Handball / Verbandsliga

Derby: SV Neukirchen vs HSG Vennikel/Rumeln-Kaldenhausen

Seine Wurfkraft ist am Samstag gegen die HSG Vennikel gefragt: SVN-Rückraum-Ass Philipp Peich (beim Wurf)

Seine Wurfkraft ist am Samstag gegen die HSG Vennikel gefragt: SVN-Rückraum-Ass Philipp Peich (beim Wurf)

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Neukirchen-Vluyn.  Bereits am zweiten Spieltag der Handball-Verbandsliga geht es rund: Der SV Neukirchen empfängt die HSG Vennikel/Rumeln-Kaldenhausen

Die Saison ist taufrisch, aber es gab bereits erste Duftmarken, Aufreger und Überraschungen. Und schon am zweiten Spieltag wird in der Handball-Verbandsliga aus hiesiger Sicht die Attraktivität gleich um einige Gänge hochgeschaltet. Das Lokalderby zwischen dem gastgebenden SV Neukirchen und der HSG Vennikel/Rumeln-Kaldenhausen steht auf dem Programm, geprägt von Rivalität und Emotionen. Die Fans können sich ganz bestimmt auf ein spannendes Kräftemessen freuen. Los geht es, Samstag, 18 Uhr, in der Halle des Julius-Stursberg-Gymnasiums.

Beim SV Neukirchen ist die Stimmungslage nach der 25:30-Auftaktpleite in St. Tönis gleich etwas in Schieflage geraten. Natürlich ist das Ergebnis total unbefriedigend, aber die Art und Weise, wie sich der Oberliga-Absteiger über weite Strecken präsentierte, ärgert doppelt. Die Mannschaft vermittelte wenig Spielfreude, wirkte dabei oft behäbig, mit unterdrückter Körpersprache und wenig Tempo in den Aktionen – die Rücklaufmoral nach verlorenen Bällen oder schwachen Würfen gab es nicht. Der Kampf in der Defensive war recht ordentlich.

Nicht wieder so eine Vorstellung

Doch in Bezug auf das anstehende Derby muss sich niemand Sorgen über die Neukirchener Einstellung machen. Die Mannschaft will sicherlich nicht ein zweites Mal – nun im Heimspiel – eine so dürftige Vorstellung abliefern. Ein Derbysieg wäre Balsam für die Auftaktschlappe.

Die Hausherren müssen vor allem in der Defensive mit Einsatz und der nötigen Einstellung zu Werke gehen. Die Mannschaft besitzt eindeutig das Rüstzeug, um den HSG-Angriff empfindlich anzugehen. Dabei könnte Andreas Dürdoth das Zünglein an der Waage sein. Der Torwart trug in der vergangenen Saison noch das HSG-Trikot, wird auf den sportlichen Vergleich mit den ehemaligen Kameraden hinfiebern. Dürdoth hielt zuletzt in St. Tönis in Hälfte eins ganz stark, war dafür verantwortlich, warum Neukirchen nicht früher deutlicher in Rückstand lag.

Der Angriff muss clever vorgetragen werden, mit Schwung und Dynamik. Sicherlich werden erneut Thomas Pannen und Philipp Peich vorangehen. Aber Erfolg wird nur das Kollektiv haben. Der SV Neukirchen muss sich dringend etwas einfallen lassen.

Gast mit Schwierigkeiten

Und genau jetzt kommt die HSG Vennikel/Rumeln-Kaldenhausen ins Spiel. Der Gast hatte auch so seine Schwierigkeiten beim 32:24-Auftaktsieg daheim über Grefrath, wirkte aber stabil und hatte letztendlich alles unter Kontrolle. Die HSG wird insbesondere in der Deckung Maßnahmen treffen, um dem SVN in die „Suppe“ zu spucken. Der Gast definiert sich größtenteils über seine Verteidigung – in diesem Mannschaftsteil schlummert reichlich Qualität. Hier greift Erfahrung und Einstellung reibungsfrei ineinander. Gerade Neuzugänge wie Anthony Pistolesi oder Fabian Zarnekow bringen frischen Wind in die Abteilung, sorgen für eine erhöhte Stabilität. Die HSG kämpft gemeinsam als eine intakte Einheit – nach Plan, aggressiv und mit der dazugehörigen Härte.

Auch der Angriff hat sich in dieser Saison breiter aufgestellt. Allen voran ist da Mirko Szymanowicz zu nennen. Der Rückraumspieler hebt die HSG in der Offensive noch einmal auf ein ganz anderes Niveau, kann aufgrund seiner Erfahrung oder allein wegen seiner Wurfkraft großen Einfluss nehmen.

Überhaupt verfügt der Gast im Allgemeinen über eine gute Angriffsqualität. Die Spielanlage ist auf Schnelligkeit ausgelegt, um die gegnerische Deckung ins Schwimmen zu kriegen oder Lücken zu reißen. Viele Spieler, wie Fabian Schwartz, stehen für den Erfolg.

Die HSG muss aber an der Chancenverwertung schrauben. Die Mannschaft ließ unlängst gegen Grefrath unglaublich viele Einwurfmöglichkeiten liegen. Solche Nachlässigkeiten könnten sich vor allem in einem kampfbetonten und ausgeglichenen Lokalderby rächen.

Beide Kontrahenten werden wohl mit kompletten Aufgeboten antreten. Die Umstände der Vorbereitung im HSG-Lager waren suboptimal: Aufgrund der Sperrung des Albert-Einstein-Gymnasiums musste die Mannschaft in Fremdhallen zu ungewohnter Zeit ausweichen.

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