Basketball

„Anführer“ treten kürzer: Bei der BG Lintfort endet eine Ära

Till Achtermeier (links) hat in Lintfort eine Ära geprägt. Nur für ein Jahr spielte er in Essen.

Till Achtermeier (links) hat in Lintfort eine Ära geprägt. Nur für ein Jahr spielte er in Essen.

Foto: Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  Zwei eigentlich unverzichtbare Stützen des Regionalliga-Kaders, werden in der kommenden Saison nicht mehr für die erste Mannschaft auflaufen.

Das Jahr 2020 hat für die Basketballer der BG Kamp-Lintfort eigentlich schon genug schlechte Nachrichten bereitgehalten. Erst der coronabedingte Saisonabbruch im März, dann der plötzliche Tod des Ehrenvorsitzenden Kurt Liebke im Juni. Und nun noch das: Michael Schmak und Till Achtermeier, zwei eigentlich unverzichtbare Stützen des Regionalliga-Kaders, werden in der kommenden Saison nicht mehr für die erste Herrenmannschaft des Vereins auflaufen. Diese Nachricht war den Verantwortlichen intern zwar schon länger bekannt, ist in ihrer Endgültigkeit aber dennoch schwer zu verdauen.

Spielertrainer in der Landesliga

Der 33-jährige Schmak und der 31-jährige Achtermeier wollen künftig kürzertreten. Ganz den Ball aus der Hand legen können sie aber nicht. Beide werden ab sofort die dritte Herrenmannschaft in der Landesliga als Spielertrainer-Duo anführen und wollen dort neben erfahrenen Kräften auch vermehrt Jugendspieler an ein gehobenes Seniorenniveau heranführen.

Für die Regionalliga-Mannschaft bedeutet diese neue Konstellation allerdings eine Zäsur. Denn 15 Jahre lang waren Schmak und Achtermeier Teil des Kaders der ersten Herrenmannschaft – Achtermeier mit einem Jahr Unterbrechung, in dem er für Schwarz-Weiß Essen auflief.

Schmak (25 Jahre) und Achtermeier (21) sind schon ganz lange im Verein

Zuvor durchliefen beide Spieler sämtliche Jugendmannschaften der BGL, sind seit nunmehr 25 (Schmak) beziehungsweise 21 Jahren (Achtermeier) auch Mitglieder des Vereins. Ihre ersten Schritte im Seniorenbereich machten sie dann erst in der zweiten Herrenmannschaft in der Bezirksliga, wurden aber schnell Teil der Erstvertretung. Im Laufe der Jahre wuchs das Team um sie herum, sie wurden zum Motor und Herz der Lintforter Basketballer.

Mehr Artikel zum Sport in Moers und Umland gibt es hierNach mehreren Auf- und Abstiegen folgte im Jahr 2017 die Krönung: Der völlig unerwartete Aufstieg in die 1. Regionalliga, die auch Dank der basketballerischen Qualitäten des inzwischen erfahrenen Duos dann auch gehalten werden konnte. Aber auch abseits des Feldes engagierten sich beide für den Verein – trainierten Jugendteams, absolvierten ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der BGL und übernahmen Funktionärsaufgaben. So gehört Achtermeier als Werbewart auch noch dem aktuellen Vorstand an.

Trainer Tobias Liebke: „Es war mir eine Ehre“

Trainer Tobias Liebke bedauert natürlich den Verlust seiner beiden langjährigsten Begleiter, ist aber vor allem stolz. „Es war mir eine Ehre, beide in den 15 vergangenen Jahren auf ihrem Weg begleitet haben zu dürfen. Sie haben den Grundstein für all das gelegt, worauf wir aktuell aufbauen. Ohne Michael und Till wäre der Basketball in Lintfort aktuell nicht dort, wo er ist“, so Liebke. „Wir verlieren als Team auf dem Feld zwei großartige Typen, zwei sehr gute Werfer, aber vor allem zwei Anführer. Noch mehr als im Spiel waren beide neben dem Feld für das Team von unschätzbarem Wert. Mit beiden konnte man immer offen und ehrlich reden, sie hatten eine klare Meinung und hielten damit auch nicht hinterm Berg.“

Die BG Lintfort bricht nun also in eine neue Ära auf. Nun müssen die jüngeren Akteure aufrücken, die Lücke füllen und daran arbeiten, irgendwann vielleicht einmal einen ähnlichen Status zu erreichen, wie Michael Schmak und Till Achtermeier.

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