Spendenlauf

Barbara und Stephan Schulte beim 564 Kilometer-Staffellauf

Maskottchen „Lotte“, der Plüsch-Esel, ist immer dabei, wenn Barbara, Stephan und Eva Schulte (von links) vom Roparun 2020 von Bremen nach Rotterdam erzählen.

Maskottchen „Lotte“, der Plüsch-Esel, ist immer dabei, wenn Barbara, Stephan und Eva Schulte (von links) vom Roparun 2020 von Bremen nach Rotterdam erzählen.

Foto: martin droste

Helden.  Barbara Schulte und Stephan Schulte aus Helden nehmen an Pfingsten 2020 am Roparun teil, einem Staffellauf für einen guten Zweck.

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Der Roparun, nach eigenen Angaben „der längste Staffellauf der Welt“, ist in Holland sehr populär und ein Riesenevent.

Auf der Strecke werden die Läuferinnen und Läufer am Pfingst-Wochenende von Tausenden Zuschauern lautstark angefeuert, im Ziel in Rotterdam warten bis zu 30.000 Menschen auf die Teilnehmer. „In Deutschland ist der Roparun noch nicht so bekannt“, wissen Barbara und Stephan Schulte. Das wollen das Ehepaar aus Helden und ihr gemischt deutsch-holländisches Team ändern, eines von insgesamt 327.

Mehr Informationen gibt es unter: www.roparun.nl/nl/was-ist-roparun

Gehört haben die Schultes von diesem Staffellauf zum ersten Mal bei einer Familienfeier im Nachbarland von holländischen Verwandten. „Wir waren relativ schnell begeistert“, erinnert sich Barbara Schulte noch gut. Nicht nur von der sportlichen Herausforderung. Denn bei dieser Großveranstaltung wird seit vielen Jahren Geld für einen guten Zweck gesammelt. Die Roparun-Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Spenden für die Versorgung krebskranker Menschen zu sammeln. In diesem Jahr kamen so immerhin 5,6 Millionen Euro zusammen.

Ziel ist Rotterdam

An so einen großen Erfolg hatten die beiden Männer bestimmt nicht bei ihrer Wette gedacht, als sie 1992 den Roparun ins Leben riefen. Damals kamen beim Lauf von Rotterdam nach Paris 45.000 Gulden zusammen. Mit dem Geld wurden Telefone und Fernsehgeräte für Krankenhäuser gekauft. Inzwischen wurde die Roparun-Stiftung gegründet, die Spenden für die Palliativmedizin sammelt.

Auch sonst hat sich einiges verändert. Seit 2004 führt die Strecke von Paris nach Rotterdam, ab 2012 wurde eine zusätzliche Route ab Hamburg eingeführt. Im nächsten Jahr führt der Staffellauf am Pfingst-Wochenende von Paris, Almelo und Bremen nach Rotterdam.

Die Hansestadt Bremen ist der Startpunkt des deutsch-holländischen Teams „Liebesgrün Runningteam“. Unter diesem Namen starten das Ehepaar Schulte und ihre Lauffreunde seit sieben Jahren, zuletzt beim Rothaarsteig-Marathon.

Laufen bei Tag und Nacht

Der Roparun ist aber eine ganz andere Hausnummer, nicht nur sportlich. Die Anforderungen im Schnelldurchlauf: 564 Kilometer in rund 50 Stunden – das sind pro Läufer/in 65 Kilometer mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 11 km/h. Alle 1,5 bis 2 Kilometer wird gewechselt. Gelaufen wird bei Tag und Nacht. „Das ist eine irre Organisation“, betonen Barbara und Stephan Schulte. Dabei wissen die Heldener und ihr insgesamt 29-köpfiges Team erst Ende November genau, wie der genaue Streckenverlauf aussieht. Erst dann können sie endgültig planen.

Um überhaupt teilnehmen zu können, musste ein eigener Verein gegründet werden. Der heißt „Laufen für Glücksmomente“. Unter diesem Namen gehen acht Läufer an den Start. Dazu gehört auch Stephan Schulte, der schon drei Marathonläufe absolviert hat. Die Mannschaft wird komplettiert von zwei Ersatzläufern, zwei Navigatoren, zwei Fahrern, acht Radfahrern, zwei Betreuern im Service-Camp, zwei Physiotherapeutinnen und zwei Köchinnen. Beim Teamkapitän laufen alle organisatorischen Fäden zusammen.

Während ihr Mann Stephan läuft, geht Ehefrau Barbara mit dem Fahrrad auf die Strecke. Jeweils zwei Radsportler mit blinkender Weste fahren zum Schutz vor und hinter den Läufern – bei Tag und auch bei Nacht. Die Strecke wird nicht abgesperrt. „Schlafen werden wir alle wohl höchsten ein paar Stunden“, macht sich Barbara Schulte nichts vor. Unterstützung aus der Familie kommt von Physiotherapeutin Eva Schulte, die mit einem Vetter von Stephan verheiratet ist.

Ein Bulli fehlt noch

Die Logistik ist mit einem großen Aufwand verbunden. Zur Ausrüstung gehören ein Lkw, ein Wohnmobil und ein Bulli. Die Fahrzeuge werden von Sponsoren zur Verfügung gestellt. Was noch fehlt, ist ein weiter Bulli. Lebensmittel und Sportkleidung für die vorgesehenen 50 Stunden von Samstag bis Pfingstmontag müssen eingekauft werden. Steht der endgültige Streckenverlauf fest, werden die Punkte für die Wechselstellen der Läufer festgesetzt.

Um das besser organisieren zu können, wird die deutsch-holländische Mannschaft in jeweils vier Läufer/innen und ihre Begleiter unterteilt. Alle 60 bis 80 Kilometer wechseln sich die beiden Teams ab. Die abgelösten Sportler dürfen sich ausruhen und wenn möglich schlafen.

So kann man spenden

Los geht es freitags vor dem Pfingstwochenende 2020. Für die Übernachtung in Bremen wünschen sich Stephan und Barbara Schulte vor allem eins: „Noch einmal richtig schlafen und danach duschen.“ Denn bis zum Zieleinlauf in Rotterdam 564 Kilometer und rund 50 Stunden später dürfte es dafür kaum noch Gelegenheiten geben.

Aber das nimmt das „Liebesgrün Runningteam“ gerne in Kauf. Das Team will vor allem Spenden sammeln. Dabei helfen soll auch das Maskottchen „Lotte“. Der süße Plüschesel hatte schon beim Deutschen Wandertag in Schmallenberg seinen großen Auftritt und kann für 10 Euro erworben werden. Alle Spenden beim Roparun kommen in einen Topf, Anfragen werden von der gleichnamigen Stiftung geprüft. Das Geld fließt erst nach Vorlage der entsprechenden Rechnung.

Interessierte können sich melden bei: evasowa@t-online.de (Eva Schulte), b.schulte.helden@gmail.com (Barbara Schulte) und st-schulte-helden@t-online.de (Stephan Schulte).

Das Spendenkonto des Vereins „Laufen für Glücksmomente“ lautet: Volksbank Bigge-Lenne eG, Kontoinhaber: Laufen für Glücksmomente, IBAN: DE26460628170014249800, BIC: GENODEM1SMA, Spendenzweck: „Spendenlauf Roparun“.

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