2. Frauenhandball-Bundesliga

19:28! „Total schwaches“ Spiel von Lintforts Handballdamen

Jana Willing (am Ball) kam beim TuS Lintfort auch nicht so recht zum Zug.

Jana Willing (am Ball) kam beim TuS Lintfort auch nicht so recht zum Zug.

Foto: Christian Creon / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  In der 2. Bundesliga enttäuschen die Handballfrauen des TuS Lintfort beim 19:28 gegen den HC Rödertal. Trainerin Bettina Grenz-Klein übt Kritik.

Für die Zweitliga-Handballerinnen des TuS Lintfort war es ein absolut gebrauchter Tag. Selten zuvor haben sich die Spielerinnen vor heimischer Kulisse so schwach präsentiert. Es war von Beginn an der „Wurm“ drin – es hakte in allen Bereichen. Was überrascht, ist die Tatsache, dass zu keinem Zeitpunkt des Spiels neue, frische Impulse zündeten. Die Mannschaft kam nie in die Spur, unterlag in der Eyller-Sporthalle dem HC Rödertal auch in der Höhe mit 19:28 (10:15).

Die „Rödertalbienen“ übernahmen von der ersten Minute die Initiative. Der Mannschaft merkte man überhaupt nicht ihren Reisestress an. Die Spielerinnen schüttelten die langen 632 Kilometer Fahrtweg mühelos aus den Trikots und wirkten frisch und agil.

Lintfort hingegen hatte große Mühe, einen Spannungsbogen aufzubauen. Die Spielerinnen wirkten gehemmt und leisteten sich gleich in den ersten Minuten zwei technische Patzer und zwei Fehlwürfe. Entschlossenheit und Zielstrebigkeit gab es hingegen auf der anderen Seite zu bestaunen. Rödertal trieb nach Ballgewinnen die Angriffe flott nach vorn, traf kluge Entscheidungen und „netzte“ eiskalt ein. Ehe die TuS-Defensive sich formierte, „klingelte“ es schon im Gehäuse.

Eine hohe Effizienz

Die Gäste aus dem Osten der Republik hatten eine hohe Effizienz in ihren Aktionen und lagen nach 15 Minuten zurecht mit 10:3 vorn.

Der TuS Lintfort hat auch schon in der vergangenen Saison einige Male schwach gespielt. Aber nach geraumer Zeit kam irgendwann immer der Weckruf, und das Team versuchte, als Kollektiv Schlimmeres zu verhindern. Von all dem, spürte man diesmal herzlich wenig.

In der Verteidigung blieb die Aggressivität, aber auch die nötige Laufbereitschaft weitgehend im Verborgenen. Die HC-Spielerinnen konnten ohne Mühen und Körperkontakt ihr Spielsystem abspulen und somit immer wieder im eh schon löchrigen TuS-Deckungsverband Lücken reißen.

Lintfort hatte offensichtlich Probleme und war nicht imstande, sie zu lösen. Auch in der Offensive lag vieles im Argen. Den Spielerinnen unterliefen ungewohnt viele Passfehler – auch in den Abläufen fehlte die Präzision wie letzte Überzeugung. Zudem erwies sich die Trefferquote als unzureichend.

Kein nennenswertes Aufbäumen

Und das Lintforter Dilemma nahm in den zweiten 30 Minuten weiter seinen Lauf. Es gab kein nennenswertes Aufbäumen. Der Auftritt in der Verteidigung blieb blass – vorne waren gute Aktionen eher Mangelware. Keine Spielerin wollte die Verantwortung schultern. Vieles blieb an Loes Vandewal hängen.

„Es war ein total schwacher Auftritt meiner Mannschaft“, ärgerte sich TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein. „Bei uns fehlte es in ganz vielen Teilbereichen – ob beim Kampf oder der Laufbereitschaft. Wir müssen uns an die eigene Nase packen.“

TuS: Laura Graef, Sabrina Romeike – Eva Legermann 1, Leonie Lambertz 1, Lisan van Hulten 2, Anika Henschel 1, Mie Norup Isaken 2, Becky van Nijf 1, Katharina Ueffing 2, Jana Willing 1, Katrin Kaiser, Loes Vandewal 8.

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