Fitness

EMS-Training in Menden: Abnehmen dank elektrischer Impulse?

Fabian Ketzer und Julia Aurin arbeiten als Personal-Trainer im EMS-Studio in Menden und drehen ihren Kunden den Strom auf.

Fabian Ketzer und Julia Aurin arbeiten als Personal-Trainer im EMS-Studio in Menden und drehen ihren Kunden den Strom auf.

Foto: Ramona Richter

Menden.  Übungen mit dem eigenen Körpergewicht: Beim EMS-Training werden die Einheiten durch elektrische Impulse noch einmal verstärkt. Ein Selbsttest.

Mit einem etwas mulmigen Gefühl stehe ich verkabelt im Mendener Terra-Sports-Studio – in Thermowäsche, einer feuchten Weste und diversen Manschetten an Armen, Beinen und Po. In nur wenigen Sekunden werden elektrische Impulse durch meinen Körper fließen. Impulse, die einen Widerstand erzeugen, mit dem wir heute trainieren werden. Wir – das sind Personaltrainer Fabian Ketzer und ich. „Wenn es nicht mehr geht, sag Bescheid. So ein EMS-Training kann sehr anstrengend sein“, warnt der 21-Jährige zu Beginn der Einheit.

Muskeln aufbauen

EMS-Training – auch elektronische Muskel-Stimulation genannt – wird immer häufiger in Studios in der Region angeboten; seit drei Jahren auch in Menden. Insgesamt vier Mitarbeiter zählt das Studio. „Unser ältester Kunde ist 80 Jahre alt“, sagt Ketzer stolz. Trainiert wird in der Regel einmal die Woche à 20 Minuten. Doch vorab wird eine Körperanalyse durchgeführt, was bedeutet, dass es erst einmal auf die Waage geht. Fett- und Wasseranteil gibt es also schwarz auf weiß. „Nach einem Monat schauen wir dann, wie sich die Werte verändert haben“, erklärt Ketzer mit einem Lächeln. „Bei dir würden wir schauen, dass das Gewicht leicht runter geht und wir die Muskelmasse beibehalten.“ ,Leicht runter’ heißt laut Waage: Minus acht Kilogramm wären schön.

Gerade nach den Feiertagen sei die Nachfrage von Kunden, die Gewicht verlieren möchten, besonders hoch. „Das sind die guten Vorsätze“, so der Trainer. Aber auch sonst gehe es vor allem um die Themen Gewichtsreduktion, Muskelaufbau und Linderung von Rücken- und Knieschmerzen.

Dann geht es los: Zunächst spüre ich nur ein leichtes Kribbeln in den Beinen, dann wird es immer stärker. Später kommen Arme, Rücken, Bauch und Po hinzu. „Wenn der Impuls einsetzt, gehen wir in die Kniebeuge und führen die Arme angewinkelt nach hinten“, ruft mir mein Trainer zu. „Kein Problem“, denke ich mir. Immerhin dachte ich noch vor dem Training, dass EMS ein Sport für Faule sei. Doch ich spüre deutlich den Widerstand der Impulse. Nur mit aller Kraft kann ich meine Arme nach hinten bringen. Und auch die Kniebeugen fallen mir zunehmend schwerer.

Erste Ergebnisse nach kurzer Zeit

Bis zu 400 Kalorien können während der 20 Minuten verbrannt werden. Damit ist das EMS-Workout deutlich effektiver als herkömmliches Krafttraining. „Man kann sagen, dass ein EMS-Workout zirka 90 Minuten Training im Fitnessstudio ersetzen kann“, so der Fitness-Coach. „Jede Muskelgruppe kann bei diesem Ganzkörpertraining von dem Gerät einzeln angesteuert werden.“ Und das bekomme ich zu spüren, als er die Impulse in Rücken und Bauch verstärkt.

Erste Erfolge könne man bereits nach wenigen Wochen spüren – nicht nur beim Sport, sondern auch im Alltag. „Man kommt beim Treppensteigen nicht mehr allzu schnell aus der Puste und auch die Rücken- oder Knieprobleme werden nach wenigen Wochen schon besser. Ich selbst habe als Fußballer diese Erfahrung hier gemacht“, sagt Ketzer, während er die nächste Übung vormacht. „Die ist gut für die Bauchmuskulatur.“ Bein anwinkeln, Oberkörper schräg hinführen und halten – vier Sekunden lang. Denn solange dauert ein Impuls in etwa. Noch zehn Durchgänge, dann heißt es Seite wechseln.

Die Hälfte ist geschafft und die ersten Schweißperlen laufen mir die Stirn hinunter – dass es so anstrengend ist, hätte ich nicht gedacht. Aber wie viele Einheiten braucht es, bis man wirklich abnimmt? „Das kommt ganz auf den Kunden drauf an. Denn die Ernährung spielt dabei eine wichtige Rolle.“ Hinzu komme, dass nicht jeder Mensch EMS-Training machen darf. Dazu gehören Schwangere und Menschen mit Herzschrittmacher. Aber auch Personen mit Bluthochdruck brauchen ein ärztliches Einverständnis.

Was die Fitness angeht, gibt es keine Einschränkungen. Der Muskelkater kommt so oder so.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben