Fußball-Landesliga

Derbysieg für Fichte Lintfort in Scherpenberg mit Abseitstor

Sieger am Samstagabend im Landesliga-Derby: Fichte Lintfort.

Sieger am Samstagabend im Landesliga-Derby: Fichte Lintfort.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Moers.  Im Derby der Fußball-Landesliga setzte sich am Samstagabend Fichte Lintfort bei Tabellenführer SV Scherpenberg überraschend mit 2:1 (0:1) durch.

Zum zweiten Mal binnen vier Tagen sorgte ein umstrittenes Tor für eine Niederlage des Fußball-Landesliga-Spitzenreiters SV Scherpenberg. War es am Mittwochabend beim 2:3 gegen den VfL Rhede ein Phantomtor der Gäste wegen eines Lochs im Tornetz, so entschied am Samstagabend vor 300 Zuschauern im Wäldchen ein klares Abseitstor gegen die Mannen von Trainer Abdassamad Sallay das Moerser Derby mit Fichte Lintfort. Stefan Kapuscinski ließ die Gäste vier Minuten vor dem Ende beim 2:1 (0:1) jubeln, stand allerdings beim Zuspiel glasklar im Abseits.

Es war nicht die einzige Fehlentscheidung des Unparteiischen-Gespanns um den Essener Schiedsrichter Cedrik Pelka. Der hatte kurz vor dem 2:1 den Gästen einen Handelfmeter verwehrt. Unter dem Strich hatten sich die in der zweiten Halbzeit kampfstarken Lintforter dank einer beherzten Leistung den Sieg durchaus verdient.

Scherpenberg musste kurz nach der Pause den Ausfall von Spielmacher Bora Karadag hinnehmen, der sich eine leichte Zerrung im rechten Oberschenkel eingehandelt hatte. „Dadurch kam ein klarer Bruch in unser Spiel“, stellte Trainer Sallay nach der Partie zerknirscht fest. In einer wenig aufregenden ersten Halbzeit führte ein scharf in den Lintforter Strafraum gezogener Karadag-Freistoß für die Scherpenberger Führung. Emre Terzi vollstreckte per Direktabnahme.

Der Tabellenführer diktierte zwar das Geschehen, kam aber über Standard-Chancen nicht hinaus. Fichte verteidigte ordentlich, hatte offensiv aber zunächst nicht viel zu bieten. Gäste-Trainer Sven Schützek musste seine Startelf umstellen, weil Innenverteidiger Alexander Lenders aufgrund von Rückenschmerzen kurzfristig passen musste. Der 19-jährige Marvin Ring rückte ins Abwehrzentrum, der kurzfristig vom Bezirksligisten SG Kaarst geholte Japaner Shinji Oba lieferte auf der linken Verteidigerposition bei seinem „Debüt aus der Not heraus“, wie Schützek betonte, eine prima Partie ab.

Wirklich zufrieden war der Fichte-Coach aber nur mit der zweiten Halbzeit. „Da waren wir gallig und aggressiv, haben Scherpenberg schön Druck gemacht, mit dem sie nicht gut umgehen konnten“, so Schützek, „deshalb haben wir am Ende auch verdient gewonnen.“

Der Ausgleichstreffer von Stefan Kapuscinski 20 Minuten vor dem Ende vor die Folge einer Vielzahl an guten Tormöglichkeiten. Vor allem der eingewechselte Julian Thiel hätte mit drei Großchancen die Partie im Alleingang wenden können. Als es nach Punkteteilung roch, fiel doch noch das Siegtor.

Bei einem Zusammenprall mit einem Mitspieler nach einem missglückten Klärungsversuch blieb SVS-Torsteher Dominik Weigl weit vor dem eigenen Strafraum liegen. Fichte nach den Abpraller dankend auf. Beim folgenden Lintforter Vorwärtspass stand dann Fichte-Schütze Kapuscinski allerdings im Abseits. Die lautstarken Scherpenberger Proteste nützten jedoch nichts. Das Schiedsrichter-Gespann blieb bei der Fehlentscheidung.

„Das ist nun das zweite Mal in kurzer Zeit, dass der Schiedsrichter ein Spiel komplett beeinflusst“, erklärte Scherpenbergs Trainer Sallay, während die Fichte-Spieler auf der staubigen Asche unter Flutlicht ihren Derby-Sieg feierten. Die Scherpenberger dürften ihre Tabellenführung am Sonntag nach den übrigen Partien damit wohl los sein.

So haben sie gespielt

SV Scherpenberg: Weigl - Terzi, Yildirim, Frömmgen, Ihnacho (80. K. Etuk) - Üzüm, Terwiel - Derikx, Karadag (50. Kara), Palla - Camdali (84. Terasa).

Fichte Lintfort: Gbur - Oba, Ring, Tenbruck, Özcelik - Kapuscinski, von Radecke (88. Poschmann), Roitzheim (62. Thiel), Katendi - Rume, Bougjdi.

Tore: 1:0 Terzi (20.), 1:1 Kapuscinski (70.), 1:2 Kapuscinski (86.).

Schiedsrichter: Cedrik Pelka (SpVgg Steele).

Zuschauer: 300.

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