Wassersport / Weltcup

Moerser Rainer Hassenjürgen hat den Olympiasieger beherbergt

An der Duisburger Regatta-Bahn: (von links) Gastgeber Rainer Hassenjürgen mit seinen Gästen und Freunden Alan Thompson, Sohn Quaid Thompson und Mutter Liz Thompson.

An der Duisburger Regatta-Bahn: (von links) Gastgeber Rainer Hassenjürgen mit seinen Gästen und Freunden Alan Thompson, Sohn Quaid Thompson und Mutter Liz Thompson.

Foto: Oliver Strubel / ICF Deutscher Kanu-Verband

Moers.  Sie kennen sich 40 Jahre. Der Moerser Rainer Hassenjürgen und der Neuseeländer Alan Thompson. Am Rande des Kanu-Weltcups gibt’s ein Wiedersehen.

Mittlerweile kennen sie sich ziemlich genau 40 Jahre. Und sind etwa ebenso lange befreundet. Nun bot der Kanu-Weltcup in Duisburg die Gelegenheit für ein Wiedersehen. Der Neuseeländer Alan Thompson war zu Gast beim Moerser Rainer Hassenjürgen. Thompson ist mit zwei olympischen Goldmedaillen einer der erfolgreichsten Kanu-Sportler seines Landes. Kennengelernt haben sich die beiden bei den Kanu-Weltmeisterschaften in Duisburg. 1979. Hassenjürgen reagierte damals auf einen Aushang an der Universität, der nach Dolmetschern für das anstehende Sportereignis suchte. Im Verlauf der Wettkämpfe betreute er daraufhin das Neuseeländische Team.

Thompson und drei weitere Kanu-Sportler wollten im Jahr darauf trotz des Boykotts ihrer Nation an den Olympischen Spielen in der Sowjetunion teilnehmen. ,,Sie bekamen keine Unterstützung vom Staat“, erinnert sich Hassenjürgen. ,,Sie sind eine Zeit lang bei mir untergekommen. Ich habe sie dann auch bei der Organisation der Weiterfahrt nach Moskau unterstützt.“ Und in den folgenden Jahren begleitete der Moerser die Neuseeländischen Kanuten. 1984 in Los Angeles holte Thompson Gold im Einer- (K1) und Vierer-Kajak jeweils über 1000 Meter. 1988 folgte in Seoul die dritte Olympia-Teilnahme.

Nach der Karriere in Kontakt

Auch nach Thompsons aktiver Karriere blieben er und der Moerser in Kontakt. Nach Hassenjürgens Pensionierung erfüllte sich der ehemalige Lehrer für Sport und Englisch einen langgehegten Traum. Mit seiner Frau Angela ging es 2014 in die neuseeländischen Heimat der Thompsons nach Gisborne.

Nun kam Alan Thompson mit seiner Frau Liz, die 1984 bei den olympischen Spielen in Los Angeles im Kajak für Australien gestartet war, als Trainer nach Duisburg. Ihr 21-jähriger Sohn Quaid trat dort über 1000 und 5000 Meter an. Für die Weltmeisterschaften im ungarischen Szeged im August ist er ebenfalls qualifiziert.

Rainer Hassenjürgen, der schließlich bei der Kanu-Weltmeisterschaft 2013 in Duisburg Chefdolmetscher war, hatte beim Weltcup ausnahmsweise als Übersetzer nicht viel zu tun. Lediglich für die Grußworte des Duisburger Oberbürgermeisters Sören Link war er zuständig.

Bei den Weltmeisterschaften im Parakanu in Duisburg im nächsten Jahr plant er als Dolmetscher wieder aktiver zu sein. So hatte er diesmal aber mehr Zeit sich um seine neuseeländischen Freunde zu kümmern.

Während Vater und Sohn Thompson an der Regattabahn trainierten, wohnte Liz eine Woche bei Hassenjürgen in Moers. Gemeinsam unternahmen sie unter anderem Radtouren. Zeit, um mit Alan Thompson in Erinnerungen zu schwelgen, gab’s dann erst nach dem letzten Wettkampf von Quaid. Zu Fünft ging es zum Essen zum „Italiener“.

Aufbruch Richtung Weltmeisterschaft

Schon am nächsten Morgen mussten die Thompsons Richtung Trainingslager aufbrechen, zur Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft.

Die Wettkämpfe in Ungarn und die weiteren Schritte in Quaids Karriere wird Hassenjürgen sicher aufmerksam verfolgen. 2023 stehen dann wieder Weltmeisterschaften in Duisburg an. Eine gute Gelegenheit für ein Wiedersehen mit der Familie Thompson.

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