Handball / SV Neukirchen

Thomas Pannen will den Abschied beim SV Neukirchen nachholen

Gab stets klare Ansagen: Trainer Thomas Pannen, hier bei einer Auszeit des SV Neukirchen.

Gab stets klare Ansagen: Trainer Thomas Pannen, hier bei einer Auszeit des SV Neukirchen.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Neukirchen-Vluyn.  Handball-Rückraumspieler Thomas Pannen hat seine beachtliche Karriere beim Verbandsligisten SV Neukirchen beendet. Leider bislang ohne Abschied.

Spaß und Talent reichen bekanntlich nicht. Ohne die Einsicht, dass der eigene Antrieb, die Disziplin und ganz viel harte Arbeit den weitaus größeren Anteil einer Entwicklung einnehmen, ist eine Karriere eher unwahrscheinlich. Thomas Pannen hat alle diese Faktoren geschickt miteinander vereint und ist seinen Weg als Handballer gegangen. Ob als überragender Torschützenkönig der Regionalliga bei Bayer Uerdingen in der Saison 2008/2009 mit 241 Treffern oder als Spielerpersönlichkeit beim SV Neukirchen, dort zuletzt sogar als Trainer der Verbandsliga-Mannschaft. Wobei er im Herbst bereits frühzeitig angekündigt hatte, dort aufhören zu wollen.

Nach dem die vergangene Meisterschaft 2019/20 bekanntlich wegen der Corona-Pandemie abgebrochen wurde, ist es nun um die Person Thomas Pannen ein wenig still geworden.

Herr Pannen, wie geht es Ihnen heute in der erzwungenen Spielpause?

Thomas Pannen: Mir geht es ganz gut und ich kann sagen: Ich vermisse den Handballsport momentan noch nicht.

Die vergangene Saison war aus Ihrer Sicht sicherlich eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Erst der frühe Kreuzbandriss am zweiten Spieltag. Und nur kurze Zeit später übernahmen Sie den Trainerjob des erfolglosen Christian Wetteborn. Schildern Sie Ihre Eindrücke?

Gerade der Kreuzbandriss war schon ziemlich emotional. In der Vorsaison hatte ich mir bereits im rechten Knie das Kreuzband angerissen, musste lange pausieren und bin im Februar 2020 erst wieder in den Spielbetrieb eingestiegen. Dann dieselbe Knieverletzung im Lokalderby gegen die HSG Vennikel/Rumeln-Kaldenhausen. Ich wusste sofort, da ist was kaputt. Nur wenige Tage später wurde dann Trainer Christian Wetteborn entlassen. Der SVN-Vorstand kam auf mich zu und fragte ob ich einspringen würde. Ich habe nach kurzer Bedenkzeit zugesagt, um der Mannschaft bis Saisonende zu helfen.

Nun hat die Saison 2019/20 durch die Corona-Pandemie ein vorzeitiges Ende genommen. Es gibt bekanntlich keine Absteiger. Glück für den SV Neukirchen?

Ich bin Realist. Aber ich bin auch gleichzeitig der Meinung, dass die Mannschaft den Klassenerhalt geschafft hätte. Wir waren auf einem guten Weg.

Was macht Sie so sicher?

Es waren gerade die jüngsten Punktgewinne die durch einen Entwicklungsprozess zustande kamen, mit viel Einsatz und Engagement. Aber auch wie sich die Mannschaft, trotz etlicher personeller Rückschläge, in den Spielen präsentiert hat – als eine kampfstarke Einheit. Und dass ist, was unseren Handballsport so auszeichnet. Der Zusammenhalt. Auch außerhalb des Spielfeldes.

Sie haben angekündigt, nun eine einjährige Auszeit zu nehmen?

Ja, dass soll auch so bleiben. Aber ich kann nicht in die Glaskugel schauen. Wer weiß, was in ein paar Monaten in der Handballszene so passiert. Vielleicht gibt es ja einige interessante Anfragen als Trainer.

Bei welchem Angebot würden Sie schwach werden?

Schwer zu sagen. Das Gesamtpaket muss einfach stimmen. Die künftige Mannschaft sollte über ein gewisses Leistungsniveau verfügen, jung und hungrig sein. Die Spieler müssen zudem Spaß haben, aber auch bereit sein, für den Erfolg etwas zu investieren und hart zu arbeiten.

Wird es den Spieler Thomas Pannen noch einmal geben?

Das weiß ich derzeit nicht. Zunächst einmal muss der Heilungsprozess komplett abgeschlossen sein. Ich muss mich aktuell mit Läufen bis zu fünf Kilometern begnügen. Das ist derzeit nicht so viel. Aber ich kann mir schon vorstellen, auf die Platte zurückzukehren. Ob nur zum Training, zum Kicken oder vielleicht sogar als Spieler. Es ist schon schade, dass ich durch die Kreuzbandverletzung den Termin für meinen Abschied nicht selber bestimmen konnte. Das würde ich gern noch nachholen.

>>> DAS IST THOMAS PANNEN

Der gelernte Physiotherapeut ist 35 Jahre alt und hat mit Ehefrau Sandra zwei Söhne: Luke und Milian.

Der Rückraumspieler lief in der Jugend für den TV Schwafheim, den OSC Rheinhausen und den TV Oppum auf.

Seine erste Station bei den Senioren war der damalige Oberligist TV Kapellen. Es folgte der Wechsel zum Regionalligisten Bayer Uerdingen.

Drei weitere Trikots trug Thomas Pannen noch: von Hamborn 07, der HSG Krefeld sowie vom SV Neukirchen.

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