43. Hawaii-Triathlon

Paradiesische Tortur auf Hawaii für ein Quartett

Bereit für Hawaii: (von links) Jens Gosebrink, Kirsten de Baey-Ruszin, Fernando Concha und Sascha Hubbert.

Bereit für Hawaii: (von links) Jens Gosebrink, Kirsten de Baey-Ruszin, Fernando Concha und Sascha Hubbert.

Foto: Melanie Koppel / Funke Foto Services GmbH

Rheinberg/Wesel.  Am Samstag steigt der 43. Ironman auf Hawaii, der größte Triathlon überhaupt. Auch einige Rheinberger Athleten sind dann mit dabei.

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Wer an Hawaii denkt, der spürt vielleicht eine tropische Meeresbrise auf der Haut. Oder hört das Rauschen der Wellen, den Klang der Ukulele. Oder sieht moosgrün bewachsene Vulkane in die Wolken ragen. Solch einer paradiesischen Schwärmerei auf der anderen Seite der Erdkugel gibt sich ein niederrheinisches Triathlon-Quartett frühestens am Montagmorgen hin. Dann, wenn der 43. Ironman von Kona Geschichte sein wird. Sascha Hubbert, Fernando Concha, Jens Gosebrink und Kirsten de Baey-Ruszin nehmen diese Herausforderung an, die größte ihrer Karriere. 3,8 Kilometer Schwimmen im Pazifik, 180 Kilometer Radfahren durch Lava-Felder und gegen böenartige Mumuku-Winde, abschließend ein Marathon bei sengend-feuchter Hitze – der Ort Kona steht für die Königsdisziplin der Königsdisziplin.

Ingenieur Fernando Concha (34), der für das Triathlon Team Rheinberg startet, mit seinen Mitstreitern aber am Weseler Auesee auf den sportlichen Höhepunkt der Karriere hingearbeitet hat, geht den Triathlon mit Muße an: „Ziel ist es, die ganze Show zu genießen. Ob ich das auf der Strecke auch kann, wird sich zeigen.“ 9:30 Stunden hat sich Concha als Zielzeit vorgenommen. Bei der Qualifikation in Frankfurt in extremer Hitze war der gebürtige Katalane nach 9:50 Stunden erlöst.

Conchas Rheinberger Kollege Sascha Hubbert hat auf Lanzarote bereits ähnliche Bedingungen wie auf Hawaii kennengelernt. Der 28-Jährige hat vor allem Respekt vor der Schwimmstrecke. Ohne Neoprenanzug fehlt ein wenig der physikalische Auftrieb. Dazu gibt es im Meer vor Kona spürbare Wellen – und auch diverse Fische. Hubbert freut sich mehr auf die Radstrecke: „Die wird mir liegen.“ 9:15 Stunden hat sich Hubbert vorgenommen.

Carina Fierek drückt die Daumen

Das intensive Training der vergangenen beiden Monate soll sich bezahlt machen. „Ich fühle mich topfit und will in der Altersklasse vorn landen“, sagt der Weseler. Am Wochenende gewann er noch beim Hanse-Citylauf über zehn Kilometer, bevor es in den Flieger ging. Gemeinsam mit Lebenspartnerin Carina Fierek übrigens. Die für den TuS Xanten startende Marathonläuferin hält ihren Triathlon-Kollegen vor Ort den Rücken frei. „Vielleicht teste ich mal die Schwimmstrecke, die ist ja einige Tage vor dem Wettkampf schon präpariert“, sagt die Polizistin.

Hubberts Trainingspartner Jens Gosebrink steht der dritte Langdistanz-Triathlon nach Frankfurt und Tallinn binnen dreieinhalb Monaten bevor. Schon seit einer Woche ist der 34-Jährige auf Hawaii, um sich angesichts von satten zwölf Stunden Zeitverschiebung zu akklimatisieren. Erst auf Maui, dann auf Big Island. „Tropische Bedingungen kann man am Auesee nicht trainieren“, sagt Gosebrink, der für Bayer Uerdingen startet, aber auch Mitglied bei der LG Alpen ist. 9:30 Stunden hält er für realistisch. Respekt hat er vor dem abschließenden Marathon: „Da muss ich durchkommen.“

Kirsten de Baey-Ruszin sieht eher im Schwimmen ihre größte persönliche Herausforderung. Kleiner Vorteil: Der frühe Start wird der Agrar-Wissenschaftlerin, die auf Hawaii ihren vierten Langdistanz-Triathlon bewältigen will, nicht allzu viel ausmachen: „Ich trainiere zu Hause oft schon um 4.30 Uhr morgens, früh aufstehen bin ich gewohnt.“

Die 29-Jährige fliegt als Europameisterin der Altersklasse 25 bis 29 Jahre nach Big Island. In Frankfurt war sie nach 10:10 Stunden im Ziel. An einem möglichen weiteren Titel orientiert sich Kirsten de Baey-Ruszin aber nicht. „Kein Druck machen, nur durchkommen, das Beste geben, mit sich zufrieden sein“, zählt die Athletin vom Hamminkelner SV ihre persönlichen Ziele auf.

Hawaii geht übrigens nicht jedes Jahr. Die Kosten für den zwei- bis dreiwöchigen Trip liegen bei rund 4000 Euro pro Person. „Das ist ohne Sponsor finanziell ein Brett“, gibt Sascha Hubbert zu, der allein 500 Euro für den Transport seines Spezialrads bezahlen musste. Jens Gosebrink fügt an: „Ich habe mir Geld leihen müssen, sonst wäre Hawaii für mich nicht drin gewesen.“ Die Startgebühr in Kona liegt übrigens bei satten 1000 Euro.

Übrigens:

Der Triathlon von Kona ist nichts für Langschläfer. Schon um 7 Uhr Ortszeit (19 Uhr deutsche Zeit) geht es am Samstag in die Fluten des Pazifiks, um 3,86 Kilometer zu schwimmen.

Der Startschuss erfolgt mittels einer alten Kanone. Die anschließende Radstrecke, 180,2 Kilometer lang, verläuft auf dem Queen K Highway durch Lavafelder.

Die ARD ist live auf Sendung. Ab 18.25 Uhr sind Schwimmen und Radfahren am Samstag im Live-Stream im Internet zu sehen, ab 23.55 Uhr bis gegen 3.45 Uhr am Sonntagmorgen läuft das Rennen dann auch im Fernsehen.

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