Training nach Coronapause

SV Budberg: Mit viel Abstand zurück auf den Platz

Die Kicker des SV Budberg sind seit dieser Woche wieder auf dem Platz. Trainiert werden muss noch unter Einhaltung strenger Anstandsvorschriften.

Die Kicker des SV Budberg sind seit dieser Woche wieder auf dem Platz. Trainiert werden muss noch unter Einhaltung strenger Anstandsvorschriften.

Foto: SV Budberg

Rheinberg.  Die Fußballer des SV Budberg haben einen ersten Schritt zurück in die Normalität hinter sich. Bei den Rheinbergern wird wieder trainiert.

Auf diesen Tag haben sie über zwei Monate lang gewartet. Als sich am Samstag die Tore des Scania-Sportparks an der Raiffeisenstraße in Rheinberg öffnen, wollen sie am liebsten alle gleichzeitig losrennen und Bolzen, dass die Tore krachen. Das geht natürlich noch nicht in Zeiten von Corona, auch wenn wegen der sinkenden Infektionszahlen ein Stück weit Normalität in den Alltag einkehrt – auch bei den Jugendkickern des SV Budberg.

Damit die Spieler endlich wieder gemeinsam kicken können, hat der Verein extra einen Krisenstab mit Corona-Koordinatoren gegründet. Unter der Anleitung von Jugend-Obmann Thomas Kehrmann wurde ein gut durchdachtes Hygienekonzept aufgestellt. „Das hat zum Start am Samstag sehr gut geklappt“, ist der Trainer der Budberger A-1-Jugend zufrieden.

Mit drei Mannschaften proben die Schwarz-Weißen ein Training unter Einhaltung der Kontaktbeschränkungen. Der Eingang zur Sportanlage ist beschildert, es gibt eine Einbahnstraßen-Regelung. Wer die Anlage verlässt, muss eine andere Tür nehmen.

Jede Mannschaft darf nur mit maximal zehn Spielern und zwei Trainern gleichzeitig auf dem Platz stehen. Weil der SV Budberg über drei Plätze verfügt, ein Naturrasen, ein Kunstrasen und ein Klein-Spielfeld, kommen sich die Teams nicht in die Quere.

Vor der ersten Einheit musste jeder Spieler – beziehungsweise bei den jüngeren Kindern die Eltern – eine Erklärung unterschreiben, in der sie sich mit den neuen Verhaltensregeln auf dem Budberger Sportplatz einverstanden erklären. Zudem müssen sich alle, die den Sportplatz betreten, in eine Anwesenheitsliste eintragen, damit mögliche Infektionsketten verfolgt werden können. Die Nutzung der Duschen und Umkleidekabinen bleibt vorerst untersagt.

Passen, stoppen, Torschüsse

Am Samstag um 11 Uhr ist also die C-Jugend die erste Budberger Jugendmannschaft, die endlich wieder auf den Platz darf. Sie trainiert in zwei Gruppen, passen, stoppen, Torschüsse. Was halt derzeit so erlaubt ist, alles eben ohne Zweikämpfe. „Da muss man als Trainer kreativ sein“, weiß Thomas Kehrmann und führt aus: „Und auch wenn das Abschlussspielchen zurzeit noch ausfallen muss: Alle sind ja froh, dass sie wieder auf den Platz dürfen.“

Um 12 Uhr ist bei der C-Jugend Schluss, die älteren Jungs müssen nun den Platz verlassen, eine Viertelstunde sind nämlich die Jüngsten an der Reihe. Die Bambinis und die F-Jugend übernehmen den Scania-Sportpark, auch die kleinsten Budberger Nachwuchskicker werden natürlich auf zwei Spielfelder verteilt.

„Die Kinder laufen ja normalerweise alle wild durcheinander. In dem Alter ist es sehr schwierig, Abstandsregeln zu erklären und diese dann auch einzuhalten“, weiß Thomas Kehrmann. Doch auch das ging gut. „Unsere Trainer haben Hütchen aufgestellt, damit die Kids wussten, wo sie bei den einzelnen Übungen stehen sollten“, berichtet der Chef der SVB-Jugendabteilung.

Wilhelm Barnowski hat sich etwas einfallen lassen. Normalerweise lässt der erfahrene Coach seine kleinen Kicker vor allem eins: spielen, spielen, spielen. Nun aber „musste ich etwas mehr Zeit in die Vorbereitung des Trainingsprogramms stecken“, nickt der Trainer der Budberger F1. „Ich habe kleine Wettkämpfe fünf gegen fünf eingebaut, das kam bei den Kiddies gut an.“

Namenszettel für die Kleinsten

Wenn er auf dem Platz die Hütchen umbauen musste und die Kids zur Trinkpause an die Seitenbande schickte, war auch dort alles auf Abstand geregelt. „Da klebten im Abstand von zwei Metern in Folie eingeschweißte Zettel mit allen Namen, damit jeder sofort wusste, wo er hinlaufen musste“, erzählt Wilhelm Barnowski. Für die doch ziemlich kleinteilige und komplizierte Organisation des Trainingsauftakts zieht er daher gleich mehrere Hüte: „Da hat der Vorstand um Thomas Kehrmann ganze Arbeit geleistet. Das war perfekt vorbereitet.“

Nach dem gelungenen Start am Samstag folgten am Montag mit der A-Jugend, der C 2 und den Mädchen die nächsten Budberger Mannschaften ins Teamtraining unter Corona-Bedingungen. Am Dienstag sind dann die erste und zweite Mannschaft dran.

Nach und nach kehrt beim SVB mit seinen insgesamt 18 Jugend- und sechs Senioren-Mannschaften mit rund 500 Spielerinnen und Spielern so etwas wie Alltag auf dem Fußball-Platz zurück. Wenn ab dem 30. Mai dann auch wieder Sport mit Kontakt erlaubt ist, sind sie die Budberger schon wieder ganz gut im Training – auch wenn ihnen das im Punktspiel keinen Vorteil mehr verschaffen wird. Am Niederrhein ist die Saison in allen Ligen schließlich abgebrochen.

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