Westfalenliga

Wie steckt der FC Lennestadt das 0:8 in Wanne weg?

Der in Wanne-Eickel so schmerzlich vermisste Innenverteidiger Christoph Hebbeker (links, gegen den Finnentrop/Bamenohler Tobias Kleppel) ist  gegen Sodingen wieder dabei.

Der in Wanne-Eickel so schmerzlich vermisste Innenverteidiger Christoph Hebbeker (links, gegen den Finnentrop/Bamenohler Tobias Kleppel) ist  gegen Sodingen wieder dabei.

Foto: Michael Meckel

Lennestadt.  Nach vier Siegen hat es Fußball-Westfalenligist FC Lennestadt im fünften Saisonspiel erwischt.

Und zwar richtig: Mit 0:8 ging die Mannschaft von Trainer Jürgen Winkel in Wanne-Eickel im wahrsten Sinne des Wortes baden.

„Die ersten zehn Minuten waren noch ganz gut. Aber dann haben wir zu viele Fehler gemacht. Wir waren nicht aggressiv genug und immer einen Schritt zu spät. Uns fehlte einfach die Spritzigkeit. Dazu haben wir einfach zu viele Fehler gemacht. Und wenn man dann früh zurückliegt, muss man seine taktischen Vorgaben über den Haufen werfen. Damit haben wir Wanne-Eickel dann richtig die Tür aufgemacht“, resümierte FCL-Trainer Jürgen Winkel die 0:8-Klatsche in Wanne-Eickel.

Tordifferenz zerschossen

Der FCL-Coach gab aber auch zu verstehen: „0:8 hört sich natürlich sehr blöd an. Aber Wanne-Eickel ist schon eine klasse Mannschaft. Die werden am Ende ganz oben mitspielen. Um dort zu gewinnen, muss man schon einen Sahnetag haben. Das einzige, was mich an dem Ergebnis wirklich stört, ist die Tatsache, dass wir uns die gute Tordifferenz zerschossen haben.“

Aber jetzt gelte es, wieder nach vorne zu schauen. Winkel: „Wir sind nach den vier Siegen nicht ausgeflippt, und das werden wir auch nach dem 0:8 nicht machen. Wir stehen mit zwölf Punkten immer noch sehr gut da. Darauf hätte vor der Saison niemand einen Euro gesetzt. Vor der Saison wäre ich mit sechs Punkten aus den ersten vier Spielen schon zufrieden gewesen.“

Die Chance, schnell wieder in die Erfolgsspur zu kommen, stehen nicht schlecht. Am Sonntag (15.30 Uhr) kommt der noch sieglose Aufsteiger SV Sodingen in Henselstadion. Deren Tabellenstand täuscht, immerhin hat die Mannschaft aus dem Stadtteil von Herne ihre beiden Punkte in Erkenschwick und Wanne-Eickel geholt. Winkel: „Das ist schon eine Hausnummer. Dass man in Wanne-Eickel durchaus verlieren kann, haben wir ja eindrucksvoll bewiesen. Sodingen hat eine quirlige und kantige Mannschaft mit vielen Nationalitäten. Die wissen schon, wie man mit dem Ball umgeht.“

Sodinger Rückschlag im Pokal

Der einzige echte Ausrutscher des Aufsteigers war das 1:2 im ersten Heimspiel gegen Schüren. Beim 0:1 gegen Oberliga-Absteiger FC Brünninghausen war Sodingen drückend überlegen, vergab aber zu viele Chancen. Einen bitteren Rückschlag gab es allerdings am Mittwoch im Westfalenpokal. Da zog der Westfalenligist beim Landesliga-Spitzenreiter mit 1:3 den Kürzeren. Wichtig wird es für den FCL vor allem sein, Tugrul Aydin in den Griff zu bekommen. Der hat nämlich allein drei der vier Sodinger Saisontore erzielt.

Dennoch strebt Jürgen Winkel den fünften Saisonsieg an. Winkel: „Obwohl Sodingen sehr stark ist, bin ich optimistisch. Ich freue mich, dass mir alle Spieler zur Verfügung stehen. Auch Christoph Hebbeker ist wieder dabei, der in Wanne-Eickel mit seiner Schnelligkeit doch sehr gefehlt hat.“

Großer Unterschied

Beim Aufsteiger SV Sodingen ist man sich nach vier sieglosen Spielen der Wichtigkeit des Spiels bewusst. „Wir haben in den ersten Spielen gut gespielt. Aber hätte, hätte, Fahrradkette: In der Westfalenliga werden die Fehler viel konsequenter bestraft. Es ist schon ein großer Unterschied zur Landesliga. Und nach vier sieglosen Spielen müssen wir nun anfangen, zu punkten“, betont Klaus-Jürgen Tissarek, Sportlicher Leiter des SV Sodingen.

Doch gegen den FC Lennestadt werde es schwer. Da lässt er sich auch vom 0:8 des Tabellenzweiten in Wanne-Eickel nicht blenden. Tissarek: „Wir haben bei einem Turnier in der Vorbereitung auch sieben Tore gegen Wanne-Eickel kassiert. Wir wissen also, was die können. Beim 2:2 im Punktspiel kamen viele Faktoren dazu, dass wir einen Punkt geholt haben. Gegen Wanne-Eickel ist es für uns ein Derby mit eigenen Gesetzen. So wie bei euch, wenn der FC Lennestadt gegen Finnentrop/Bamenohl spielt.“

Letztlich seien für ihn die ersten Ligaspiele des FC Lennestadt maßgebender. Tissarek: „Vor der Saison haben wir gedacht, der FC Lennestadt und wir spielen auf Augenhöhe. Davon kann man nach 2:12 Punkten natürlich nicht mehr sprechen. Es ist schon beeindruckend, was die in den ersten Spielen geleistet haben.“

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