Motorsport / DTM Zandvoort

Mit über 500 PS geht’s ab durch die niederländischen Dünen

Mike Rockenfeller im Auto und – im Briefmarken-Design – auf seiner Namenstafel, die das Grid-Girl hält. Er freut sich riesig auf Zandvoort. Foto:Martina Schlimbach

Mike Rockenfeller im Auto und – im Briefmarken-Design – auf seiner Namenstafel, die das Grid-Girl hält. Er freut sich riesig auf Zandvoort. Foto:Martina Schlimbach

Am Niederrhein.   Wer die Piloten der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) nach ihrer Lieblingsstrecke fragt, hört fast immer: Zandvoort! Aus gutem Grund.

Wer die Piloten der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) nach ihrer Lieblingsstrecke fragt, hört fast immer: Zandvoort! Der anspruchsvolle Dünenkurs vor den Toren der niederländischen Metropole Amsterdam ist am Wochenende Austragungsort für das fünfte von insgesamt zehn Rennwochenenden der populärsten Tourenwagenserie Europas.

Gleich zwei Mal, nämlich am Samstag und am Sonntag jeweils um 13.30 Uhr, werden die 18 Piloten von Audi, BMW und Mercedes die 4,307 Kilometer lange Strecke im Renntempo unter die Räder ihrer mehr als 500 PS starken V8-Boliden nehmen und knapp eine Stunde lang um Punkte für den begehrten Meistertitel kämpfen.

Ein gutes Pflaster

Für Audi Sport war Zandvoort in der Vergangenheit stets ein gutes Pflaster, denn die Marke mit den vier Ringen kann auf dem bereits 1948 eröffneten, ehemaligen Formel-1-Kurs praktisch alle Bestmarken für sich verbuchen. Insgesamt zehn Siege konnten die Werksteams Abt Sportsline, Phoenix Racing und Rosberg in den zurückliegenden Jahren erzielen, alleine vier davon gehen auf das Konto des Schweden Mattias Ekström. Aber auch der Neuwieder Mike Rockenfeller, der am Beginn seiner Karriere im Jahre 2000 den Kart-Cup des Moersers Jörg van Ommen gewonnen hatte und danach regelrecht durchstartete, hat in Zandvoort schon zwei Mal ganz oben auf dem Siegerpodest gestanden. Im vergangenen Jahr stellte zudem sein französischer Teamkollege Loïc Duval mit dem Audi RS5 DTM in 1:29,168 Minuten einen neuen Rundenrekord auf.

Ob die Audi-Piloten der bisherigen Erfolgsbilanz ihres Arbeitgebers am kommenden Wochenende weitere Topergebnisse werden hinzufügen können, ist momentan aber völlig offen. Um die Entwicklungskosten der spektakulären Tourenwagen weiter zu reduzieren, wurden die technischen Möglichkeiten im Bereich der Aerodynamik deutlich beschränkt, womit besonders der Audi des Jahrgangs 2018 gegenüber der Konkurrenz ins Hintertreffen geriet. Nach acht Läufen führt Mercedes mit 421 Punkten die Markenwertung vor BMW (313) an. Audi dagegen gelang bisher noch kein einziger Sieg und hat erst 122 Zähler sammeln können. Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Fahrerwertung, wo Rockenfeller, als bestplatzierter Pilot der Ingolstädter mit 34 Punkten aktuell nur an der zehnten Position zu finden ist.

„Ich bin natürlich mit anderen Erwartungen in die Saison gestartet“, gesteht der Rheinländer. „Jeder Fahrer in der DTM rechnet sich – zurecht – Sieg- oder vielleicht sogar Titelchancen aus. Deswegen kann ich im Moment nicht zufrieden sein.“ Jetzt geht es für „Rocky“ darum, die vergangenen Rennen so schnell wie möglich abzuhaken und nach vorne zu schauen. Das DTM-Gastspiel in Zandvoort ist dafür der ideale Ort, denn an den anspruchsvollen Dünenkurs hat er nur die besten Erinnerungen.

Zwei Jahre später den Titel geholt

„2011 durfte ich nach vier Saisons mit einem Vorjahreswagen endlich in ein aktuelles Auto wechseln und habe dort bereits beim zweiten Rennen den ersten Sieg geholt. Zwei Jahre später gelang mir an gleicher Stelle schon vorzeitig der Titelgewinn und letztes Jahr habe ich in Zandvoort das Sonntagsrennen gewonnen. Ich freue mich auf das Wochenende und hoffe, wir können nach dem schwierigen Start in die laufende Saison nun endlich an diese Erfolge anknüpfen.“

Für reichlich Spannung dürfte auf jeden Fall gesorgt sein, denn die Rennen in Zandvoort sind stets für eine Überraschung gut. Der gesamte Kurs liegt nur einen Steinwurf vom Nordseestrand entfernt und so herrscht hier häufig ein böiger Wind, den die Fahrer in ihrem Rennwagen spüren. Zudem wird immer wieder Sand auf die Strecke geweht, der das Grip-Level des Asphalts von Runde zu Runde variieren lässt. Auch die Reifen werden in Zandvoort stärker strapaziert als auf anderen DTM-Rennstrecken. „Durch den reduzierten Abtrieb dürfte der Reifenabbau in diesem Jahr ein noch größeres Thema sein als bisher“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Speziell der linke Vorderreifen ist hohen Belastungen ausgesetzt, so dass der Wahl des optimalen Zeitpunkts für den Pflichtboxenstopp eine besondere Bedeutung beikommen wird.“

Die beiden Qualifyings sind im Livestream auf ran.de zu sehen, die Rennen können im Fernsehen auf SAT.1 live verfolgt werden. Neben der DTM gehen am kommenden Wochenende auch die jungen Nachwuchs-Talente der FIA Formel 3 Europameisterschaft an den Start. Abgerundet wird das Programm von der 2011 erstmals ausgetragenen Supercar Challenge, in der Sportwagen wie der Ferrari 458, der Lamborghini Huracan Super Trofeo, der Porsche 997 oder der Mercedes SLS unterwegs sind. Für die Motorsportfans vom Niederrhein ist Zandvoort ohnehin stets eine Reise wert, denn die Rennstrecke ist nur rund 220 Kilometer entfernt – bietet sich daher auch für einen Tagesausflug an.

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