Basketball / BG Lintfort

BG Lintfort zum Varianten-Trio zum Basketball-Neustart

So kuschelig wird es erst einmal nicht mehr bei der BG Lintfort sein, wenn Trainer Tobias Liebke (knieend) während der Spiele seine Ansagen mit der Mannschaft macht.

So kuschelig wird es erst einmal nicht mehr bei der BG Lintfort sein, wenn Trainer Tobias Liebke (knieend) während der Spiele seine Ansagen mit der Mannschaft macht.

Foto: Archiv / Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Am Niederrhein.  Wie kann es mit dem Spielbetrieb weitergehen? Der Westdeutsche Basketball-Verband skizziert drei Szenarien – mit unterschiedlichen Startterminen.

„Wir müssen alle lernen, damit umzugehen“, bringt Mechtild Künsken die bereits seit Mitte März andauernde Situation durch die Corona-Pandemie auf den Punkt. Die hauptamtliche Geschäftsführerin beim Westdeutschen Basketball-Verband (WBV) steckt wie alle anderen Funktionäre im Hallensportbereich in der Zwickmühle, eine kommende Saison zu planen, ohne genau zu wissen, wann diese beginnen und ob sie auch im nächsten Jahr zu Ende geführt werden kann. Der „nicht-kontaktfreie Sport- und Trainingsbetrieb sowie jeder Wettkampfbetrieb“ sind jedenfalls auch nach §9 der neuesten Coronaschutzverordnung mit einigen Ausnahmen verboten, die ab Samstag, 30. Mai gilt.

Am Beispiel der Basketball-Vereine aus der Region lässt sich aufzeigen, welches Bedürfnis alle Hallensportler haben, endlich eine Entscheidung zu hören, wie, wann und ob überhaupt die Saison 2020/2021 gestartet wird.

In einer Telefonkonferenz wurden den Vereinen drei Szenarien vorgestellt, die den Klubs als „Rahmenkonzept für die Aufnahme des Spielbetriebes im WBV“ an die Hand gegeben worden sind. Dabei lautet der erste Hinweis, dass alles nur vorbehaltlich auf Grundlagen der politischen Entscheidungen und der vorgegebenen Schutzmaßnahmen umgesetzt werden könnte.

Vorlauf von sechs Wochen

Der WBV will jedenfalls seinen Vereinen eine Vorlaufzeit von sechs Wochen geben, „um den Spielbetrieb zu organisieren“, heißt es dort. Und dann stellt der Verband drei Szenarien vor, die sich in erster Linie an den unterschiedlichen Startterminen orientieren.

Variante A sieht den Saisonbeginn am 31. August vor. „Das wäre unser ganz normaler Starttermin“, so Tobias Liebke, Trainer des Zweitregionalligisten BG Lintfort, die immer vier Wochen nach den Sommerferien loslegen.

Zwar hatte Liebke zuletzt versichert, dass bei den Basketballern im Juni und Juli eher „tote Hose“ herrschen würde, doch langsam aber sicher haben auch die ersten Männer und Frauen bei der BGL unter Einhaltung sämtlicher Auflagen wieder das Training in der Halle aufgenommen. Das heißt, neben den Trainern mit maximal vier Akteuren in der Halle, „weil wir vier Körbe zur Verfügung haben“, so Liebke. Dafür hat der Verein ein Hygienekonzept erarbeitet und mit der Stadt abgesprochen. Ob bei den Basketballern am 31. August mit der neuen Saison der Wiedereinstieg in den Hallensportbetrieb gefeiert werden kann, will der WBV spätestens am 5. Juli entscheiden.

Variante B sieht einen Start am 26. Oktober vor, das wäre das erste Wochenende nach den Herbstferien. Darüber würde der WBV bis zum 13. September entscheiden. Bei diesen beiden Varianten sind jeweils 26 Spieltage vorgesehen.

26 Spieltage

Variante C beschreibt die Situation, dass bis zum 1. November der Spielbetrieb immer noch nicht wieder aufgenommen werden könnte. Damit würde die kommende Saison erst im nächsten Jahr beginnen, wobei Spielpläne und Rahmenbedingungen dadurch entsprechend neu ausgearbeitet werden müssten. In allen Varianten würde es auch Spieltage nach den Osterferien geben, wobei zu diesem Zeitpunkt eigentlich stets bereits das Saisonende gefeiert werden konnte.

Schwierig könnte es mit einem Spielbetrieb in den Sommerferien 2021 werden. Die Sporthallen gehören in der Regel zu Schulen und stehen unter städtischer Verwaltung. Und auch Hausmeister haben Anspruch auf Urlaub, den sie allerdings normalerweise nicht während der Schulzeit nehmen können. „Wir versuchen alles, um vor den Sommerferien fertig zu werden“, ist auch Mechtild Künsken das Dilemma bewusst.

„Ich kann mit allen drei Varianten leben. Ändern können wir in dieser schwierigen Situation sowieso nichts“, sagt Tobias Liebke. Der Trainer würde allerdings – wie alle anderen Vertreter der Hallensportvereine – endlich wieder loslegen mit Training und Spiele.

>>>KLARTEXT

Die Fußball-Bundesliga hat am 16. Mai mit dem 26. Spieltag den Spielbetrieb wieder aufgenommen – vor leeren Rängen, aber unter strengsten Auflagen für den Schutz vor der Corona-Pandemie. Zumindest auf dem Papier.

Im Derby Dortmund gegen Schalke lief ein BVB-Spieler vor dem Anpfiff auf den Rasen und spuckte erst einmal auf den Platz. Das machen Hallensportler eher selten.

Bei den Spielen in der Woche vermeiden die Fußballteams, sich beim Torjubel in den Armen zu liegen, sondern „klatschen“ mit den Fäusten ab – oder springen sich Brust-an-Brust an. Noch näher ging es nur bei der Hertha aus Berlin zu. Da gab es ebenfalls gleich beim Neustart nicht einmal zwei Wochen nach dem Video von Salomon Kalou auch mal einen Männerkuss auf dem Platz. Das machen Hallensportler eher selten.

Heiko Herrlich, Trainer des Fußball-Erstligisten FC Augsburg, ging während der Quarantäne Shopping-Tour, bestrafte sich selbst und trägt nun immer artig seinen Mundschutz. Demonstrativ am Ellenbogen. Auch das machen Hallensportler eher selten.

Denn die haben gar keine Veranlassung auf oder neben dem Spielfeld einen Mundschutz zu tragen, weil die meisten nicht einmal in die Sporthallen kommen. Da läuft doch irgendetwas schief, da wird doch mit zweierlei Maß gemessen.

Der Deutsche Fußball-Bund, der gefälligst die Einhaltung der Maßnahmen zu überwachen hat, denkt augenscheinlich nicht einmal an eine Bestrafung. Wozu dann die ganzen Maßnahmen?

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