Fußball / FC Neukirchen-Vluyn

FC Neukirchen-Vluyn - ein neuer Verein mit „alten Hasen“

Die Gründungsväter und -mütter vom neuen Fußballclub Neukirchen-Vluyn 09/21 mit Bürgermeister Harald Lenßen (rechts): (von links) die beiden Kassiererinnen Michaela Osthöver und Sabine Menzenbach, der 2. Vorsitzende Klaus Osthöver, der 1. Vorsitzende Timo Jogsch, der 3. Vorsitzende Jürgen Meier, Geschäftsführer Denis Köhn und Köhns Vertreter Dirk Albrecht.

Die Gründungsväter und -mütter vom neuen Fußballclub Neukirchen-Vluyn 09/21 mit Bürgermeister Harald Lenßen (rechts): (von links) die beiden Kassiererinnen Michaela Osthöver und Sabine Menzenbach, der 2. Vorsitzende Klaus Osthöver, der 1. Vorsitzende Timo Jogsch, der 3. Vorsitzende Jürgen Meier, Geschäftsführer Denis Köhn und Köhns Vertreter Dirk Albrecht.

Neukirchen-Vluyn.   Der Name ist etwas irreführend. Zumindest die Zahlen am Ende. Das hat für die Gründerväter des FC Neukirchen-Vluyn 09/21 gute Gründe.

Der Name ist etwas irreführend. Zumindest die Zahlen am Ende. Doch die Gründerväter des neuen Fußballvereins FC Neukirchen-Vluyn 09/21 wollten nicht auf einen kleinen Hinweis ihrer durchaus langen Geschichte und Tradition verzichten. Immerhin gehen beim neuen FC die Fußball-Herren vom SV Neukirchen und der TuS Preußen Vluyn in einen neuen Verein auf. Und der TuS wurde 1909, der SVN 1921 gegründet. Dass diese beiden Vereine seit dem 5. Februar 2018 nun gemeinsame Fußball-Sache machen würden, war in ihrer ganzen Geschichte ganz und gar nicht selbstverständlich.

Vor zehn Jahren noch forderte die Stadt die damaligen Vereinsvorsitzenden zum Zusammenschluss auf. Im Hinterkopf war bereits die zentrale Sportanlage. Auch wenn zwischenzeitlich bei der Stadt Neukirchen-Vluyn davon niemand mehr etwas wissen wollte und mangels Finanzen die zentrale Sportanlage als Wunsch der Vereine behandelt worden war, hat die Zeit die Geschehnisse eingeholt – und am Ende sogar überholt.

Zentrale Sportanlage

Die zentrale Sportanlage am Schulzentrum ist zum Teil realisiert, demnächst soll dort weiter gebaut werden. Doch die Fußballer, die einst intensiv eine Freundschaft wie Feuer und Wasser pflegten, schnüren nun gemeinsam die Schuhe. „Der erste Schritt war die Gründung des Jugendfördervereins Neukirchen-Vluyn im Jahre 2016, einem eigenen Jugendfußballverein, in dem die Jugendlichen beider Vereine gemeinsam an den Start gingen“, erinnert Timo Jogsch an den Beginn der Zusammenarbeit. Allerdings weiß er auch ganz genau, dass davor in beiden Vereinen eine Menge Detailarbeit notwendig war.

Es war mehr als nur bloßes Glück, dass zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Leute am Werke waren. In beiden Vereinen. Jürgen Meier als Vorsitzender beim TuS Preußen Vluyn hatte im Mai 2012 schon früh auf der Abteilungsversammlung der SVN-Fußballer eine Lanze für einen Zusammenschluss gebrochen und sich bei vereinzelnden, ganz wenigen unbelehrbaren SVN-Veteranen eine blutige Nase geholt. Doch das ist heute Schnee von gestern. Genau wie der Name, den Meier damals ins Rennen geworfen hatte: „Union Neukirchen-Vluyn 09/21“ lautete sein Vorschlag. Wobei am Ende lediglich die Union zum FC wurde. Der Rest ist geblieben – und nun Wirklichkeit geworden.

Denn seit 2012 haben die verantwortlichen Köpfe intensiv an dem Zusammenschluss und der Neugründung des Fußballclubs gearbeitet. Und auch schon davor, obgleich die Fusionspläne zwischen 2008 und 2012 auch mal wieder auf Eis gelegen hatten. Was daran lag, dass beide Vereine ihre Platzanlagen nicht auf- und hergeben wollten. Aber auch das ist Schnee von gestern.

„Man sprach darüber, fühlte vor und ließ es wieder in den Schubladen verschwinden, so dass viele Beobachter zu zweifeln begannen, ob es jemals zu einer Vereinigung der beiden Erzrivalen kommen könnte“, erinnert sich Timo Jogsch. „Doch die Zeiten änderten sich. Unter dem Eindruck von demografischem Wandel, Rückgang von Spielerzahlen im Jugendfußball und der wachsenden Konkurrenz durch moderne Sportanlagen und Vereinsfusionen in der direkten Nachbarschaft, wurden die Gespräche im Jahre 2015 erneut aufgenommen. Diesmal brachen sie nicht mehr ab.“

Mit der guten Erfahrung, die alle im JFV gesammelt hatten wurden ab 2016 die Gespräche und Verhandlungen sogar noch deutlich beschleunigt. Der SV Neukirchen hatte, wie berichtet, bereits im Sommer für eine Saison auf die Meldung von Herrenmannschaften verzichtete und trat in dieser Zeit unter der Vluyner Flagge an.

Und seit dem 5. Februar 2018, 20.15 Uhr, haben die Kicker nun im Fußballclub Neukirchen-Vluyn 09/21 eine neue Heimat. Gegründet im Sitzungssaal des Vereinsheims vom TuS Preußen Vluyn, neben dem Jahnplatz an der Sittermannstraße. Die Vertreter der beiden Fußballabteilungen und des Jugendfördervereins Neukirchen-Vluyn (JFV) machten dort diesen für die Stadt so sportgeschichtlichen Schritt – im Beisein von Franz Frings, Vorsitzender des Stadtsportverbandes, und von Harald Lenßen, Bürgermeister der Stadt – einst viele Jahre selber Schatzmeister beim SV Neukirchen.

Herausragende Arbeit geleistet

Im ersten geschäftsführenden Vorstand wurden Vertreter beider Stammvereine gewählt. Timo Jogsch ist 1. Vorsitzender. Er war Fußballabteilungsleiter beim SV Neukirchen und Vorsitzender des JFV. In beiden Ämtern hatte er zuletzt herausragende Arbeit geleistet, musste die SVN-Kicker durch äußerst schwierige und stürmische Zeiten steuern und hat sich dabei einen Namen in der lokalen Sportlandschaft gemacht. Klaus Osthöver wurde zum 2. Vorsitzenden gewählt. Er leitete seit einigen Jahren den sportlichen Bereich beim TuS und beim JFV. „Seinem großen Engagement ist es zu Verdanken, dass der neue Verein fast schon in Rekordzeit gegründet werden konnte“, spart Jogsch nicht mit Lob. Der 3. Vorsitzenden ist Jürgen Meier, der noch Vorsitzender des TuS Preußen Vluyn ist. Meier will aus beruflichen und privaten Gründen etwas kürzer treten, stellte sich aber dennoch in den Dienst des neuen Vereins, an dessen Realisierung er maßgeblich beteiligt war. „Sein Steckenpferd ist der Bereich Marketing und Sponsoring“, so Timo Jogsch, der sich gemeinsam mit Jürgen Meier auch noch um die Begleitung der Planungen zur zentralen Sportanlage kümmern wird.

Bekannte Gesichter

Der erster Geschäftsführer beim FC Neukirchen-Vluyn 09/21 ist Denis Köhn, der zuletzt diesen Posten bereits beim SV Neukirchen und beim Jugendförderverein inne hatte und „in allen Vereinen höchste Wertschätzung genießt“, so Jogsch. Köhns Vertreter ist Dirk „Piwi“ Albrecht, ebenfalls ein bekanntes Gesicht, nicht nur im städtischen Fußballgeschehen und auf Kreisebene, sondern auch im Fußballverband Niederrhein.

Die beiden Kassiererinnen beim FC heißen Sabine Menzenbach und Michaela Osthöver, die über passende Erfahrungen aus ihren Tätigkeiten in den beiden Stammvereinen verfügen und dort prima Arbeit geleistet haben, wie der neue Vorsitzende unterstreicht. „Alle Posten im geschäftsführenden Vorstand konnten somit doppelt besetzt werden und alle Anwesenden waren nach den gelungenen Wahlen erleichtert und äußerst optimistisch im Hinblick auf die kommenden Aufgaben“, blickte Jogsch am Ende auf eine anstrengende Gründungsphase und eine überaus erfolgreiche Gründungsversammlung zurück.

Und im Sommer wird es nur noch einen Fußballverein geben, der in die kommende Saison starten wird. Auch bei den Junioren. Denn die werden ebenfalls in den FC Neukirchen-Vluyn 09/21 integriert. Mit dem SuS Rayen hat Neukirchen-Vluyn nun nur noch zwei Fußballvereine.

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