Handball: Oberliga

SV Neukirchen tritt zum Kellerduell an

Seine Entschlossenheit ist gefragt: Marvin Bartnik (beim Sprungwurf), SVN-Kapitän.

Foto: Arnulf Stoffel

Seine Entschlossenheit ist gefragt: Marvin Bartnik (beim Sprungwurf), SVN-Kapitän. Foto: Arnulf Stoffel

Neukirchen-Vluyn.   Oberligist spielt am Sonntag um 19 Uhr beim TuS Lintorf. Trainer Thorsten Klottig weilt derzeit in einem lange schon geplanten Urlaub in Kuba.

Der Start ins neue Jahr verlangt eine erhöhte Dosis an Hingabe, Aufmerksamkeit und Konzentration. Die Situation im Lager des Handball-Oberligisten SV Neukirchen ist ziemlich angespannt. Die Blau-Gelben stecken bekanntlich im dicksten Abstiegskampf, so dass die Begegnung der Kellerkinder zwischen dem gastgebenden TuS Lintorf und dem SV Neukirchen eine übergeordnete Brisanz birgt. Die Partie wurde allerdings um einen Tag verschoben. Anpfiff ist nun am kommenden Sonntag um 19 Uhr.

„Gut vorbereitet sein“

Die Gäste reisen ohne ihren Trainer an. Torsten Klottig befindet sich derzeit im Urlaub auf Kuba. Hört sich etwas merkwürdig an, ist es aber nicht. Der 42-Jährige hatte diese tolle Reise schon seit „ewigen Zeiten“ gebucht. Klottig unterrichtete den Verein bei seiner Verpflichtung im vergangenen Oktober von seinen Absichten. „Natürlich ist der Zeitpunkt meines Urlaubs nicht glücklich, aber ich wollte den Termin nicht mehr verschieben“, sagt der Übungsleiter noch vor seinem Abflug. „Ich glaube, dass meine Mannschaft gut vorbereitet sein wird und alles gibt, damit wir am Ende als Sieger das Parkett verlassen.“

Die Ausgangslage ist klar abgesteckt: Gewinnt der SV Neukirchen (6:16 Punkte) würde Konkurrent Lintorf (4:18) deutlich ins Hintertreffen geraten. Bei einem Remis bliebe die Situation zumindest unverändert. Eine Niederlage allerdings und Lintorf würde dann aufgrund des besseren direkten Vergleiches an Neukirchen vorbeiziehen.

Die Gastgeber haben – wie der SVN – erst kürzlich einen Trainerwechsel vorgenommen. Karl-Heinz Töpfer übernahm das Amt des glücklosen Christian Beckers. Der ehemalige Bundesligaspieler reaktivierte gleich drei ehemalige Spieler, die zuvor in der eigenen „Zweiten“ aufliefen, konnte mit dieser Maßnahme vor allem der Abwehr neue Stabilität einflößen.

Junge Talente

Lintorf schenkt zumeist einer defensiven Ausrichtung sein Vertrauen. Der Verein verfügt ansonsten über zahlreiche, junge Talente, mit richtig Qualität. Woran es allerdings mangelt, ist logischerweise an der so wichtigen Erfahrung und Cleverness in hitzigen Situationen.

In der Offensive übernehmen insbesondere die beiden Nachwuchskräfte Jan Niklas Lenzen und Janis Löwenstein viel Verantwortung. Aber auch Kreisläufer Andreas Kropp ist ein ständiger Unruheherd auf seiner Position.

Für den SV Neukirchen steht eine Menge auf dem Spiel. An der Einstellung, der Aggressivität oder der körperlichen Bereitschaft sollte es nicht hapern. Wichtig ist, dass die Mannschaft mit dem mentalen Druck umgeht, die Ruhe und Übersicht behält und die Fehler in der Offensive auf ein Minimum reduziert.

Thomas Pannen muss zuschauen

Gespannt sein darf man auch, welcher Akteur die Mannschaft als Spielmacher auf das Parkett führt. Aber eines ist auch klar: Neukirchen muss sich das nötige Selbstvertrauen in der Defensive erarbeiten, sollte als Kollektiv kompakt zusammenstehen sowie die Zweikämpfe erfolgreich gestalten, mit starken Torhütern in der Hinterhand.

Leistungsträger Thomas Pannen ist am Sonntag zum Zuschauen verdammt. Sein Foulspiel in der letzten Minute des Meisterschaftsspiels gegen die HSG Wesel ahndeten die Schiedsrichter als Disqualifikation mit Bericht (Blaue Karte). Es gab eine Ein-Spiel-Sperre.

Richtig übel ist die Situation auf der Spielmacherposition allerdings erst, weil Matthias Elbers, ausgerechnet der Stellvertreter von Thomas Pannen, ebenfalls passen muss. Das Talent wurde wegen eines Kahnbeinbruches an der Wurfhand unlängst operiert und fällt auf unbestimmte Zeit aus.

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