Leichtathletik: Silvesterlauf

Auf Zahlen kommt’s in Veen nicht an

Kurz nach dem Start: Den Teilnehmern standen beim Silvesterlauf in Veen drei Distanzen zur Auswahl.

Foto: Armin Fischer

Kurz nach dem Start: Den Teilnehmern standen beim Silvesterlauf in Veen drei Distanzen zur Auswahl. Foto: Armin Fischer

Veen.   Beim Silvesterlauf der Borussia durch die Hees bleibt die Stopuhr aus. Auch die Teilnehmerzahlen werden nicht ermittelt.

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Als der Startschuss durch die Hees hallt, setzt sich der bunte Tross langsam in Bewegung. Männer, Frauen, Kinder und Hunde haben sich zum Veener Silvesterlauf eingefunden und wollen das Jahr in entspannter Atmosphäre ausklingen lassen. Es ist nicht zu übersehen, dass der Silvesterlauf der Borussia anders ist als so viele andere Läufe am Niederrhein. Hier wird beim Start nicht gedrängelt. Und der ein oder andere macht sich sogar erst einige Minuten nach dem Startschuss auf den Weg. Das ist kein Problem, da es ohnehin keine Zeitmessung gibt. Denn auf Zahlen kommt es nicht an.

Das wird spätestens dann deutlich, wenn man sich mit den Läuferinnen und Läufern oder dem Organisationsteam unterhält. Hier werden keine Rekorde gejagt, die Teilnehmerzahl wird lediglich grob geschätzt und an der Frage, der wievielte Silvesterlauf es denn nun eigentlich sei, scheiden sich die Geister. „Wenn wir das mal so genau wüssten“, sagt Willi Spettmann, Ehrenvorsitzender von Borussia Veen, der sich mittlerweile aufs Abfeuern des Startschusses beschränkt.

„Mit 80 geht das mit der Rennerei nicht mehr so“, so Spettmann. Anschließend wird Rat eingeholt, und am Ende einigen sich die Anwesenden auf „etwas zwischen 33 und 35 Ausgaben“. „Angefangen hat alles mit einer kleinen Runde und Glühwein im Rucksack“, erinnert sich Josef van Beek, der zum Organisationsteam gehört. Er ist am Morgen bereits die Strecken (fünf, 7,5 und zehn Kilometer) abgefahren, hat Schilder aufgehängt und die Wege inspiziert. Trotz des kräftigen Windes sind die Verhältnisse gut – bis auf die üblichen Matschpfützen.

Nasse Füße

Doch wer zum Veener Silvesterlauf kommt, der weiß, was ihn erwartet. Und da stören ein paar nasse Füße und dreckige Laufschuhe kaum. Zumal es im Ziel die verdiente Entschädigung in Form von warmen Kakao und Krapfen gibt. Mit dem dampfenden Getränk in der Hand bietet sich die Gelegenheit, das abgelaufene Jahr mit Freuden oder der Familie Revue passieren zu lassen. „

Für uns ist der Lauf Teil der Silvesterfeier und ein gelungener Abschluss. Wir treffen uns hier jedes Jahr“ meint Noah Decker, der sich zusammen mit seinen Freunden auf Strecke begibt. Genauso wie Philipp Schweers, der „ohne Leistungsdruck“ und in „entspannter Atmosphäre“ die letzte sportliche Aktivität in 2017 angehen will. Dafür gibt es am 31. Dezember vermutlich keinen besseren Ort als die Hees und den Veener Silvesterlauf. Übermäßigen Ehrgeiz sucht man hier vergebens.

„Was man das ganze Jahr nicht geschafft hat, muss jetzt auch nicht mehr sein“, scherzt Josef van Beek und sieht den Sinn der Veranstaltung viel mehr darin „noch einmal zurückzublicken und vielleicht ein paar Vorsätze für das kommende Jahr zu fassen“. Für die austragende Veener Borussia geht es dabei in erster Linie darum, den passenden Rahmen zu bieten. Und der ist gegeben, darauf können sich die Teilnehmer bestimmt auch in 2018 verlassen – egal ob Mann, Frau, Kind, Jugendliche oder Hund.

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