Corona-Pandemie / Niederrhein

Corona-Pandemie sorgt für Hängepartie in allen Sportarten

Schon fertig: Das Corona-Virus hat bei den Volleyballern vom Moerser SC, hier mit David Seybering (links) und Tom Weber im Spiel gegen den TV Baden,  für die wohl kürzeste Zweitliga-Saison aller Zeiten gesorgt.

Schon fertig: Das Corona-Virus hat bei den Volleyballern vom Moerser SC, hier mit David Seybering (links) und Tom Weber im Spiel gegen den TV Baden, für die wohl kürzeste Zweitliga-Saison aller Zeiten gesorgt.

Foto: Jürgen Sabarz

Am Niederrhein.  Während das Corona-Virus die Sportwelt lahmgelegt hat, müssen die Trainer nun dafür sorgen, dass ihre Spieler fit bleiben. In allen Sportarten.

Die Auswirkungen der Corona-Krise haben die Sportwelt lahmgelegt, Mannschaften aus Moers und Umgebung in nahezu allen Sportarten in die Wettkampfpause gezwungen. Auch ein regulärer Trainingsbetrieb ist durch die aktuellen Auflagen nicht möglich – und wäre selbstverständlich auch nicht vernünftig. Früher oder später wird der Spielbetrieb fortgesetzt, auch wenn der Zeitpunkt gänzlich unbekannt ist. Dennoch gilt es, fit zu bleiben und bereit zu sein wenn es soweit ist. Die Herangehensweisen der Trainer sind dabei vielfältig.

Während die Fußball-Saison in allen Spielklassen bisher auf noch nicht absehbare Zeit unterbrochen ist, herrscht für die Basketballer und Volleyballer zeitlich schon etwas mehr Planungssicherheit. Sowohl in der 2. Volleyball-Bundesliga als auch in der 2. Basketball-Regionalliga ist die Saison abgebrochen worden. Der Moerser SC und die BG Kamp-Lintfort müssen also in dieser Saison nicht mehr zu Pflichtspielen antreten.

Bei beiden Teams haben die Spieler daher jetzt erst einmal keine konkreten Hausaufgaben von ihren Trainern bekommen. Weil bei den Basketballern der BGL die Saison vorbei ist, hat Trainer Tobias Liebke „vier Wochen früher Sommerpause.“ Das sei für ihn „gar nicht so unnormal“ – wohl wissend, in dieser Spielzeit nicht mehr ran zu müssen.

Volleyball-Coach Hendrik Rieskamp blickt für den MSC auch schon auf die neue Saison. Bevor es aber konkretere Gedanken zu Trainingsplänen oder Mannschaftstraining gibt, will er zunächst abwarten, „wann man wieder in die Hallen und die Fitnessstudios kann“.

Die Fußballer am Niederrhein müssen noch abwarten

Die Fußballer hingegen müssen sich für die theoretisch denkbare Fortsetzung der Saison in Form halten, egal in wie vielen Wochen diese erfolgen könnte und würde. Einige Trainer haben den Spielern konkrete Trainingspläne mitgegeben wie etwa Ralf Gemmer vom Landesligist SV Scherpenberg oder Jürgen Raab vom Frauen-Regionalligisten SV Budberg. Letzterer weiß: „Es ist in jeder Pause so, dass die eine das besser einhält und die andere weniger. Aber das fällt dann auf, wenn es wieder weitergeht.“

Keinen Trainingsplan hat Heinrich Losing vom Landesligist SV Sonsbeck seinen Schützlingen gegeben und gibt es „in die volle Verantwortung der Spieler“, sich fit zu halten. Eckart Schuster hält es bei den Frauen des GSV Moers genauso. Eine Kombination aus beiden Ansätzen haben Stefan Janßen vom Regionalligist VfB Homberg und Volker Hohmann beim Landesligist Fichte Lintfort gewählt.

Die Trainer in der Corona-Pause

Tobias Liebke (BG Kamp-Lintfort, Basketball): „Wir haben den Jungs da freie Hand gegeben. Durch den Saisonabbruch fühlt es sich an, als wäre die Sommerpause vier Wochen früher da, aber ansonsten gar nicht so unnormal. Nach so einer Saison ist es dann immer so, dass eine längere Pause kommt und das ist auch jetzt so. Die Spieler haben frei und es ist ihnen überlassen, wie sie das sportlich gestalten.“

Hendrik Rieskamp (Moerser SC, Volleyball): „Nachdem die Saison abgebrochen wurde, beginnt dann irgendwann die etwas längere Vorbereitung auf die neue Saison. Wir müssen da die nächsten Wochen abwarten, wie wir weiter machen können. Vor allem müssen wir sehen, wann man wieder in die Hallen und die Fitnessstudios kann.“

Stefan Janßen (VfB Homberg, Fußball): „Wir haben den Spielern Trainingspläne an die Hand gegeben. Diese sind ein Mix aus Vorgaben und eigenen Aktivitäten der Spieler. Jeder hat ja auch unterschiedliche Geräte und Möglichkeiten zu Hause. Wir wissen nicht, wie lange die Pause geht, aber es sind ja noch mindestens vier Wochen. Stand jetzt müssen wir davon ausgehen, dass wir irgendwann wieder fit für den Wettkampf sein müssen.“

Ralf Gemmer (SV Scherpenberg, Fußball): „Die Jungs haben von uns Laufprogramme erhalten. Draußen laufen zu gehen ist ja noch unproblematisch, aber mehr kannst du im Moment nicht machen. Das gilt für die Spieler, solange wie keine Ausgangssperre oder weitergehende Einschränkungen verhängt werden.“

Heinrich Losing (SV Sonsbeck, Fußball): „Das habe ich in die volle Verantwortung der Spieler gegeben. Wir haben da keine Trainingspläne herausgegeben, sondern nur grobe Vorgaben gemacht. Die Jungs sollen sich selber fit halten und jeden zweiten, dritten Tag etwas machen. Da haben ich volles Vertrauen in meine Mannschaft.“

Volker Hohmann (Fichte Lintfort, Fußball): „Ich habe den Spielern etwas an die Hand gegeben. Das sind verschiedene Läufe mit unterschiedlichen Vorgaben, aus denen die Spieler sich etwas raussuchen können. Das ist aber freiwillig, denn ich glaube, ich kann da keinen zu zwingen, rauszugehen oder drinzubleiben. Die Jungs können sich untereinander verabreden und zu zweit treffen, dann macht’s mehr Spaß. Jeder sollte sich möglichst dreimal die Woche körperlich betätigen.“

Eckart Schuster (GSV Moers Frauenfußball): „Bei uns gibt es keine Trainingsvorgabe. Wir haben das mit den Spielerinnen so besprochen, und wer individuell etwas machen möchte, kann das natürlich gerne tun.“

Jürgen Raab (SV Budberg Frauenfußball): „Die Spielerinnen haben die Trainingspläne der Sommervorbereitung in abgeänderter Form erhalten. Es ist in jeder Pause so, dass die eine das besser einhält und die andere weniger. Aber das fällt dann auf, wenn es wieder weitergeht. Und wenn wieder gespielt wird, dann haben wir ja mit den Nachholspielen auch ein sehr straffes Programm.“

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