Motorsport / DTM

Platz zwei für Mike Rockenfeller reicht am Ende wohl nicht

Er lässt sich die gute Laune aber nicht verderben:Mike Rockenfeller (links), bei der Siegerehrung in Österreich mit (von links) René Rast und Nico Müller. Foto:Martina Schlimbach

Er lässt sich die gute Laune aber nicht verderben:Mike Rockenfeller (links), bei der Siegerehrung in Österreich mit (von links) René Rast und Nico Müller. Foto:Martina Schlimbach

Am Niederrhein.   Mit insgesamt 24 Meisterschaftspunkten im Gepäck kehrte Mike Rockenfeller aus Österreich zurück. Doch für den Gesamtsieg wird’s ganz eng.

Mit insgesamt 24 Meisterschaftspunkten im Gepäck kehrte Mike Rockenfeller aus Österreich zurück. Auf dem Red-Bull-Ring erreichte der Audi-Pilot Rennen der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) den siebten Platz, tags darauf verpasste er nur knapp den Sieg und überquerte hinter seinem Markenkollegen René Rast aus Minden als Zweiter die Ziellinie. Zwei Rennen vor Saisonende hat Rockenfeller jetzt 134 Zähler auf dem Konto und liegt auf Tabellenrang vier, doch an der Spitze ist der Schwede Mattias Ekström im Abt-Audi mit 172 Punkten bereits relativ weit voraus. Auch wenn beim Finale Mitte Oktober noch maximal 56 Zähler – je 25 für den Sieg und drei für die Pole-Position – zu verdienen sind, dürfte der DTM-Champion von 2013 im Kampf um den begehrten Titel diesmal nur noch Außenseiterchancen haben.

Das Rennwochenende in der Steiermark begann für den heute 33-jährigen Kfz-Mechaniker, der in der Kartserie des Moersers Jörg van Ommen den Grundstein für seine Karriere legte, denkbar ungünstig. Wegen eines Getriebeproblems konnte er am freien Training am Freitag gar nicht teilnehmen. „Sorry, unser Fehler“, gab Phoenix-Audi-Teamchef Ernst Moser hinterher zu. „Bei der Montage wurden zwei Zahnräder falsch eingebaut. Das ist zwar sehr ärgerlich, aber wir sind halt alle nur Menschen und die machen auch mal Fehler.“

Beim Moerser van Ommen gestartet

Im Zeittraining für das erste Rennen erreichte Rockenfeller einen Platz in Reihe drei, doch beim Start des ersten Laufs wurde er etwas unglücklich abgedrängt und fiel zwischenzeitlich bis an die achte Position zurück. So war am Ende trotz einer guten Strategie und eines gelungenen Pflichtboxenstopps nicht mehr als Rang sieben möglich.

Im zweiten Durchgang am Sonntag sah es dagegen wesentlich besser aus. Wie schon in allen vorausgegangenen Sessions, so dominierten die Piloten mit den vier Ringen auf der Motorhaube das Geschehen. Schon gegen Rennmitte hatte sich ein Audi-Dreierpaket, mit dem Briten Jamie Green, René Rast und dem Schweizer Nico Müller an der Spitze des Feldes etabliert. Dahinter steckte Rockenfeller die Nase seines Schaeffler-Audi RS 5 immer wieder unter den Heckflügel des vor ihm fahrenden BMW von Marco Wittmann, der bald über abbauende Reifen klagte. In der Schlussphase überschlugen sich dann die Ereignisse. Zunächst kassierte der gebürtige Neuwieder den BMW M4 DTM des Fürthers, dann wurde der führende Green zwei Runden vor Schluss plötzlich langsamer, weil sein Getriebe den Geist aufgegeben hatte. So rutschte „Rocky“ erst auf Rang drei vor und schnappte sich im allerletzten Umlauf schließlich auch noch Müller für Platz zwei.

Ein Kuriosum ereignete sich bei der Siegerehrung, denn im Freudentaumel stießen Rast und Rockenfeller mit ihren aus Glas gefertigten Pokalen zusammen, so dass der gebürtige Neuwieder nur noch Scherben übrig behielt.

Pokal in Scherben

„Ja, der René war etwas zu euphorisch bei der Champagner-Dusche. Aber man sagt ja, Scherben bringen Glück“, grinste Rockenfeller. „Ich hoffe, ich kann mir einen Ersatzpokal bestellen, denn die Trophäen hier in Spielberg sind immer tolle Kunstwerke und gehören zu den schönsten der gesamten Saison.“ Auf seine zurückliegenden Ergebnisse angesprochen, ergänzte er: „Mein letzter Sieg in Zandvoort ist zwar noch nicht so lange her, aber in der schnelllebigen DTM-Welt für mich dann doch zu lange. Auf jeden Fall war das Rennen heute nicht schlecht. Ich hatte einen tollen Fight mit Marco Wittmann und habe am Schluss davon profitiert, dass ich mir meine Reifen über die Distanz besser eingeteilt hatte. Ich freue mich über das Podium, wäre aber auch über den dritten Platz glücklich gewesen, denn sportlich war Jamie heute einfach stärker.“

Wenn am 14. und 15. Oktober im badischen Motodrom von Hockenheim die beiden letzten Saisonläufe ausgetragen werden, wird Audi mit Sicherheit zunächst alles auf die Karte Ekström setzen. Die DTM ist als Herstellerserie nun einmal ein Mannschaftssport und da sollte es niemanden wundern, wenn Dieter Gass seine übrigen Piloten anweisen wird, den Schweden nach besten Kräften zu unterstützen und gegebenenfalls auch selbst einmal vom Gas zu gehen. Falls der Schwede jedoch wider Erwarten patzt, wären Rast, Green und auch Rockenfeller sofort zur Stelle und könnten den Titelkampf unter sich ausmachen.

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