, der 10. November 2019 – Showdown am Duvenpoll. Der VfR Warbeyen empfängt als Tabellenzweiter der Fußball-Niederrheinliga der Frauen den MSV Duisburg II. Es kommt der unangefochtene Spitzenreiter. An den ersten zehn Spieltagen der Saison hatte es kein Team geschafft, den Zebras nur ansatzweise die Grenzen aufzuzeigen. Vor knapp 200 Zuschauern laufen auch ein paar Spielerinnen aus dem Perspektivkader der Bundesliga-Mannschaft des MSV auf. Trotzdem ist die Sensation nach 90 Minuten perfekt. Der VfR feiert einen 2:1-Erfolg und sorgt dafür, dass das Rennen um den Titel und den Aufstieg in die Regionalliga enorm spannend bleibt. Es gibt Jubelstürme am Duvenpoll – mittendrin Trainer Sandro Scuderi.

Ergebnis harter Arbeit

Der 40-jährige übernahm die Mannschaft mit seinem Co-Trainer Marcel Kempkes zu Saisonbeginn und führte sie sogleich in die Spitzengruppe der Niederrheinliga. Leistungen wie gegen den MSV Duisburg II untermauern, welch außergewöhnliche Entwicklung das junge Team mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 18,7 Jahren in der Hinrunde genommen hat.

Aktuell steht der VfR Warbeyen mit 32 Punkten auf dem dritten Rang. Er hat allerdings zwei Partien weniger ausgetragen als Spitzenreiter MSV Duisburg II (39 Zähler) und der Zweite 1. FC Mönchengladbach (32). Was der MSV Duisburg II seit der Niederlage am Duvenpoll nicht mehr von sich behaupten kann, zählt für die Schwarz-Weißen nach wie vor. Die VfR-Kickerinnen sind noch ohne Niederlage – als einziges Team der Klasse. Zehn Siege und zwei Unentschieden wurden bislang erreicht. Dass es so gut laufen würde, ist für Scuderi keinesfalls selbstverständlich. Es ist für ihn allerdings auch kein Zufall, sondern das Ergebnis harter Arbeit, von Ehrgeiz und Disziplin. „Der Blick auf die Tabelle ist für mich wie eine Bestätigung“, sagt er. „Er bekräftigt alles, was wir bisher investiert haben. Dennoch hätte ich nicht damit gerechnet, dass wir zu diesem Zeitpunkt so viele tolle Momente erfahren durften.“

Gier nach Weiter­entwicklung

Für ihn prägt die erfolgreiche Hinserie ein klarer roter Faden. „Die Mädels zeichnet eine Gier nach Weiter­entwicklung aus. Vom Sommer bis jetzt haben wir in taktischer Hinsicht sowie in Sachen Fitness und Technik sehr viele Schritte gemacht. Wir sind jedoch auch nicht blauäugig und sagen, dass alles bereits toll ist. Fakt ist aber, dass wir dem Namen Kämpferherzen alle Ehre gemacht haben.“

Diese eingeschworene Einheit hat auch nicht aus der Bahn geworfen, dass der Rasenplatz des VfR Warbeyen in der Winterpause mit einem Auto umgepflügt wurde. Das Feld kann weder für Trainingseinheiten noch für den Spielbetrieb genutzt werden. Doch es wurde für Ersatz gesorgt. „Wir sind voller Dankbarkeit für das, was gerade passiert“, sagt Scuderi. Einige Vereine – allen voran der 1. FC Kleve – sorgen inzwischen dafür, dass der VfR seine Teams zu 70 bis 80 Prozent auf anderen Anlagen unterbringen kann. „Wir haben sehr viel Zuspruch erhalten. Wir werden uns nicht abschrecken lassen und unseren Weg weiter gehen“, sagt der Coach.

Dieser Aussage ließ sein Team bereits Taten folgen. Bei der Hallen-Kreismeisterschaft steigerte sich der VfR von Spiel zu Spiel und konnte am Ende den Pokal in die Luft recken. „Wir nehmen alle Glücksmomente gerne mit. Die Rückrunde stellt uns vor große Herausforderungen. Die Gegner sind nun anders auf uns eingestellt. Wir werden auch mal mit Rückschlägen leben müssen, werden dann aber stärker zurückzukommen“, sagt Scuderi. Er geht den Rest der Saison sehr zuversichtlich an. „Das Gesamtpaket stimmt bei uns. Die Mädels und Jungs im Hintergrund tragen ihren Teil dazu bei. Mittlerweile sind wir so gefestigt, dass egal ist, was passiert.“

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