Fußball-Landesliga

2:3! Phantomtor wirft SV Scherpenberg aus der Bahn

Verschoss gegen Rhede einen Elfmeter: Scherpenbergs Lenker Bora Karadag (in Blau), hier beim 3:1 in Dingden.

Verschoss gegen Rhede einen Elfmeter: Scherpenbergs Lenker Bora Karadag (in Blau), hier beim 3:1 in Dingden.

Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Moers.  Im Nachholspiel der Fußball-Landesliga verlor Tabellenführer SV Scherpenberg gegen den VfL Rhede mit 2:3. Dabei fiel auch ein Phantomtor.

Ein Schlaufenloch im Tornetz sorgte am Mittwochabend im Scherpenberger Wäldchen für hitzigen Diskussionsstoff. Genau durch jene offene, aber doch enge Masche soll ein Flachschuss von Mauritz Varwick ins SVS-Tor gesaust sein. Der Essener Unparteiische Fynn Tonscheidt entschied nach Rücksprache mit seinen Assistenten auf Treffer für den VfL Rhede zum 2:2, obwohl die Mehrzahl der 150 Zeugen den Ball neben dem Tor der Gastgeber gesehen hatte. Der Landesliga-Tabellenführer hatte spätestens mit dem Phantomtor die bisherige Souveränität verloren, verschoss durch Kapitän Bora Karadag noch einen Elfmeter und kassierte letztlich eine 2:3 (2:2)-Heimniederlage. Trotzdem bleiben die Gelb-Blauen nach fünf Startsiegen Tabellenführer vor Sterkrade-Nord.

„Niederlage tut echt weh“

Trainer Abdassamad Sallay tröstete das wenig. „Die Niederlage tut echt weh. Wir waren klar besser und hatten auch noch genügend Chancen für ein 3:3.“ Eine halbe Stunde spielten die Gastgeber den Gegner vor sich her. Emre Camdali per Flachschuss (8.) und Gabriel Derikx aus kurzer Distanz (17.) sorgten für ein 2:0. Das doppelte Ergebnis war drin.

Doch mit dem Anschlusstor, ein haltbarer Kopfballaufsetzer von Noah Lübbe (31.), rächte sich die zu offensive Gangart der Gastgeber. Trainer Sallay hatte mit Camdali, dem emsigen Derikx und Stellmach gleich drei Voll-Angreifer aufgeboten. Rhede nutzte plötzlich große Freiräume im Konter und auch ungewohnte Abspielfehler im Aufbau.

Nur vier Minuten nach dem Anschluss fiel das Phantomtor. Minutenlange Diskussionen brachten Referee Tonscheidt nicht davon ab, im Zweifel für den Schützen zu entscheiden. Immerhin gab es auf der Gegenseite kurz darauf einen an Emre Terzi verschuldeten Foulelfmeter. Doch Kapitän Karadag scheiterte am glänzend parierenden VfL-Torhüter Sebastian Kaiser (43.).

Halbzeit zwei war dann ein einziger Frustabschnitt für den Spitzenreiter. Erst musste Innenverteidiger Lars Hoffmeister mit einem Muskelfaserriss in der Wade raus. Sein Einsatz am Samstag (18.30 Uhr) im Derby gegen Fichte Lintfort ist fraglich. Dann passte die komplette Defensive nicht auf, als Mauritz Varwick einen allerdings haltbaren Flachschuss zum 3:2 ungehindert in der rechten Torecke versenkte (63.).

Der Ausgleich war danach noch drin. Doch Scherpenberg suchte im Sturmlauf vergebens nach dem eiskalten Punch. Kopfball Terzi, Gewaltschuss Karadag, Kopfball Terasa, Heber Palla, Aufsetzer Agostino -- alles torverdächtig, alles aber am Ziel vorbei.

„Das war eine komplett unnötige Niederlage für uns, damit hat sicher niemand in der Liga gerechnet“, erklärte Trainer Sallay nach dem Schlusspfiff etwas zerknirscht, „die Mannschaft wird aber positiv bleiben, sich sammeln und motiviert ins Derby gegen Fichte Lintfort am Samstag gehen.“

Scherpenberg: Weigl – Terzi, Yildirim (83. Terasa), Hoffmeister (56. Frömmgen), Ihnacho – Üzüm, Terwiel (71. Agostino) – Derikx, Karadag, Stellmach (64. Palla) – Camdali.

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