Leichtathletik: Meisterschaft

Familie Ritte sammelt zehn Medaillen ein

WG: Bericht von den Deutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathletiksenioren in Erfurt
   Leichtathletik Ritte  (v.l. Dr. Thomas Ritte, Matti Herrmann, Heike Drechsler, Steffen Fricke).  

WG: Bericht von den Deutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathletiksenioren in Erfurt   Leichtathletik Ritte  (v.l. Dr. Thomas Ritte, Matti Herrmann, Heike Drechsler, Steffen Fricke).  

Moers.   Bei den deutschen Hallenmeisterschaften der über 35-jährigen in Erfurt sind davon fünf in Gold.

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In der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt wurden jetzt für die über 35-jährigen Leichtathletinnen und -Athleten die deutschen Hallenmeisterschaften ausgetragen. Insgesamt hatten sich 1149 Sportlerinnen und Sportler aus über 500 Vereinen in den vergangenen Monaten für diese nationalen Titelkämpfe qualifiziert.

Gleich mehrere Qualifikationsnormen für diese Titelkämpfe konnten die Moerser Familie Ritte sowie Christian Herbst erfüllen. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist auch, dass im Stabhochsprung ihrer Altersklassen Ute, Christina, Wolfgang und Dr. Thomas Ritte mit dem Druck des Favoriten klarkommen mussten. Das Quartett versuchte die Titel aus dem vergangenen Jahr zu verteidigen.

Souveräner Meister mit 3,80 Meter

Am eindrucksvollsten gelang dies Wolfgang Ritte (M65). Er siegte am Ende mit mehr als einem Meter Vorsprung vor dem Zweit- und Drittplatzierten, Manfred Nink (Eintracht Wiesbaden) und Heinz Baseda (SV Harburg), die jeweils 2,60 Meter übersprangen. Wolfgang Ritte scheiterte erst beim Versuch, seinen vor wenigen Wochen in Potsdam aufgestellten Weltrekord erneut zu verbessern. Mit übersprungen 3,80 Meter wurde er souverän neuer Deutscher Meister.

Auch Ute Ritte (W65) und Christina Ritte (W35) dominierten den Stabhochsprung. Während Christina Ritte sich mit 3,10 Meter, die sie auf Anhieb überquerte, gegen Bianka Herrmann aus Sachsen (2,80) und Anne Reuschenbach aus Bad Sooden (2,70) überlegen durchsetzten konnte, verwies Ute mit übersprungenen 2,50 Meter Grania Leaping vom Alsfelder Sportclub (2,30) klar auf den zweiten Platz. Trotzdem fiel Ute Rittes Jubel eher verhalten aus, weil sie nur denkbar knapp daran scheiterte, ihren eigenen Europarekord um weitere fünf Zentimeter zu verbessern.

Auch Dr. Thomas Ritte (M35) trumpfte im Stabhochsprung auf. Zwar konnte Matti Herrmann aus Frankenberg seine Jahresbestleistung von 4,40 m einstellen, doch auch das reichte nur zur Silber. Gold und damit auch der Titel ging an Thomas Ritte, der hoch über 4,65 m flog. Vierter in diesem Wettkampf wurde Timo Ritte mit 3,30 Meter.

Thomas Ritte war auch neben seiner Mutter Ute der größte Medaillensammler der Familie. Ihm gelang es, sich bei dieser Meisterschaft einen kompletten Medaillensatz zu sichern.

Silber über die Hürden

So konnte er neben der Goldmedaille im Stabhochsprung im Hürdensprint Silber gewinnen. Mit seiner erzielten Zeit von 8,88 Sekunden musste er sich diesmal Matti Herrmann geschlagen geben. Im Weitsprung blieb Thomas Ritte mit einer Weite von 6,18 Meter weit unter seinen Möglichkeiten, da er regelmäßig den Absprungbalken verfehlte. Trotzdem reichte es knapp zur Bronzemedaille. Der Weitsprung war allerdings für ihn – wie auch für alle anderen Teilnehmer - ein ganz besonderer Wettkampf, denn keine geringere als die mehrfache Olympiasiegerin und Weltrekordlerin Heike Drechsler sorgte in dieser Disziplin als Kampfrichterin für eine hervorragend abgezogene Weitsprunggrube. Natürlich nutzten die Athleten nach Ende des Wettkampfes die prominente Gesellschaft für eine intensive Fachsimpelei.

Noch eine Medaille mehr als ihr Sohn konnte Ute Ritte von diesen Meisterschaften mit nach Hause bringen. Im 60 Meter Sprint wurde die 65jährige lediglich von Geraldine Otto vom ABC Ludwigshafen geschlagen, die mit 9,96 Sekunden nur eine Zehntelsekunde schneller war als die Moerserin. Eine weitere Silbermedaille gab es für Ute Ritte im Weitsprung.

Mit 3,67 Meter blieb sie nur sechs Zentimeter hinter Christina Friedrich von der LG Neiße. Im Hochsprung kam sie nicht an ihre Jahresbestleistung heran, konnte sich aber trotzdem hinter Renate Richter und Grania Leaping mit 1,11 Meter eine Bronzemedaille sichern.

Als Außenseiter gewonnen

Eher als Außenseiter bei diesen deutschen Meisterschaften ging Wolfgang Ritte in das Finale über 60 m Hürden. Als klarer Favorit galt hier Titelverteidiger Klemens Grißmer (TSG Oberursel). Der Moerser erwischte einen ausgezeichneten Start, lag schon an der ersten Hürde in Führung. Seinen Vorsprung konnte der 65jährige sogar bis zum Ziel weiter ausbauen, so dass er schließlich mit 9,77 Sekunden überlegen gewann. Der Moerser sicherte sich nach dem Sieg im Stabhochsprung seine zweite Goldmedaille.

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