Fußball

Fichte Lintfort: Rot nach Schlusspfiff wegen „Lutscher“

Soll den Schiedsrichter beleidigt haben: Fichte Lintforts Hilal Ali Khan (rechts), hier gegen Seyit Ahmet Isiklar.

Soll den Schiedsrichter beleidigt haben: Fichte Lintforts Hilal Ali Khan (rechts), hier gegen Seyit Ahmet Isiklar.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  Trotz einer guten Leistung endete der Sonntag für Fußball-Landesligist Fichte Lintfort beim 1:1 gegen die SV Hönnepel-Niedermörmter im Verdruss.

Der durchaus aufregende Fußballnachmittag auf dem Kunstrasen an der Franzstraße hatte nach dem finalen Pfiff noch eine unliebsame Überraschung parat. Aus dem Pulk der rot-weißen Fichte-Kicker hatte einer das wirklich fehlerhaft agierende Unparteiischen-Gespann um Referee Yassin El Hatri (SC Velbert) als „Lutscher“ bezeichnet. Der Schiedsrichter ordnete diese Beleidigung dem Lintforter Spielmacher Hilal Ali Khan zu, der nach dem aus Gastgebersicht ärgerlichen 1:1 (0:0) gegen die SV Hönnepel-Niedermörmter noch die Rote Karte zu sehen bekam.

Fichte nicht gut „in der dritten Zone“

Ob es nun Khan oder ein Ersatzspieler war, Fichte-Sportleiter Georg Mewes vertrat eine klare Meinung: „Das war eine Dummheit, die uns sicher vier Woche Sperre kosten wird.“ So endete die Partie für die Lintforter trotz einer weitgehend guten Leistung mit Verdruss.

Den späten Ausgleich durch David Gehle (84.) hatten sich die kampfstarken Gäste zwar irgendwie verdient. Fichte hätte aufgrund der größeren Spielanteile und besseren Möglichkeiten allerdings die Partie leicht gewinnen können. „In der dritten Zone“, wie Trainer Volker Hohmann den Bereich in und am gegnerischen Strafraum bezeichnete, „haben wir nicht gut genug bespielt. Ansonsten habe ich den bisher besten Auftritt meiner Mannschaft in dieser Saison gesehen.“ Was nicht selbstverständlich war nach einer unruhigen Woche.

Mittelstürmer Florian Ortstadt stand erwartungsgemäß nicht im Kader, lief aber auch nicht strafversetzt für die zweite Fichte-Mannschaft auf, sondern sah sich die Partie gegen Hönnepel in Ruhe an. Gut abgeschirmt vom alten Holzhäuschen nahe der Klubgaststätte.

Wie es mit Ortstadt weitergeht, der sich beim 4:0 gegen Praest vor einer Woche einen Disput mit Trainer Hohmann an der Bank geleistet hatte? Vermutlich wird es am Dienstagabend rund ums nächste Training noch einmal ein Gespräch geben. Eine Rückkehr ins Team schien gestern aber eher unwahrscheinlich.

Führungstreffer für Fichte durch Özcelik reicht nicht aus

Es wirkte allerdings auf dem Rasen auch nicht so, dass große Teile der Mannschaft nicht mehr hinter Trainer Hohmann stehen würden. Kampf, Laufbereitschaft und Taktik stimmten. Hohmann: „Das war eine Top-Reaktion des Teams, wir haben sportlich viel richtig gemacht.“ Wenn man den Ausgleich und die Rote Karte ausklammert.

Der zweite Saisonsieg war nach dem von 200 Fans umjubelten Treffer von Baris Özcelik schon greifbar nah. Der eingewechselte Alen Brajic sorgte mit einem Solo über die linke Angriffsseite für die Vorarbeit, Außenverteidiger Özcelik nutzte eine Unachtsamkeit in der Gäste-Deckung dann aus.

Einer der wenigen Defensivfehler auf der Gegenseite – Alexander Lenders kehrte in die Abwehr zurück, Robin von Radecke spielte für Ortstadt im Angriff – hatte dann allerdings den Ausgleich zur Folge. Gäste-Trainer Sven Schützek, der ja viereinhalb Jahre bei Fichte an der Seitenlinie gestanden hatte: „Wir haben gut zurückgefightet. Der Punkt ist für uns okay.“

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