VSV Wenden

Achim Hoffmann: „Das Interesse ist beschämend“

Achim Hoffmann, Sportlicher Leiter des VSV Wenden.

Achim Hoffmann, Sportlicher Leiter des VSV Wenden.

Foto: Lothar Linke

Wenden/Schönau.  Der VSV Wenden ohne Achim Hoffmann. Daran wird man sich ab dem 22. November gewöhnen müssen. Fakt ist: Da geht ein Mann der klaren Worte von Bord.

Denn auf der Jahreshauptversammlung wird der Sportliche Leiter (60) nicht mehr zur Wahl antreten.

Hoffmann ist bewusst, dass man für Klartext Gegenwind erntet. Aber er sagt: „Das kann ich aushalten. Ab und zu ist es gewollt, zu provozieren, um überhaupt mal Reaktionen zu erzielen. Fußball ist ein einfacher Sport, was soll man da philosophieren?“ Eine Mimose darf man da nicht sein. Hoffmann weiß das: „Auch beim VSV muss man ein dickes Fell haben.“ In seiner Position müsse man sich nun mal der Kritik stellen.

Was ihn enttäuscht, ist etwas anderes: „Das Interesse an unseren Mannschaften geht gegen Null. Das ist beschämend, das kann man auch so schreiben,“ lässt Hoffmann seinem Ärger freien Lauf und nennt auch ein sehr junges Beispiel: „Das Spiel gegen Erlinghausen. Ein starker Gegner, ein sehr attraktiver Gegner, da verlieren sich da oben siebzig, achtzig Mann. Da muss man sich fragen, ob der Aufwand zu hoch ist.“

Erfolg ja, aber nicht um jeden Preis

Doch: Was will der Verein? Das werde er auf der Jahreshauptversammlung ansprechen, kündigt Hoffmann an. Joachim Schmidt, Martin Arens und Hubert Löhr haben „in allen Jahren dafür gestanden, sportlichen Erfolg zu haben, mit allen drei Mannschaften. Dafür sind wir ein Sportverein. Wenn einer sagt, uns reicht da oben A-Kreisligafußball, oder es reicht uns, nur einen Grill hinzustellen, dann hat er den Sinn eines Sportvereins nicht verstanden.“

Erfolg um jeden Preis habe der VSV Wenden jedoch nicht angestrebt. „Da kursieren Summen im Kreis, die entbehren jeglicher Grundlage,“ stellt Achim Hoffmann klar, „in Wirklichkeit müssen auch wir jeden Stein umdrehen.“ Bei einigen Transfers haben glückliche Fügungen, persönliche Beziehungen, eine Rolle gespielt. Dennoch habe er bei Verhandlungen Dinge erlebt, die „einfach nur hanebüchen“ gewesen seien. Forderungen nach Stammplatzgarantien, nach Sachen, die nicht abgesprochen waren. „Man meint, man hätte zu diesen Spielern ein gutes Verhältnis. Aber wenn es dann um persönliche Dinge geht...Für viele ist Fußball kein Mannschaftssport, sondern ein Individualsport. Aber die fallen auch bei anderen Vereinen auf die Fresse.“

Zwei echte Höhepunkte

Apropos glücklich. Das trifft sportlich gesehen auf die Trainerzeit von Manuel Fernholz nicht zu. Wie sehr hat Sie das getroffen? Hoffmann: „Vielleicht hat es in der Situation nicht gepasst. Dass er nicht rumgeeiert, sondern die Konsequenzen gezogen hat, spricht für seinen guten Charakter.“

Auch wenn es zuletzt Enttäuschungen gab - so hat Achim Hoffmann doch viel Positives, viele Erfolge erlebt und mit gestaltet.

Zwei große Stunden fallen ihm spontan ein. Und beide sind noch gar nicht so lange her. Die eine war der Landesliga-Aufstieg 2018. „Sicher ein Höhepunkt,“ befindet Hoffmann, fügt aber hinzu: „Vielleicht ist der anschießende Klassenerhalt noch höher anzusiedeln angesichts der schwierigen Bedingungen und nach dem desaströsen Start.“

In den ersten fünf Landesliga-Spielen blieben die Wendener ohne Punkt, kassierten 23 Tore. „Was das Trainerteam da noch rausgeholt hat, wie sie zusammengehalten haben, das war schon vorbildlich,“ sagt er. Am Ende schafften Jörg Rokitte und seine Mannschaft den Liga-Erhalt. „Das war spannender und wertvoller als die Meisterschaft.“

Info
Die Jahreshauptversammlung des VSV Wenden findet am kommenden Freitag, den 22. November um 19 Uhr im Gasthof Wurm „Bützers“ in Schönau statt.

Hierzu sind alle Mitglieder herzlich eingeladen. Neben Berichten der Abteilungen stehen wichtige Neuwahlen der Bereiche Spiel-und Trainingsbetrieb, Marketing, Finanzen sowie der Geschäftsführung an. Die Vorstandsmitglieder des VSV Wenden bitten daher um eine rege Teilnahme.

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