Motorsport / MC Kamp-Lintfort

Kamp-Lintforter ist auf fremder Piste in Kenia unterwegs

Der Kamp-Lintforter Michel Dammann mit dem geliehenen Motorrad und der geliehenen Ausrüstung am Rande der Piste in Nairobi.

Der Kamp-Lintforter Michel Dammann mit dem geliehenen Motorrad und der geliehenen Ausrüstung am Rande der Piste in Nairobi.

Foto: Fam. Dammann

Kamp-Lintfort.  Der 50-jährige Kamp-Lintforter Michael Dammann besucht in Kenia seine Schwiegereltern und gleichzeitig eine Motocross-Strecke nahe Nairobi.

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Aufmerksame Besucher des traditionellen 1.-Mai-Motocross-Spektakels vom ADAC Motorclub (MC) Kamp-Lintfort am Eyller Berg kennen Michael Dammann. Als Fahrer oder als helfendes Vereinsmitglied bei den Motorsportlern. Denn der 50-jährige Kamp-Lintforter fährt selber seit 30 Jahren mit dem geländetauglichen Zweirad durch die Matsche und, wenn’s sein muss, über Stock und Stein. Dammann startet in der Regel beim „ADAC Nordrhein MX Cup“ in der Leistungsklasse drei und bei den Senioren. Von seiner Leidenschaft konnte ihn nicht einmal ein Unfall 2007 am 1. Mai abhalten, bei dem viele Vereinskollegen schon Schlimmes befürchteten. Immerhin musste damals das Rennen auf dem Naturkurs am Eyller Berg abgebrochen werden, weil Michael Dammann erst einmal von der Strecke geborgen werden musste.

Am Ende waren es „nur“ eine gebrochene Schulter und ein gebrochenes Handgelenk. Kein triftiger Grund, um mit dem Sport aufzuhören. Ganz im Gegenteil. Denn die Feiertage nutzte Dammann, um nach mittlerweile zehnjähriger Ehe mit einer Kenianerin endlich seine Schwiegereltern in der Heimat seiner Frau zu besuchen. Und dort von Montag, 16. Dezember, bis Sonntag, 12. Januar, afrikanische Motocross-Luft zu schnuppern.

Zur Schwiegermutter am Viktoriasee

Vorher habe es einfach nicht geklappt, meldet er vom Viktoriasee, wo seine Schwiegermutter in bescheidenen Verhältnissen mit einigen Familienmitgliedern lebt. Die anderen wohnen und arbeiten in der Hauptstadt Nairobi.

„Ich habe bewusst meinen Urlaub so gewählt, um am wahren Leben in Kenia teilzunehmen. So lerne ich auch die nicht so schönen Seiten des Lebens hier kennen. Armut, Slums unmittelbar neben modernen Wohnblocks, Angst vor Terror, Soldaten mit Maschinenpistolen – es war schon ein Kulturschock hier für mich. Aber das wollte ich ja so. Hotel, Sonne Strand und Meer kann jeder“, berichtete Dammann Vereinssprecher Roland Beyer. Und weil die Ampelanlagen in der Metropole eher eine Dekoration seien, wäre der Straßenverkehr eine echte Herausforderung für Fremde.

Doch Michael Dammann wusste durch Motocross-Trainer Jürgen Küppers, dass in Kenia die Begeisterung für den relativ preiswerten Motocross-Sport groß ist. Der Grevenbroicher Küppers hatte schon mal Trainingseinheiten in Kenia abgehalten. Dammann suchte online über Youtube die Motocross-Strecke des „East Afrika Motor Sports Club“ raus. Die wird vom dort ansässigen Motorclub mit „vielen Sprüngen, Waschbrettern und Steilkurven“, so Beyer, am Rande von Nairobi prima gepflegt und bietet auch nationalen Meisterschaften einen ansprechenden Untergrund. So freute sich der Motorsport-Veteran aus Kamp-Lintfort, dass Motocross über Grenzen hinweg verbinden kann – auch in ärmere Länder.

Ein Zweirad muss her

Damit Michael Dammann den Fahrspaß dann aber auch richtig genießen konnte, benötigte er erst einmal ein motorisiertes Zweirad. Für rund 33 Euro konnte er beim ansässigen Verein eine Yamaha YZ mit einem 125-Kubikzentimeter-Zweitaktmotor leihen. Damit, und mit geliehenem Outfit inklusive eine Art Springerstiefel ging es knapp eine Stunde auf die Piste am Äquator. Der zieht sich nämlich mitten durch das ostafrikanische Land.

Für den Motorsportfan aus Deutschland wurde schließlich gegen einen kleinen Betrag extra die Strecke geöffnet, was sonst nur am Wochenende der Fall ist. Doch auch dabei halten Motocrossfans zusammen.

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