Pokal

Volker March: Einen kürzeren Weg nach Krombach gibt es nicht

Volker March

Volker March

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Hützemert/Schreibershof.  Volker March, Trainer der SG Hützemert/Schreibershof, möchte ins Kreispokal-Halbfinale. Aber mit dem SV 04 Attendorn wartet eine hohe Hürde.

Zwischen dem 7:1-Sieg in Dahl/Friedrichsthal und dem Kreispokal-Viertelfinale gegen den SV 04 Attendorn (Donnerstag, 19 Uhr in Hützemert) sprachen wir mit Volker March.

War das 7:1 in Dahl/Friedrichsthal das Spektakulärste, was Sie in Ihrer Trainerkarriere in einem Pflichtspiel hatten?

Volker March: Ob es das Spektakulärste war, weiß ich nicht. Wenn man die Ausgangsposition nimmt, Dahl/Friedrichsthal hat sich als Aufsteiger sehr gut herein gearbeitet, und dadurch, dass ich mit Kirchveischede/Bonzel im letzten Jahr im Pokal auch dort spielen musste (4:1-Sieg, d. Red.), war die Höhe des Ergebnisses sehr überraschend. Auch damals war Dahl/Friedrichsthal eine Mannschaft, die übers Spielen kommt.

Wie ist das 7:1 am Sonntag denn zustande gekommen?

Der Gegner wollte im Grunde alles spielerisch lösen, und hat uns damit ein Stück weit einen Gefallen getan, weil wir im Mittelfeld recht sicher gestanden haben. Wir haben dann im zentralen Bereich relativ viele Ballgewinne gehabt und konnten praktisch mit dem ersten Kontakt auf die Viererkette zulaufen, und das gelang uns mehrfach. Okay, wir machen dann aus drei Chancen drei Tore.

Die nächste Herausforderung steht an. Der Bezirksligist SV 04 Attendorn, der am Sonntag in Salchendorf sehr gut aufgetreten ist beim 0:0, kommt am Donnerstag zum Pokalspiel. Aber Sie wollen ins Halbfinale und damit in die Krombacher Brauerei, oder irre ich da?

Na klar (lacht), einen kürzeren Weg nach Krombach gibt’s nicht. Aber im Ernst: Ich bin ja mit Kirchveischede/Bonzel auch ins Halbfinale eingezogen, konnte das aber gegen Finnentrop/Bamenohl nicht mehr erleben (in der Winterpause erfolgte die Trennung, d. Red.) und bin auch im Sommer mit denen nicht mehr nach Krombach gefahren.

Dann haben Sie ja Nachholbedarf, oder?

Ich habe den Jungs gesagt, unabhängig von der Auslosung: Das müssen wir mal haben! Sie gehen auch gern mal feiern. Als wir in der letzten Runde Möllmicke geschlagen haben, haben wir das Thema Krombach ein bisschen mit ins Auge gefasst und - natürlich wollen wir gewinnen. Aber wir sind uns im Klaren, dass das ungleich schwerer wird als die vorigen Spiele, zwei C-Ligisten und Möllmicke, die nach 20 Minuten in Unterzahl spielten. Das wird eine ganz andere Hausnummer. Aber abgesehen davon muss Attendorn erstmal ein Tor schießen. Und dass wir immer in der Lage sind, Tore zu machen, das ist ja bekannt.

Die SG Hützemert/Schreibershof steht genau in der Tabellenmitte. Wie stark ist sie wirklich?

Wenn wir alle dabei haben, und konstant konzentriert sind, gehören wir sicher unter die ersten Fünf. Weil wir gerade nach vorne eine Menge Durchschlagskraft haben. Die Tore, die wir kassieren - es sind ja leider schon wieder 25 - sind individuelle Fehler, teils sogar krasse individuelle Fehler. Das ist einfach eine Sache der Konzentration. Wenn wir die Fehler immer besser abstellen, dann sind wir unheimlich schwer zu schlagen. Weil wir eben diese offensive Durchschlagskraft haben. Gegen Dahl haben wir nicht einen krassen Fehler drin gehabt.

Wenn wir über Hützemert/Schreibershof reden, kommen wir um Timo Halbe nicht herum. Es ist oft so, dass sich Spieler, die von einer höheren in eine tiefere Liga wechseln, sich dem Niveau anpassen. Bei ihm ist das nicht der Fall, oder?

Genau. Das trifft auch auf Robert Theile zu, der ja auch von einem Landesligisten kommt. Oder auf Sebastian Kaufmann, der vom FC Lennestadt kam und den ich bei Kirchveischede/Bonzel hatte. Das hängt auch mit dem Ehrgeiz zusammen. Bei Sebastian, Timo und Robert ist es so, dass die einfach einen phänomenalen Ehrgeiz haben. Wenn die auf den Platz gehen, gibt es für sie nur eine Meinung: Wir gewinnen hier. Das leben die auch so. Auch in jedem Training.

Solche Spieler sind für einen Trainer ja Glücksfälle...

Auf jeden Fall. Timo vorne steht für diese Durchschlagskraft, dass man wirklich auch mal nachrücken kann, und Entlastung kriegen kann, plus die Torgefährlichkeit. Robert Theile hinten dran mit seiner Art und Weise - ich habe ja mit ihm in Hützemert zusammen gespielt - organisiert von hinten raus, und das lautstark. Das ist durch nichts zu ersetzen, damit steht und fällt jedes Spiel.

Sie sind seit Saisonbeginn bei Hützemert/Schreibershof. Wie gefällt’s Ihnen?

So wie die Truppe sich verhält, vom Miteinander zwischen Trainer und Spielern, ist das schon eine feine Sache. Es gibt sicherlich Spieler, die auch höherklassig spielen könnten, wie Philipp Glasbrenner beispielsweise. Wie er sich einbringt oder sich verhält, auch wenn er mal nicht zum Training kommen kann, ist das absolut vorbildlich. Ich habe da oben alles, was ich brauche. Aber das wusste ich, da ich dort gespielt und die A-Jugend trainiert habe, vorher schon. Von daher habe ich ja da nichts Neues „gekauft“. Anders als bei der SG KiBo, das kannte ich ja vorher gar nicht. Wobei ich sagen muss, dass dort die Strukturen auch absolut top waren und es eine schöne Zeit war.

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