Westfalenliga

FSV Gerlingen: „Bonuspunkt“ in Finnentrop/Bamenohl

Dirk Hennecke, Trainer des FSV Gerlingen.

Dirk Hennecke, Trainer des FSV Gerlingen.

Foto: Lothar Linke

Gerlingen.  „Gefühlter Sieg“? Lässt Dirk Hennecke, Trainer des FSV Gerlingen, gelten. Vor allem aber sei das 2:2 in Finnentrop/Bamenohl ein Bonuspunkt.

Das eine oder andere Bierchen hätten sich die Spieler am Freitag Abend schon noch getrunken, berichtete Dirk Hennecke am Tag danach, und fügt hinzu: „Das haben sich die Jungs auch verdient.“

Verdient mit einem 2:2 bei der SG Finnentrop/Bamenohl, die zuvor alle acht Spiele in der Fußball-Westfalenliga gewonnen hatte.

„Sieger-Bierchen“ ist sicherlich nicht die korrekte Bezeichnung. Aber, Hand aufs Herz: Ist dieses 2:2 bei einer derart starken Mannschaft wie Finnentrop/Bamenohl nicht ein gefühlter Sieg? „Schon. Dass wir da was holen, damit haben wohl die wenigsten gerechnet, und davon konnte man auch nicht ausgehen,“ antwortete Dirk Hennecke, „Finnentrop/Bamenohl ist ja bisher extrem souverän durch die Saison marschiert. Das muss man neidlos anerkennen.“ Die Bezeichnung „gefühlter Sieg“ korrigiert Hennecke ein bisschen: „Ich würde eher sagen, das war ein Bonuspunkt, den man nicht vorher auf dem Zettel hatte. Ich glaube aber, den haben wir uns mehr als verdient.“

Nicht nur wegen des Ergebnisses dachte der FSV-Coach am Tag drauf noch gern an den Freitag zurück: „Es war eine tolle Atmosphäre, ich schätze mal, ein Drittel der Zuschauer kam aus Gerlingen.“ Für seine Mannschaft sei das ein Highlight gewesen. Von denen gebe es ja nicht mehr so viele, das habe er seinen Spielern auch vorher so gesagt. Hennecke: „Die Wendschen Derbys, die wir in der Landesliga hatten, sind schließlich weggefallen.“

Extrem schwerer Beginn

Dirk Hennecke sah auch eine Systemumstellung als Grund für diesen Achtungserfolg. „In den letzten Spielen haben wir immer mit Viererkette agiert, in Bamenohl mit Dreier- und häufig auch mit Fünferkette. Dadurch hatten wir oft Überzahl im Mittelfeld.“ Der FSV-Trainer verhehlt aber nicht, dass die ersten zwanzig Minuten extrem schwierig gewesen seien. Da hätte Gerlingen auch 0:2 oder 0:3 hinten liegen können. Hennecke: „Ich glaube, dann kommen wir nicht mehr wieder.“

Mit fortschreitender Spielzeit aber sei es den Gästen immer besser gelungen, Finnentrop/Bamenohl in Zweikämpfe zu verwickeln. Dirk Hennecke: „Das war sicher der Schlüssel. Wenn wir sie spielen lassen, dann haben sie die Qualität, uns fußballerisch zu schlagen.“

Zwei heftige Rückschläge hatte die Bieberg-Elf hinzunehmen. Beide Gegentore fielen zu sehr ungünstigen Zeitpunkten. Das 0:1 von Phillip Hennes in der ersten Minute, das 1:2 von Tobias Kleppel kurz vor der Halbzeit. „Irgendwie scheinen wir immer erst hinten liegen zu müssen...“, lacht Dirk Hennecke. Die Mannschaft habe die Tore super weg gesteckt, lobte er und sieht auch in dieser Tatsache eine Entwicklung: „Wir verlieren die ersten vier Spiele mehr oder weniger klar. Einige mutmaßen schon: Ist das allles nicht eine Nummer zu groß für Gerlingen? Und dann verlieren wir sechs Mal hintereinander nicht.“

Nach und nach haben die Spieler gemerkt, dass sie in der Lage sind, wieder zu kommen. Lukas Rademacher in der 31. und Marcel Laube in der 47. Minute hatten mit ihren Ausgleichstreffern die Antworten parat. Hennecke: „Ich glaube, zu Anfang der Saison hätten wir keinen Punkt aus Bamenohl mitgenommen.“

Erst spielfrei, dann gegen Hohenlimburg

Zehn Spiele haben die Gerlinger nun in der Westfalenliga hinter sich. Darüber hinaus hat Dirk Hennecke, ohne mit dem FSV direkt beteiligt gewesen zu sein, auch schon andere Mannschaften beobachtet. Wie ist Finnentrop/Bamenohl einzuschätzen? Als Titelkandidat? „Ja absolut. Wenn man sich die Entwicklung von Finnentrop/Bamenohl in den letzten Jahren anguckt, zeigte die stetig nach oben,“ sagt Dirk Hennecke, „in dieser Saison sieht man, dass Platz zwei in der letzten Saison kein Zufall war. Man hätte ja annehmen können: Sie sind auf einem derartigen Höhenflug, mal, schauen, ob der anhält. Aber sie haben sich sogar nochmal verbessert.“ Die Qualität sei vorhanden, die Einzelkönner und die taktische Variabiität ebenfalls. Hennecke: „Da wird erstklassige Arbeit geleistet. Vorbildlich. Da guckt man gern zu.“

Der nächste Gegner des FSV Gerlingen nach dem spielfreien 20. Oktober ist am 27. Oktober am Bieberg der SV Hohenlimburg, aktuell Tabellenzweiter - und Mitaufsteiger 2018/19. „Auch die spielen eine sehr, sehr starke Saison und sich zu recht Meister geworden. Aber wenn wir gegen Finnentrop/Bamenohl bestehen können, dann können wir das auch gegen Hohenlimburg.“

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