Westfalenliga

Acht Siege in Folge - dann kommt der FSV Gerlingen

Der Finnentrop/Bamenohler Kapitän Phillip Hennes (links, bei der Begrüßung mit dem Gerlinger Spielführer Florian Brüser) trifft früh zum 1:0.

Der Finnentrop/Bamenohler Kapitän Phillip Hennes (links, bei der Begrüßung mit dem Gerlinger Spielführer Florian Brüser) trifft früh zum 1:0.

Foto: Michael Meckel

Finnentrop/Bamenohl.  Acht Spiele lang raste der Zug der SG Finnentrop/Bamenohl scheinbar unaufhaltsam durch die Fußball-Westfalenliga.

Jetzt ist er abgebremst.

Denn der FSV Gerlingen ist der erste Gegner, der es schaffte, gegen den Spitzenreiter zu bestehen. 2:2 (2:1) endete gestern Abend das Kreisduell in der H&R-Arena in Bamenohl. Kai Müller, 1. Vorsitzender des FSV, war begeistert: „Ich bin stolz auf unsere Mannschaft. Das war kämpferisch eine 120-prozentige Top-Leistung.“

Schwerer Fehlpass

Die Anziehungskraft dieser Freitags-Partie war enorm, auch aus Gerlingen hatten sich viele Schlachtenbummler auf den Weg gemacht. Lange Schlangen bildeten sich an den Kassen. Und etliche unter den Wartenden hörten den ersten Torjubel von draußen.

Denn schon nach 60 Sekunden schlug der Tabellenführer, bei dem Mike Schrage den beim FC Bayern München hospitierenden Cheftrainer Ralf Behle vertrat, zu. Der FSV Gerlingen hatte Anstoß, verlor den Ball und Kapitän Phillip Hennes lief allein auf das Gerlinger Tor zu. FSV-Torwart rettete noch bravourös, aber die Ecke brachte dann die SG-Führung, diesmal feuerte Phillip Hennes den Ball volley ins lange Eck.

Dirk Hennecke, Trainer des FSV, schwante da Böses: „Das war natürlich ärgerlich, das Tor nach einem katastrophalen Ballverlust. Und wenn du gegen eine so starke Mannschaft nach einer Minute hinten liegst, kann es auch sein, dass du richtig unter die Räder kommst.“

Dazu kam es nicht. Denn das Tor wirkte sich nicht wirklich belebend auf das Spiel aus. Beide Seiten versuchten, mit langen Bällen zum Erfolg zu kommen, zahlreiche kleine Fouls hemmten den Spielfluss zusätzlich.

Gerlingen zeigte sich trotz des frühen Nackenschlags unbeeindruckt und hielt prima dagegen. Fast wäre den Gästen in der 10. Minute auch der Ausgleich gelungen, als Lasse Strotmann den Ball an der Grenze des eigenen Strafraums an Lukas Rademacher verlor, dann aber den Gerlinger noch ablief und damit seinen Lapsus wieder gut machte. Auf der Gegenseite verhinderte Christoph Sauermann fünf Minuten drauf mit einer tollen Parade das 2:0 und das zweite Tor durch Phillip Hennes.

Angesichts der Spielanteile war der Gerlinger Ausgleich verdient, und das Tor der Gäste war fast noch schöner als das 0:1. Steffen Scheppe schlug von rechts die perfekte Flanke, Lukas Rademacher brachte den ebenso perfekten Abschluss zustande. Sein Schuss schlug von der 16er-Linie im Eck ein.

Frühes Tor auch in Halbzeit zwei

Dennoch ging Finnentrop/Bamenohl mit einer Führung in die Pause. Auch hier hatte Christoph Sauermann zunächst gerettet, aber der Ball fiel Tobias Kleppel vor die Füße, der ließ sich die Chance in der 42. Minute nicht entgehen.

Die zweite Halbzeit begann genau so furios wie die erste - nur in umgekehrter Richtung. Diesmal traf der FSV Gerlingen fast vom Anstoß weg. Marcel Laube trieb den Ball nach vorn, spielte an der Strafraumgrenze zwei Finnentrop/Bamenohler aus und jagte den Ball in der 47. Minute in die linke Ecke zum 2:2-Ausgleich.

Danach neutralisierten sich beide Mannschaften, hatten aber dennoch ihre Möglichkeiten. Eine ganz dicke hatte Phillip Hennes. Nach einer Flanke von Mike Schrage stand er in der 56. Minute mutterseelenallein im Fünfer, traf aber nur den Pfosten. Zehn Minuten drauf hätten die Gäste treffen können, doch Lukas Rademacher zielte nach einem Alleingang übers Tor.

André Ruhrmann, Sportlicher Leiter der SG: „Wir sind in der ersten Halbzeit eigentlich gut ins Spiel gekommen. Aber Gerlingen hat es hervorragend geschafft, das Zentrum dicht zu machen.“

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