Handball / Verbandsliga

Lehrstunde für die HSG Vennikel/Rumeln-Kaldenhausen

Seine zehn Tore reichten nicht: Mirko Szymanowicz (beim Wurf) im Spiel gegen den TV Geistenbeck.

Seine zehn Tore reichten nicht: Mirko Szymanowicz (beim Wurf) im Spiel gegen den TV Geistenbeck.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Moers.  Nach dem Spitzenspiel der Handball-Verbandsliga gegen Geistenbeck verabschiedet sich die HSG Vennikel/Rumeln-Kaldenhausen aus dem Aufstiegskampf.

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Niedergeschlagen und voller Enttäuschung blicken die Spieler der HSG Vennikel/Rumeln-Kaldenhausen nur noch den Rücklichtern des Aufstiegszuges hinterher. Die Verbandsliga-Handballer haben sich nach der deftigen 25:35 (13:17)-Heimklatsche gegen den alles überragenden Primus TV Geistenbeck wohl endgültig aus den Titelrennen verabschiedet. Geistenbeck thront weiterhin verlustpunktfrei an der Tabellenspitze – Vennikel hat mittlerweile schon sechs Minuspunkte auf dem Konto.

Die Hausherren konnten von Beginn an der hohen Erwartungshaltung nicht Stand halten. Der Druck, im proppevollen Albert-Einstein-Gymnasium gewinnen zu müssen, war einfach zu groß. Die HSG präsentierte sich nervös, den Spielern unterliefen zu viele leichte Fehler. Ärgerlich war zudem, dass die Mannschaft sich über weite Strecken nicht an die Vorgaben hielt. Wie etwa an die „Schussbilder“.

Torchancen vergeben

So hieß es in der taktischen Vorbesprechung, Würfe in den unteren Bereichen des Tores zu vermeiden. Was passierte: Die Spieler warfen immer wieder unten. Genau da, wo TV-Torhüter Alexander Lausberg seine absoluten Stärken hat. Mit dieser unklugen Spielweise wurden klarsten Torchancen leichtfertig vergeben.

Geistenbeck hingegen brauchte nur noch auf die Fehler seines Rivalen zu warten und münzte die „Geschenke“ mit einem wohl strukturierten Umschaltspiel in Treffer um. Der Tabellenführer wirkte in seinem gesamten Erscheinungsbild cool und abgeklärt. Die TV-Spieler brachten die erforderliche Aggressivität mit, gingen dort hin, wo es weh tat, profitierten von einer enormen Entschlossenheit beim Abschluss – vor allem über die Kreisposition.

Die HSG Vennikel sammelte aber in der Halbzeitpause neue Kräfte, kam mit frischen Elan zurück aufs Parkett. Die Mannschaft schraubte das Engagement in die Höhe und warf wichtige Tore (19:21/40.).

Aber es sollte nur ein kurzes Aufbäumen sein. Die Spieler verfielen zurück in alte, schlechte Strickmuster, machten Anfängerfehler, die umgehend bestraft wurden.

Geistenbeck ließ in der Folgezeit die Muskeln spielen, zeigte der HSG Vennikel ganz klar die Grenzen auf. Der Titelaspirant machte klar, weshalb der Verein derzeit das Maß der Dinge ist. Der Gast legte – ohne dabei groß gefordert zu werden – einen satten 8:0-Torelauf hin und sorgte mit dem 29:19 (50.) für die Vorentscheidung.

„Wir müssen die Überlegenheit des Gegners anerkennen“, betont ein total enttäuschter HSG-Trainer Helmut Menzel. „Aber meine Jungs müssen sich auch an die eigene Nase fassen. Der Auftritt war nicht gut. Wir haben uns zudem beim Torabschluss nicht clever angestellt.“ Und Menzel fügt etwas verschnupft hinzu: „Ich verschwende derzeit überhaupt keinen einzigen Gedanken mehr daran, was in Zukunft alles noch nach oben möglich ist. Das Thema ist absolut durch.“

HSG-Tore: Mirko Szymanowicz 10/2, Domenec Gatza 6, Eric Schwarz 2, Fabian Fenzel 2, Tobias Dickel 2, Philipp Kox 2, Toben Nepicks 1.

>>>FABIAN ZARNEKOW GEHT

Die HSG Vennikel/Rumeln-Kaldenhausen und sein Deckungsspezialist Fabian Zarnekow gehen ab sofort getrennte Wege. In der offiziellen Begründung des Vereins heißt es – „es hat einfach nicht gepasst“. Beide Lager hatten wohl zu unterschiedliche Auffassung vom Handballsport. Fabian Zarnekow wechselt nun mit unbekanntem Ziel.

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