Handball / SV Neukirchen

Jörg Förderer bittet beim SV Neukirchen um seine Freistellung

Insgesamt eine eingeschworene Gemeinschaft: Jörg Förderer (dunkles Trikot) hier im Kreise seiner Mannschaft vom SV Neukirchen, im Spiel gegen den TV Oppum. Foto:Arnulf Stoffel

Insgesamt eine eingeschworene Gemeinschaft: Jörg Förderer (dunkles Trikot) hier im Kreise seiner Mannschaft vom SV Neukirchen, im Spiel gegen den TV Oppum. Foto:Arnulf Stoffel

Neukirchen-Vluyn.   Jörg Förderer ist nicht mehr Trainer des Handball-Oberligisten SV Neukirchen. Deshalb bittet er Abteilungsleiter Markus Witzke um ein Gespräch.

Jörg Förderer ist nicht mehr Trainer des Handball-Oberligisten SV Neukirchen. Nach dem Oppum-Spiel hat er Abteilungsleiter Markus Witzke um ein Gespräch gebeten, dass es am Dienstag in einer vertrauten Runde – unter anderem mit Co-Trainer Thomas Pannen – gegeben hat.

„Ich bin seit einiger Zeit beruflich so eingespannt, dass ich mich und die Mannschaft nicht mehr vernünftig aufs Training und Spiel vorbereiten kann“, begründete der ehemalige Bundesligaspieler seinen schwer zu treffenden Entschluss. Förderer hat dem SVN vier tolle Jahre beschert, aber auch mit drei Niederlagen in den ersten drei Meisterschaftspartien. „Die Mannschaft hat wirklich Potenzial“, sagte er Dienstag. „Aber ich kann den Aufwand nicht mehr stemmen, bin manchmal von der Arbeit völlig erledigt, wenn ich beim Training erscheine. Das ist einfach nicht mein Anspruch.“

Markus Witzke hadert mit sich

Witzke haderte mit sich, weil er den scheidenden Coach vor der Saison zum Weitermachen überredet hatte. „Ich bedauere die Entscheidung sehr, kann sie allerdings völlig nachvollziehen“, so der Abteilungsleiter.

Ungewöhnlich, dass Förderer, Pannen, Witzke und Gregor Baar am Dienstag gemeinsam über eine Nachfolge Förderers gesprochen haben. „Jörg ist eben ein absoluter Handball-Fachmann, und es gibt tatsächlich bereits einen Kandidaten, mit dem alle einverstanden wären“, ließ Witzke durchblicken. Mehr wurde noch nicht verraten.

Der SV Neukirchen hat allerdings keine Zeit zu lamentieren oder Wunden zu lecken. Und die kommende, schwere Aufgabe in der Meisterschaft wartet bereits auf die Blau-Gelben. Sie treten Samstag, 17.30 Uhr, beim TV Aldekerk II an.

Der Aufsteiger lebt in dieser noch relativ frühen Phase der Saison ganz bestimmt von der Euphorie, der Begeisterung und der Stimmung. Der Auftakt ist mit zwei Erfolgen und einer Niederlage geglückt. Aldekerk stellt ein ganz junges Team, bestückt mit etlichen Nachwuchskräften aus der eigenen Talentschmiede. Deren Spielweise ist eindeutig auf Tempo, Dynamik und einer hohen Laufbereitschaft ausgelegt. Die Deckung kann flexibel aufgezogen werden. Und auch hier gilt: Die Spieler sind – egal welche Formation auch gewählt wird – auf „schnellen Beinen“ unterwegs. Einen großen Anteil zum TVA-Erfolg trägt der zielorientierte Gegenstoß bei. Aldekerk benötigt allerdings diese einfachen Tore, um an Sicherheit zu gewinnen.

Neukirchen muss hingegen behutsam und bedacht auftreten. Es gilt die gesunde Mischung aus Tempo und Risiko zu finden, aber auch die zweifelsohne vorhandene Routine auszuspielen. Insbesondere in der Deckung müssen klare Verhältnisse herrschen. Jens Beutelt und Dennis Kühn müssen in ihren Chefrollen führen und motivieren. Zudem wären Aggressivität und eine härtere Gangart zuträglich, um sich im gegnerischen Lager Respekt zu verschaffen.

Die Gäste können aber vor allem im Angriff zulegen. In diesem Mannschaftsteil fehlte in den Spielen zuletzt eine passende taktische Ausrichtung. Vieles war dem Zufall überlassen – oder der Individualität, die sicherlich vorhanden ist. Gerade die so erfahrenen Spieler wie Marvin Bartnik, Philipp Peich, Andre Behmer und Thomas Pannen müssen gemeinsam Verantwortung schultern und in hitzigen Situationen kühlen Kopf bewahren.

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